Jul 15

Fluch oder Segen? Die Selbststrangulation mit den sozialen Netzwerken.

Autor: PersonalRadar

Sind Sie vergesslich? Sind Sie nicht bei der Sache? Können Sie sich nicht konzentrieren?

Das Wetter muss nicht zwingend daran Schuld sein. Die hormonelle Unpässlichkeit ist vielleicht auch nicht die tiefere Ursache. Ihre Schlafgewohnheit ist unauffällig. Die Versorgung mit Vitaminen wie auch mit lebenswichtigen Mineralstoffen ist optimal. Sie haben keine Erklärung für Ihr Verhalten? Was ist es dann?

Sie leiden vielleicht an der neuen, epidemisch um sich greifenden Zivilisationskrankheit der chronischen Zerstreuung. Die Menschen ‚googeln’, ‚bloggen’ , ‚twittern’ und ‚mailen’ um die Wette. Viele sind der Meinung, wer nicht daran teilnimmt, sei ein Ignorant. Die angeblich immer wichtig werdende Kommunikationskultur der Infonauten verpestet unsere Lebens- und Arbeitsweise. Auch die sogenannten ‚Social Networks’ wie Facebook, MySpace, Xing und viele andere Anbieter, drängen uns sanft mit ‚Erinnerungstools’ zur Illusion, im globalen Dorf der Web-Eitelkeiten wichtig zu sein. Dabei verlieren wir uns immer mehr in den trüben Tiefen der Banalitäten.

Die Süchtigen nach Aufmerksamkeit werden langsam zu ‚Kommunikations-Spastiker’, die wie irre Hamster das Rad drehen und glauben, dass der aufkommende Schwindel mit Dynamik zu tun habe. Für diesen Zustand gibt es den Fachbegriff ‚Frazzing’. Das ist das Kürzel für ‚Frantic Multitasking’ und heisst soviel wie ‚die rasende Form der Mehrfachbeschäftigung’.

Die ‚multitaskende’ Arbeitswelt ist teuer und sicher nicht effizient. Oft haben die neuen Informationsplattformen auch keinen betriebswirtschaftlichen Wert. Sie lenken ab, stören die Konzentration und fressen Arbeitszeit auf. Auch die Psychologen und Neurologen fragen sich in neuen wissenschaftlichen Untersuchungen, was diese Technik für Auswirkungen auf den Menschen hat. Die Anwender/-innen nutzen die neuen Möglichkeiten. Diese nutzen aber auch immer mehr die Menschen.

Die hastige, impulsive, nervöse Oberflächlichkeit, das bewusst schnelle ‚Hin- und Herzappen’ zwischen den verschiedenen Anforderungen, lässt keine klaren Gedanken mehr zu und wirkt sich früher oder später auf die Arbeitsqualität aus. Am besten ist es sich ein klar limitiertes Zeitfenster für solche Tätigkeiten zu reservieren und den Rest des Tages mit der eigentlichen Arbeit zu beschäftigen. Das Hirn wird dann weniger schnell müde und freut sich, wenn es sich seiner eigentlichen Aufgabe wieder widmen kann. Nämlich die seriöse Informationsverarbeitung zum Wohle der eigenen geistigen Gesundheit und im Interesse der Arbeitgeber, die es zu schätzen wissen, wenn sie mit der ungeteilten Aufmerksamkeit ihrer Mitarbeitenden rechnen können.

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