Aug 10

MINT hat nichts mit frischem Atem zu tun! Deutschland – eine Arbeitswüste für hoch qualifizierte ausländische Spezialisten.

Autor: PersonalRadar

In den letzten Jahren sind zehntausende Fach- und Führungskräfte aus Deutschland in die Schweiz eingewandert. Der Schweiz hat es gut getan. Ihre Wirtschaft ist eine der stabilsten Konstrukte in ganz Europa.

Auch in Deutschland zieht die Wirtschaft unverhofft schnell an. Der jahrelange Aderlass an guten Fachkräften macht sich jetzt bemerkbar. Im Bereich Facharbeiter ist die Situation ernst und fast hoffnungslos. Sie fehlen an allen Ecken und Enden. Nebst der Abwanderung dieser Fachkräfte, wurden auch zuwenig ausgebildet. Das rächt sich jetzt mit aller Macht.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln prognostiziert bis 2014 mehr als 20’000 fehlende Ingenieure, Naturwissenschafter und Techniker. Viele davon haben der Heimat den Rücken gekehrt, da sie von den wirtschaftlichen, fiskalischen wie auch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland genug hatten. Diese wollen auch nicht einfach so zurückkommen, da sie sich in der Fremde eine neue und zuweilen sehr erfolgreiche Existenz aufgebaut haben und sich wohl fühlen.

Auch im Bereich Spezialisten ist die Situation brenzlig und desaströs. Das gleiche Institut kommt zum Schluss, dass für dieses Jahr ca. 65’000 Spezialisten im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fehlen (MINT). Viele Projekte, Pläne, Vorhaben und Geschäftsideen können nicht realisiert werden, da die dazu fähigen Berufsleute einfach nicht vorhanden sind. Für jede Volkswirtschaft ist eine solche Situation schlichtweg inakzeptabel und katastrophal. Entwicklung und Fortschritt werden auf die dümmste Art und Weise ausgebremst. Vor Monaten suchten junge Menschen verzweifelt Ausbildungsplätze. Viele wurden nicht fündig. Jetzt gibt es zuwenig fähige junge Menschen, die die fachlichen Voraussetzungen für die anspruchsvolleren Berufsgruppen erfüllen.

Die Wirtschaft und die Politik sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Es sind jedoch auch andere Phänomene daran beteiligt, wie schrumpfendes Bevölkerungswachstum oder innerstaatliche Migration von Ost nach West.

Deutschland hat schon viele Versuche unternommen ausländische Fachkräfte ins Land zu locken.

Der ehemalige Bundeskanzler Schröder ist mit der ‚Greencard’ grandios gescheitert. Die Inder für die IT Industrie kamen auch nicht. Schon gar nicht in die neuen IT Fabriken nach Ostdeutschland, wo die Ausländerfeindlichkeit nach wie vor besonders grassiert und das ‚Neger klatschen’ zum Volkssport wurde. Nach dem Spruch ‚Lieber Kinder als Inder’ war die Botschaft besonders klar.

Inder, Russen oder Chinesen gehen eben lieber nach UK, in die USA, nach Kanada oder in die Schweiz. Zudem gibt es noch andere Hürden in Deutschland zu überwinden, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Will eine Fachkraft eine Arbeitserlaubnis erhalten, muss sie ein jährliches Mindestgehalt von 66’000 € verdienen, um überhaupt mal in die Kränze zu kommen.

Laut dem deutschen Marktforschungsinstitut Infratest lehnen 68% der Deutschen den Zuzug ausländischer Experten ab.

‚Zuerst sollen die Arbeitslosen umgeschult werden‘ heisst es. Das wird Jahre dauern und nicht jeder Umgeschulte wird sich dann in Deutschland nach Arbeit umsehen! Andere bieten mehr!

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