Aug 24

‚Denglish’ und ‚Globish’ bringen die Sprachpuristen ins Grübeln. Nicht nur sie.

Autor: PersonalRadar

Aus Deutsch und English wird Denglish oder einfach Globish. Gerade in der Arbeitswelt vermischen sich die beiden Sprachen immer mehr. Der Kauderwelsch wird die neue ‚Lingua Franca’. Viele stören sich nicht mehr daran.

Denglish to go….

Die Anglizismen erobern die Arbeitswelt mit aller Konsequenz. Der biedere Geschäftsführer einer kleinen Klitsche nennt sich jetzt CEO, also pompös ‚Chief Executive Officer’, und wenn er eine Arbeitsgruppe für eine bestimmte Sache einsetzen muss, dann wird selbstverständlich daraus die ‚Taskforce’, die auch sofort einen ‚Timetable’ hat, damit all die ‚Duties’ auch gut ‚gemanaged’ werden können. Gerade die letztlich angestrebte Verbesserung des helvetischen Gesundheitswesens mutierte zur ‚Managed Care’ und führte dazu, dass das Stimmvolk anders ‚performte’ und beim ‚Voting’ halt ein kühles Nein einlegte. Vielen war schon der Grundbegriff suspekt.

Die Ansammlung von Randständigen vor dem Hauptbahnhof wird zum ‚Hot-Spot’ des Ärgernis und die ‚geile Bitch’ bei den Hey-Mann-Jugendlichen zum Kosenamen. Schnell ‚speedet’ das ‚Businesspeople’ um die Mittagszeit zur superbiologischen ‚Soupbar’, weil man den ‚Convenient-Trash’ nicht mehr essen kann oder ‚foodet’ dann irgendwelchen anderen ‚Junk’, der schnell gut nährt, aber ein wenig zu ‚spicy’ ist und den ‚getunten Body’ wieder ‚out of shape’ bringt.

Auch der ‚Masterplan’ und die ‚Roadmap’ kreuzen ständig unsere berufliche Wege und keine Sau weiss wirklich genau was das zu bedeuten hat. Auch wenn die ‚Skills’ durchaus auf der Höhe der Zeit sind, gibt es viele, die durch diese Vielfalt an neuer Begrifflichkeit ein wenig ‚confused’ sind und den Jargon annehmen, damit sie nicht als ‚outdated’ oder ‚old fashioned’ wahrgenommen werden. Auch die ‚Employability’ der Frauen hat auf dem ‚Jobmarket’ eine immer grösser Bedeutung. Denn die jungen berufstätigen Väter wünschen mehr ‚Quality- oder Premiumzeit’ mit den ‚Kids’ damit die Work-Life-Balance’ nicht in die Binsen geht und ein ‚Burnout’ der ersten Güte vermeiden kann. Denn ‚Familytime’ ist schliesslich voll mit ‚Spirit‘.

Wollen wir die Verhunzung der eigentlichen Sprache einfach so akzeptieren, es voll ‚cool’ nehmen oder einfach entspannt ‚easy’ die Sache so nehmen wie sie ist?

‚Who cares about it?’ ist schliesslich zum geflügelten Begriff geworden. Es ist mehr und mehr eine ‚Challenge’, die verlorenen Wörter wieder für den aktiven Sprachgebrauch zurückgewinnen zu können. Sprache ist schliesslich immer ‚on the move’ und der ‚Change’ übt seinen Einfluss aus.

Die Entwicklung ist wahrscheinlich nicht aufzuhalten. Der ‚daily talk’ zwischen den Menschen formt das Neudeutsch zu einer neuen Sprache. ‚Take it easy!’.

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