Jan 31

Ein Interviewtermin ist kein Bierabend mit Blödelbarde. Es gibt wichtige Regeln zu beachten.

Autor: Tobias Wagner

Sie haben ein Vorstellungstermin. Gut. Selbstverständlich wissen Sie alles. Besser. Vorbereitung ist keine nötig. Am besten. Es ist nicht das erste Mal. Tja – wundern Sie sich nicht, wenn es dann das letzte Mal war.

Tobias Wagner, HR Consultant bei PKS Personal- & Kaderselektion AG und Autor dieses Beitrages

Ein Vorstellungstermin ist nach wie vor ein Ereignis, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen soll. Es gibt gewisse Regeln zu beachten. Viele betrachten diese als Selbstverständlichkeit. Trotzdem werden immer wieder elementare Fehler gemacht, die dazu führen, dass ein guter Job flöten geht. Nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps, die ein Interview positiv entwickeln können:

Informationen zum Unternehmen sammeln/Inhaltliche Vorbereitung

  • Ausführliche und umfassende Informationen zum Unternehmen und seinen Produkten/Dienstleistungen einholen
  • Den Stellenbeschrieb und das Aufgabengebiet studieren und sich dazu allenfalls Fragen notieren
  • Notieren Sie wichtige Eckdaten zum Unternehmen tabellarisch auf einem Blatt

Dieses wird Teil einer Bewerbungsmappe, die sich als „Begleiter“ ins Vorstellungsgespräch bewährt hat. In einer sog. Konferenz- oder Ledermappe stellen Sie Folgendes zusammen:

  • Einladung
  • Name und Telefonnummer Ihres Ansprechpartners
  • ggf. Stellenanzeige
  • Leerblätter für eigene Notizen
  • Informationen über das Unternehmen
  • Ihre Fragen an den Arbeitgeber

„Kleider machen Leute“

  • Eine tadellose Körperpflege (kein Schweiss-, Mundgeruch, Drei-Tage-Bart usw.) ist Grundvoraussetzung für jedes Vorstellungsgespräch. Vermeiden Sie unmittelbar vor einem Gespräch zu rauchen, Kaffee zu trinken oder scharf gewürzte Speisen zu sich zu nehmen.
  • Sie sind frisch rasiert und die Haare gewaschen und „gestylt“.
  • Die Kleidung ist frisch gewaschen und ein Hemd gebügelt. Katzen- oder Hundehaare haben ebenso wie Schuppen nichts auf der Kleidung zu suchen.
  • Wägen Sie selbst ab oder fragen Sie bei uns nach, welche Kleidung in welcher Branche zum „guten Ton“ gehört. In gewissen Branchen, wie z.B. bei Versicherungen und Bankinstituten ist ein betont seriöser Kleidungsstil (Anzug, Krawatte etc.) üblich. In Werbeagenturen und jungen IT-Unternehmen dagegen ist ein weniger steifes Outfit gewünscht.
  • Bei Tätigkeiten mit häufigem Kundenkontakt ist branchenunabhängig ein seriöses Auftreten gefragt.
  • Gehen Sie nach der Grundregel unifarbenes Hemd / gemusterte- oder gestreifte Krawatte bzw. gestreiftes Hemd / unifarbene Krawatte
  • Wählen Sie bei der Kleidung gedeckte Farben. Machen Sie keine Experimente.
  • Weibliche Bewerber sollten darauf verzichten, ihre körperlichen Vorzüge zu offen zur Schau zu stellen (kurze Tops, Miniröcke und tiefe Ausschnitte sind ein No-Go)

 Anreise

  • Planen Sie grosszügige Zeitpuffer ein, um Verspätungen zu verhindern
  • Ca. 10 Minuten vor dem Gespräch eintreffen und sich anmelden (z.B. Rezeption)
  • Wenn Sie sich trotz aller Vorkehrungen verspäten, den Personalverantwortlichen genug früh und umgehend telefonisch benachrichtigen
  • Stellen Sie vorsorglich ihr Mobiltelefon auf „lautlos“ oder ganz aus. Vermeiden Sie es auf jeden Fall ein Telefonat während eines Vorstellungsgespräches zu führen, egal wie wichtig dieses auch sein mag

„Frage und Antwort Spiel“

  • Nehmen Sie Intervies ernst. Es lohnt sich.

    Man ist in der Lage sich und seinen Werdegang souverän zu präsentieren

  • Versuchen Sie sich vorzustellen, was Sie als Personalverantwortlicher einen Bewerbenden fragen würden. Hat man Lücken im Lebenslauf? Kann man diese schlüssig beantworten? Etc.
  • Fragen werden in der Regel zu Ihrer Person, Ihrem Werdegang, den Gründen für Ihre Bewerbung, Ihrer Qualifikation, Ihrer Arbeitsweise, Team- und Leistungsfähigkeit, Stress und Konfliktverhalten gestellt

Beispiele für zulässige Fragen:

  • Was hat Sie dazu veranlasst, sich bei uns zu bewerben?
  • Welches sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Was motiviert Sie?
  • Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie mittelfristig?
  • In welchem Umfeld sind Sie aufgewachsen?
  • Haben Sie irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen?
  • Sind Sie mobil? Wären Sie bereit, ins Ausland zu gehen?
  • Üben Sie derzeit Nebentätigkeiten aus?
  • Sind Sie schwerbehindert?
  • Sind Sie auch bereit, Überstunden zu leisten?

Bereiten Sie sich auf solche oder ähnliche Fragestellungen vor und denken Sie sich mögliche, plausible Antworten aus.

Verhalten / Körpersprache

  • Verstellen Sie sich nicht unnötig, das wirkt nicht authentisch. Ihr potenzieller, zukünftiger Arbeitgeber muss von Ihnen als Person überzeugt sein und Sie so akzeptieren, wie Sie sind
  • Hören Sie aktiv zu und lassen Sie den Gesprächspartner immer ausreden
  • Wenn Sie etwas akustisch oder inhaltlich nicht verstehen, fragen Sie nach
  • Sprechen Sie nicht von Dingen, über welche Sie keine Ahnung haben
  • Machen Sie keine politisch motivierten Aussagen, vermeiden Sie „Gefühlsausbrüche“ oder Kraftausdrücke

Wenn Sie sich an diese Grundregeln halten, dann fallen Sie viel besser mit Ihren Qualifikationen auf. Viel Glück!

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