Mrz 9

Der ‚McDoctor‘ kommt: Die ‚McDonaldisierung’ eines wichtigen Berufsstandes.

Autor: PersonalRadar

Der Mangel an einheimischen Ärzten und Ärztinnen in der Schweiz schafft neue gedankliche Kopfgeburten. Wahrscheinlich gibt es davon ziemlich starkes Kopfweh.

Der 'Budgetdoktor' kommt uns teuer zu stehen.

Die sogenannte Schweizerische Universitätskonferenz, kurz SUK genannt, ist das gemeinsame Organ von Bund und Kantonen für die universitätspolitische Zusammenarbeit. Sie ist zum nicht überraschenden Schluss gekommen, dass in der Schweiz zuwenig Ärzte und Ärztinnen ausgebildet werden. Das ist keine neue Erkenntnis und wurde von PersonalRadar schon oft gründlich und ausführlich thematisiert. Interessant sind jedoch die möglichen Gegenmassnahmen, die diesen Schlussfolgerungen zugrunde liegen. Da bleibt einem die Spucke weg. Man reibt sich ungläubig die Augen und weiss nicht ganz recht, ob das nur eine Witz sein soll. Das Fachgremium schlägt vor, dass das Medizinstudium vermehrt Quereinsteigern/-innen geöffnet werden soll und die Studenten/-innen sollten schon nach dem dritten Studienjahr entscheiden müssen in welche Richtung sie sich spezialisieren möchten.

Der McDoctor bereitet Kopfschmerzen.

Das heisst im Klartext, dass das heutige Prinzip der umfassenden Grundausbildung mit Bachelor- und Masterstudium bis zum Staatsexamen mit nachfolgender 6-jähriger Weiterbildung im ärztlichen Assistenzdienst, um danach den Facharzttitel zu erwerben, ganz klar in Frage gestellt wird. Dieses Ausbildungsprinzip wird möglicherweise aufgrund der beschränkten Geldmitteln verfolgt. Das bewährte System, den Studierenden möglichst viel an allgemein medizinischem Grundlagenwissen angedeihen zu lassen, damit sie ihre Affinität für eine spätere Spezialisierung besser entdecken und entwickeln können, genau dieses gescheite wie auch bewährte Prinzip sollte nun geopfert werden.

Interessant ist auch die Überlegung, dass Studierende, die das falsche Studium ergriffen haben, unter Umständen als Quereinsteiger/-innen sich zum Mediziner ausbilden können. Dass diese Pläne bei der Ärzteschaft nicht auf eine gute Resonanz stösst, muss an dieser Stelle nicht unbedingt erwähnt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass jene Kreise, die diese Ideen nun propagieren, nie an einen solchen ‚McDoktor’ geraten und dann mit einer ‚McDiagnose’ ihrer Gesundheit das antun, was sie bei einem ordentlich ausgebildeten Mediziner nie erleben würden.

Das Thema ist heiss. Es kann nicht sein, dass mit den ‚McDoctors’ das Problem des einheimischen Ärztemangels gelöst werden kann. Das Kopfweh über die Folgen dieses Entscheides lässt sich dann auch nicht mehr mit Aspirin vertreiben.

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