Dez 17

Bewerber können perfekt lügen – wenn sie es vorher trainieren.

Autor: HRToday

HR-Professionals sind manchmal auch Detektive. Nämlich dann, wenn Bewerber beim Einstellungsgespräch etwas flunkern, um Leistungen und CV schöner darzustellen (Pressemitteilung: Evanston/Wien, Quelle: HR Today)

Selbst sehr erfahrene Personaler können dabei nicht alle Bewerber-Lügen aufdecken. Lügen kann man durch Training nämlich perfektionieren. Aber: auch die besten Lügner verraten sich durch ihre Körpersprache. Wenn man sie lesen und deuten kann. Lügen können so trainiert werden, dass sie von der Wahrheit nicht mehr unterschieden werden können. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher der Northwestern University gekommen.

Bei unehrlichen Aussagen überlegen Menschen meist länger und machen mehrere Fehler als bei wahren Informationen. Alleine die Anleitung zum Lügen reduziert die Reaktionszeit für täuschende Antworten und kann durch Training perfektioniert werden. Diese Erkenntnis ist laut den Forschern beim Kampf gegen Kriminalität nützlich, hilft freilich auch beim Einstellungsgespräch.

«Lügen kann sinnvoll sein»

Lügen machen lange Nasen….

«Menschen lügen häufig aus Selbstschutz oder zum Schutz der Anderen», sagt Psychologe Klaus Pötzlberger. Demnach könne die Unwahrheit in bestimmten Situation durchaus sinnvoll sein.  «Eltern lügen ihre Kinder zum Beispiel manchmal an, weil sie denken, die Wahrheit sei für ihren Nachwuchs nicht zumutbar und wollen ihn somit schützen», so der Experte. Umgekehrt lügen Kinder bei schlechten Noten ihre Eltern oft zum Selbstschutz an. «Es gibt aber auch Menschen, die ganz bewusst lügen und dies zu ihrer Lebensstrategie machen», sagt Pötzlberger. Standard-Lügen kommen so auch regelmässig bei Bewerbungen vor. Etwa wenn es um Erfahrungen, Fremdsprachenkenntnisse und andere Skills gehe.

Enttarnung durch Mimik und Gestik

Ein Lügendetektor misst den Blutdruck, Puls, die Atmung sowie die Leitfähigkeit der Haut. Bei Nervosität schlägt die Nadel aus. «Für die Kriegsführung zum Beispiel werden Soldaten trainiert, ihre Gefühle zu unterbinden, so dass der Lügendetektor bei Unwahrheit nicht mehr ausschlägt», erläutert der Spezialist.  Das Gerät ist laut dem Experten als zusätzliches Instrument zu einem Begutachter sinnvoll. «Es ist wichtig, auch die Mimik und Gestik zu lesen sowie auf Wortwiederholungen und Reaktionszeit zu achten», führt Pötzlberger aus. Bei einer adhoc-Antwort könne man eher von einer wahren Aussage ausgehen als bei längerem Überlegen.

Wichtiger sei jedoch die Körpersprache, denn diese geschehe unbewusst. «Der Körper lügt nie», erläutert der Fachmann. Wenn sich demnach ein Befragter unter anderem an der Stirn, hinter dem Ohr oder am Adamsapfel kratzt, so könne dies bereits ein Indiz einer Lüge sein. Die Gestik ist laut Pötzlberger genauso viel wert wie ein Lügendetektor. Faktoren wie Mimik, Gestik, Stimmführung und Ähnliches seien für geschulte Menschen wichtige Indizien.

Bewerber können perfekt lügen - wenn sie es vorher trainieren., 9.5 out of 10 based on 6 ratings

VN:F [1.9.21_1169]
Rating: 9.5/10 (6 votes cast)
Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.