Nov 11

Die Ignoranz der Inumeranten. Ohne Mathe kein Müsli.

Autor: PersonalRadar

Kürzlich hat das deutsche Wirtschaftsmagazin ‚brandeins‘ in seiner Ausgabe vom November 2011 den Begriff der ‚Inumeranten‘ geprägt. Dieser wird für Menschen verwendet, die sich damit brüsten von Mathe keine Ahnung zu haben und damit sogar noch erfolgreich durchs Leben kommen.

Die Mathematik hat einen schweren Stand. Das ist bestens bekannt und war schon mehrer Male Gegenstand von Beiträgen in diesem Blog.  Alle brauchen sie, wenige lieben sie und viele weisen sie zurück. Ohne Mathe wäre aber das Handy stumm, der Backofen kalt, das Auto still und der Computer nur eine pixelnde Mattscheibe.

Mathe hat unsere moderne Welt dermassen beeinflusst, dass die wachsende Ignoranz gegenüber dieser exakten Wissenschaft immer gefährlicher wird. Gerade die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) leiden am Desinteresse gegenüber den Zahlen. Viele Unternehmen können diese Fachkräfte nur noch mit einem grossen Rekrutierungsaufwand gewinnen. Es ist irgendwie grotesk. Wir brauchen die Mathematik täglich , aber sie soll gefälligst in ihrem Zahlenloch bleiben. Aber ohne Mathe wäre auch das morgendliche, schon vorproduzierte und in der richtigen Mischung vorliegende Müsli nicht mehr möglich.

Seit vielen Jahren wird händeringend nach Ingenieuren/-innen gesucht.

Auch dieser Berufsstand ist auf solide Mathekenntnisse angewiesen. Ohne Maschinenbau könnten wir abends nicht nach Hause fahren, weil es die öffentlichen Verkehrsmittel so gar nicht mehr gäbe. Wir laufen dann, weil uns die Mathe fehlt. Und das sogenannte traute Heim wäre ohnehin nur eine bescheidene selbstgebaute und windige Bretterbude, da uns die Bau- oder HLK-Ingenieure/innen fehlen, die uns das vertraute Wohnumfeld bereitstellen könnten.

Kürzlich war jedoch in der Sonntagspresse zu lesen, dass an der ETH Zürich und Lausanne neue Rekorde gebrochen wurden. Es gab noch nie so viele Immatrikulationen von jungen Menschen, die Ingenieurwissenschaft studieren möchten. Das ist eine gute Nachricht. Profunde Kenntnisse in Mathematik werden wieder sexy. Zum Glück. Die schweizerische Wirtschaft ist dringend darauf angewiesen, wenn sie sich nicht von anderen Wissensmärkten abhängig machen will. Denn das schleichende Verschwinden der Mathekenntnisse schwächt alles. Eine robuste wie auch kompetente Wissens- und Wirtschaftsgesellschaft braucht eine solide Basis an Mathematikwissen, um die kommenden Herausforderungen überhaupt meistern zu können. Übernehmen Inumeranten die Mathematik – dann müssen wir in der Tat mit allem rechnen.

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