Nov 7

Der Röschti-Graben existiert auch bei der Stellensuche.

Autor: HRToday

Die dritte «Trend Report Online Recruiting Schweiz»-Studie der Prospective Media AG schliesst die Westschweiz mit ein und bietet somit einen gesamtschweizerischen Überblick über den Recruiting-Markt (ein Beitrag von: Matthias Mäder, HR Today).

Im Vorfeld der Umfrage haben wir mehrere Thesen aufgestellt, die es mit der Studie «Trend Report 2011»1 zu überprüfen galt:

Online-Medien sind zentrale Anlaufstellen bei der Stellensuche, Soziale Medien gewinnen dabei an Bedeutung und geben der Stellensuche eine neue Öffentlichkeit.

Die Studie zeigt, dass in der Deutschschweiz auch dieses Jahr die klassischen Onlinestellenmärkte das beliebteste Medium bei der Stellensuche sind, dass aber in der Westschweiz am liebsten in Printmedien nach neuen Stellen gesucht wird. Dort rangieren erst an zweiter Stelle die Online-Stellenportale. Die Firmenwebseiten werden von jedem zweiten Stellensuchenden in die Suche mit einbezogen und die Social Networks bezieht jeder fünfte in die Suche mit ein.

Bei den Social Networks in der Deutschschweiz ist Xing nach wie vor das beliebteste Netzwerk. Von den Arbeitnehmern, die angegeben haben, Social Media in die Stellensuche mit einzubeziehen, suchen 78 Prozent auf Xing. Facebook liegt mit 48 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von LinkedIn mit 27 Prozent. Bei den Westschweizern nutzen überraschenderweise 80 Prozent Facebook und erst an zweiter Stelle liegt LinkedIn. Nachdem letztes Jahr noch hauptsächlich latent Stellensuchende über Social Media erreicht werden konnten, gaben dieses Jahr vermehrt aktiv Suchende an, Social-Media-Plattformen in die Stellensuche mit einzubeziehen.

Viele Arbeitnehmer besuchen Social-Network-Profile ihrer potenziellen Arbeitgeber, um ihr Bild zu vervollständigen.

Klarer Spitzenreiter bei der Quelle zur Informationsbeschaffung über den zukünftigen Arbeitgeber sind die Firmen-Websites. An zweiter Stelle stehen die Suchmaschinen. Etwas abgeschlagen, aber vonzunehmender Bedeutung sind Social Networks. Die Deutschschweizer haben nicht das gleiche Informationsbedürfnis wie die Westschweizer. Beide suchen an erster Stelle die Beschreibung der Job-Profile. Die Westschweizer wünschen sich bereits an zweiter Stelle direkte Kontaktmöglichkeiten, bei den Deutschschweizern wünschen sich 80 Prozent Informationen zur Unternehmenskultur.

19 Prozent der Arbeitnehmer nutzen Social Media, um Informationen über den potentiellen Arbeitgeber oder dessen Mitarbeiter abzurufen. Diese Informationen werden hauptsächlich auf Xing und LinkedIn gesucht. Vermehrt werden aber auch Facebook-Fanpages mit einbezogen. Damit hat die Informationssuche auf den Social Networks um 3 Prozent zugelegt. Viele Arbeitnehmer nutzen die Social-Media-Plattformen, um sich intensiv auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten und Informationen über den Interviewpartner zu finden. Jeder Fünfte hat dies bereits gemacht und ein Viertel würde dies in Zukunft machen. Die Westschweizer sind nicht ganz so interessiert am Profil ihres Gegenübers. Nur rund 16 Prozent – gegenüber 27 Prozent bei den Deutschschweizern – wollen in Zukunft von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Der Röschti-Graben zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz zeigt sich ebenfalls bei der Art und Weise der Stellensuche der Arbeitnehmer.

Die Deutschschweizer und Westschweizer haben einige Gemeinsamkeiten, aber die beiden Rekrutierungsmärkte müssen doch unterschiedlich angegangen werden. Einige Firmen haben begonnen, Social-Media-Plattformen vermehrt für das Personal-marketing und die Rekrutierung zu nutzen. Mit Xing haben die ersten bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und konnten auch schon Mitarbeiter rekrutieren. Auf Facebook entstehen die ersten Karriere-Fanpages.

Der «Trend Report» beleuchtet die drei Phasen der Rekrutierung. In der ersten Phase geht es darum, auf welchen Plattformen und Medien Stellen ausgeschrieben werden und wo Arbeitnehmer Informationen über ihren neuen Arbeitgeber suchen. Die zweite Phase beleuchtet, wo Firmen Informationen über sich als Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Die dritte Phase zeigt, welche Bewerbungswege die Firmen zulassen und welche Erfahrung und welche Präferenzen die Arbeitnehmer bei der Bewerbung haben.

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