Okt 12

Gute Umgangsformen – ein alter Zopf? „Schnee von gestern“, sagen die einen – „hochaktuell in einer Zeit des steten Wandels“, meinen die andern. Wer hat Recht?

Autor: Juliana Frommherz

Betrachten wir gute Umgangsformen als alt hergebrachtes, schulmeisterliches und steifes Befolgen von sturen Regeln, so haben die Kritiker durchaus ihre Berechtigung. Aktuelle und unserem modernen Berufsalltag angepasste Umgangsformen hingegen bilden in der heutigen Zeit eine wichtige Grundlage für vertrauensvolle und langlebige Geschäftskontakte – und sind damit hochaktuell, gerade in unserer Zeit des schnellen Wandels (Beitrag von: Juliana Frommherz, Inhaberin von THE IMAGE COMPANY, Agentur für Image, Stil und Kommunikation).

Juliana Frommherz, Inhaberin THE IMAGE COMPANY

Gutes und korrektes Benehmen – es zeigt sich auch in Bereichen wie E-Mails, Korrespondenz, Telefonate, Begrüssung und Vorstellung, Kundenkontakte, Einladungen, Geschäftsessen, etc – ist also keineswegs altmodisch; angepasst an unsere heutige Gesellschaft, an unser Zusammenleben im Beruf, in der Geschäftswelt und im öffentlichen Leben sind gute Umgangsformen ein Gewinn für den Einzelnen und für das ganze Unternehmen.

Nutzen für die Unternehmung – gute Umgangsformen als Wettbewerbsvorteil

Gute Umgangsformen spielen in der Geschäftswelt eine immer wichtigere Rolle (Zitate):

  • Die heutige Wirtschaft hat mit ihren Produkten ein so hohes Qualitätsniveau erreicht, dass sich der Wettbewerb immer mehr von den Produkten weg in Bereiche wie z.B. Dienstleistung, Kundenberatung und -betreuung oder geschäftliche Kommunikation verlagert – und hier sind die gute Umgangsformen unumgänglich, bilden sie doch die Basis der Beziehungen
  • Nur wenige Menschen arbeiten noch in traditionellen Herstellungsbetrieben, in denen sie vor Maschinen stehen und nur mit wenigen anderen Menschen Kontakt haben. Die meisten sind in Branchen tätig, wo ein Grossteil der Arbeit im Zusammenwirken mit anderen Menschen besteht – ohne gute Umgangsformen führt das immer wieder zu Konflikten.

Neben den fachlichen Qualifikationen der Mitarbeitenden trägt deren Kenntnis von guten Umgangsformen zum Image und Erfolg einer Firma bei. Mitarbeitende mit Manieren haben Vorbildcharakter, prägen den Stil des Unternehmens und spiegeln ihn nach aussen. Gelebte Umgangsformen sind deshalb ein Wettbewerbsvorteil für das ganze Unternehmen. Sie sind als imagebildende Elemente ein Teil der Corporate Identity und damit ein wesentlicher Teil jeder Marketingstrategie. Denn: Wie die Mitarbeiter, so auch das Unternehmen – und umgekehrt.

Mit perfekten Umgangsformen werden die Mitarbeitenden angenehm auffallen. Sie hinterlassen bei Kunden, Geschäftspartnern einerseits einen guten Eindruck und vermeiden andererseits auch jene Fauxpas, die für sie oder das Unternehmen unangenehm sind. So kann sich ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch höfliches Benehmen, gegenseitige Achtung und Toleranz schaffen.

Einladungen verstärken die Kundenbindung. Aber nicht alle damit Beauftragten fühlen sich in Repräsentationsfragen sicher. Alles ums Thema „Der perfekte Gastgeber“ – eine Rolle, die Mitarbeiter und Führungskräfte häufig inne haben – ist ein unverzichtbares Wissen. Ob im Büro, in Restaurants, bei Veranstaltungen, feierlichen Anlässen, in Meetings oder Konferenzen – überall lauern Fettnäpfchen und Tücken, die es zu vermeiden gilt. Kenntnis von modernen Umgangsformen erlauben es den Gastgebern und Eingeladenen, sich entspannt den Gesprächsinhalten widmen zu können.

Nutzen für den Einzelnen – gute Umgangsformen als Karrierehelfer

Um im Berufsleben Erfolg zu haben, sollte man sich auf jedem Parkett sicher bewegen können. Ein freundliches und sicheres Auftreten verbunden mit einer natürlichen Souveränität und Authentizität sind für den positiven Eindruck, den jemand in seinem Umfeld hinterlässt, entscheidend. Zu wissen, wie man korrekte E-Mails und Briefe schreibt, telefoniert, welche Anrede man korrekterweise benutzt, wer wen zuerst vorstellt und begrüsst, etc. vermittelt die nötige Sicherheit, in solchen Situationen entspannt reagieren zu können.

Warum besteht überhaupt ein Bedarf an Wissensvermittlung punkto Umgangsformen? Ein Grund dafür liegt im gesellschaftlichen Wertewandel. Das Erziehungsideal der Achtundsechziger-Bewegung bestand darin, das Augenmerk vor allem auf Selbstverwirklichung und freie Gestaltung des Zusammenlebens, ungeachtet von gesellschaftlichen Konventionen, zu legen. Daraus resultiert eine heutige Generation von kreativen Menschen mittleren Alters, die oft erfolgreich und dynamisch sind, aber ein Manko an zwischenmenschlichem Know-how haben. Es fehlt ihnen oft an Wissen um die vielen kleinen, unausgesprochenen Abmachungen, die uns das Zusammenleben erleichtern. Dazu kommt, dass immer mehr Frauen die Berufswelt und die Führungsetage erobern, was wiederum einen anderen Umgang miteinander zur Folge haben kann.

„Benimm“ ist also wieder in.

Doch dazu müssen wir die modernen Umgangsformen zuerst einmal kennen lernen resp. auf den neuesten Stand bringen. Sie zu beherrschen setzt auch eine gute Portion situationsbedingtes Reagieren, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen voraus. Gar nicht so einfach, denken Sie vielleicht jetzt – und doch gut erlernbar, sage ich! Nähere Informationen finden Sie unter

www.theimagecompany.ch

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