Dez 19

10 Vorsätze fürs neue Jahr und fürs Arbeitsleben…

Autor: PersonalRadar

Vorsätze fürs neue Jahr sind so abgestanden wie ein vergessenes Bier auf dem Tresen. Sie schmecken schal. Man weiss, dass diese in der Woche 1 schon wieder in die Kanalisation des Lebens gespült werden…

Vielleicht sollte man sich nicht immer etwas vornehmen und Vorsätze fassen. Vielleicht ist es einfach gut auf sich zu hören und zu merken was einem gut tut. Das funktioniert aber nur, wenn man kurz still haltet, durchatmet, nachdenkt und dann weiter zieht. Es sind oft die kleinen Dinge, die das Leben ein wenig lebenswerter machen.

Mach dir Luft und allen klar, dass du nicht gestört werden willst.

Es ist ein richtig wilder Arbeitstag. Es gibt sehr viel zu tun. Hohe Konzentration ist angesagt. Im Grossraumbüro ist viel los. Es geht zu wie in einem Bienenstock. Die Telefone laufen heiss, das Geklapper der Tastaturen ist unüberhörbar und der Geräuschpegel trotz Dämmung unerträglich. Andauernd läutet das Telefon, die Mailflut wird zur Springflut und im Minutentakt kommen Teammitglieder vorbei, die etwas wollen. Die Arbeitsauslastung wird zum Albtraum. Was machen? Anrufbeantworter einschalten, Outlook auf Abwesenheit schalten, das Team darüber informieren, dass man nicht gestört werden will und ein separates Arbeitszimmer suchen, wo man ungestört wie auch konzentriert arbeiten kann. Alles andere ist Masochismus pur.

Dein Schreibtisch ist Chaos. Auch die Chaostheorie hat Regeln.

Der Spruch ‚a clean desk is the sign of a sick mind‘ ist ganz nett und lustig. Wenn der Schreibtisch jedoch so überladen ist, dass die Übersicht verloren geht, dann macht das auf die Umgebung keinen Eindruck mehr. Es löst nicht mal Mitleid aus. Die meisten denken, was ist das für ein Chaos. Da hat es jemand nicht mehr im Griff. Mist einfach aus. Wichtig zu wichtig, unwichtig zu unwichtig. Leg ab. Auch in den ‚runden Ordner‘ namens Papierkorb. Schmeiss die Post-it Zettel aus dem Büro. Die machen es nur noch schlimmer. Befrei dich von Altlast. Er wirkt befreiend und belebt Seele wie auch Geist.

Sag ja zum Nein!

Viele verkommen zur Deponie. Was man nicht machen will, gibt man einfach weiter. Die nächst untere Stufe wird’s dann schon richten. Der Sondermüll ist lästig und behindert die Schaffenskraft. Viele nutzen das gnadenlos bei denen aus, die nie nein sagen und alles entgegen nehmen, was sich an ungewollter Arbeit so bietet. Neinsager leben länger. Bist du ein Mistkübel? Steht das so im Stellenbeschrieb? Nein? Warum machst du es dann? Sich aushelfen ist auf jeden Fall gut und hebt die Teamstimmung. Aber aufgepasst auf jene, die Überlastung vortäuschen, vom Stress reden und mit dunklen Augenringen Mitleid einfordern. Es sind meisten jene, die am längsten in der Teeküche am Schwatzen sind, vor dem Firmeneingang eine Zigarette nach der anderen rauchen und die Mittagspausen bis zum Maximum auskosten. Kommen sie dann in die ‚Zeitpresse‘ und fühlen sich ausgequetscht, weil das berufliche Zeitmanagement eine Katastrophe ist, dann fordern sie sofort Hilfe ein und laden bei den anderen ab. Ein Nein kühlt vielleicht die Beziehung ab. Aber lieber gemässigte Temperatur als im Hamsterrad überhitzt den Herztod zu erstrampeln.

Befrei dich und gib ab.

Arbeitspferde hat man gerne. Sie ‚chrampfen‘, sind genügsam und maulen nicht herum. Aber irgendwann ist die Arbeitsbelastung so hoch, dass auch ein Arbeitselefant zum Zwerg wird. Es ist Zeit Arbeit abzugeben und sich helfen zu lassen. Stress, Überlastung und permanente Überforderung führen schnell zu Ausfällen aller Art. Wer jedoch immer wieder ausfällt, fällt irgendwann durch die Maschen und dann hilft auch die Arbeitsteilung nichts mehr.

Die Stille des Offline Modus ist wundervoll.

Alle sind ständig erreichbar. Es piepst, es klingelt, es vibriert. Ununterbrochen. Die Ablenkung ist fatal. Die Konzentration fällt ab und die Fehler fallen auf. Man wirkt zerstreut, fahrig und irgendwie abwesend. Alle reden von Multitasking. Aber der Mensch ist dafür nicht geschaffen. Alles gleichzeitig tun, gibt meistens ein Salat ohne Dressing. Am besten ist es alle Störquellen einfach konsequent abschalten. Das Handy ist weg, der Outlook- Quälgeist ebenso und vielleicht ist es mal gut sein Büro einfach abzuschliessen und allen mitzuteilen, dass man ungestört arbeiten muss, damit es dann nicht im Betrieb zu Störungen kommt, weil die Resultate einfach besser sind. Ach ja – während Wochenenden und Ferien sollte man besonders konsequent sein. Störung ist gut. Ungestörte Erholung ist aber besser. Wer sich nicht von Zeit zu Zeit abschaltet, der wird mit der Zeit abgeschaltet und endet mit einer psychischen Störung auf dem Abstellgleis. Ein sicherer ‚Karrierekiller’. Die ständige Erreichbarkeit macht krank. Abschalten, entspannen, einschalten.

Mach nicht den Pausenclown.

Pausen vor dem Bildschirm. Schnell auf der Toilette eine Zigarette rauchen. Das Sandwich in Rekordzeit zwischen zwei Arbeitsgängen verschlingen. Irgendwann ächzt die Gesundheit bis sie zusammen bricht. Das Essen wird durch Alkohol, Drogen oder Medikamente ersetzt. Die Augenringe werden immer grösser und die Haut grauer. Pausen sind im Arbeitsgesetz klar geregelt. Sie dienen zur Erholung. Während dieser Zeit können die Batterien wieder geladen werden. Wer keine richtigen Pausen macht, schadet dem Arbeitgeber und sich selber. Die Selbstausbeutung funktioniert für eine gewisse Zeit. Wenn dann aber die vitalen Funktionen mit der Zeit pausieren, weil die Erschöpfung den Körper schleichend erobert, dann wird es gefährlich. Auch der Pausenclown in der Zirkusmanege macht nach seiner Performance eine kurze Pause, damit sein nächster Pausenauftritt nicht eine Blaupause wird…

Sag mir wie du isst und ich sag dir wer du bist.

Das Mittagessen ist ausgefallen. Schon gestern war das der Fall. Auch Morgen wird es nicht möglich sein. Die Termine sind wichtiger als der Magen. Das Knurren wird geflissentlich überhört und bei Bedarf mit Lebensmittel vom firmeneigenen Automat still gelegt. Irgendwann rebelliert der Magen und zeigt endlich seine Zähne. Wer richtig isst, sich dafür auch ein wenig Zeit nimmt, lebt einfach länger und gesünder. Die Firma verteilt keine Orden, wenn man sich vernachlässigt und ernährungstechnisch doof bleibt. Gerade während der Mittagszeit kann man oft auf lockere, unbekümmerte Art und Weise Geschäftliches besprechen und dabei langwierige, öde Sitzungszeit vermeiden. Der gute Nebeneffekt ist, dass man sich wieder einmal von ‚face-to-face‘ bespricht und dabei noch was Anständiges zwischen die Zähne bekommt. Der Magen ist zufrieden. Das Gemüt ebenso. Die Arbeit geht leichter von der Hand. Die Zähne bleiben auch länger im Mund, wenn die Ernährung stimmt.

Selbstlob? Stinkt nicht immer. Tu dir was Gutes.

Viele malochen den lieben langen Tag. Sie pressen sich aus und verlangen viel von sich. Der Erwartungsdruck gegenüber der eigenen Leistungsfähigkeit nimmt immer mehr zu. Irgendwann geht das an die Substanz. Gerade dann, wenn die Umgebung keine Notiz davon nimmt und es nicht merkt. Sich deshalb mal selber auf die Schultern zu klopfen oder sich im Spiegel anzulächeln, tut der Glaubwürdigkeit keinen Abbruch und dem Selbstvertrauen gut. Menschen brauchen Lob. Wenn es nicht von aussen kommt, dann stinkt Eigenlob ganz sicher nicht.

Leidenschaft hat nichts mit leiden zu tun.

Der Arbeitskollege macht Yoga, die Arbeitskollegin malt Bilder, der Chef spielt Klavier und was machen sie? Nichts? Dann wird es Zeit mal den Horizont zu erweitern. Der tägliche Arbeitsstress kann mürbe machen. Ein Ausgleich mit Passion ist angesagt. Die Freizeit ist die Zeit, die eben zur freien Verfügung steht und frei machen soll. Befreien sie sich vom täglichen Müll. Lenken sie sich ab und lassen sie ihrer Leidenschaft freien Lauf, damit die Arbeitswelt keine Chance hat ein Leiden zu entwickeln.

Karriere funktioniert nicht auf Kommando.

Wir leben in einer ‚Instant-Gesellschaft’. Alles muss sofort zur Verfügung sein. Alles muss sofort geschehen. Alles muss sofort da sein. Vieles braucht jedoch Zeit. Vieles muss reifen, bevor es richtig geniessbar wird. Genauso ist es mit der Persönlichkeit. Alle wollen sofort führen, Verantwortung übernehmen und den Macker mit dem grossen Konto spielen, weil es einfach so angesagt ist. Viele bringen die Voraussetzungen noch nicht mit, weil es nicht nur an Wissen fehlt, sondern oft auch an Lebensreife und –erfahrung. In sich ruhende Menschen, die sich auch mal Zeit fürs Nachdenken nehmen, bringen es weiter. Meistens sehr weit, weil sie sich Zeit nehmen, aber danach die Abkürzung nehmen und somit schneller ans Ziel kommen.

Fazit:

Alle Vorsätze kann man ohnehin nicht umsetzen. Dazu ist das Leben viel zu komplex und anstrengend. Vielleicht funktioniert es aber mit einem oder zwei guten Absichten. Man kann es ohnehin nicht allen recht machen. Aber vielleicht kann man es so machen, dass es ihnen recht gut geht und das Arbeitsleben Spass macht. Dann haben sie schon viel erreicht!

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