Dez 1

Nicht vom Kurs abkommen und das Feuer am Brennen halten. Die Idee auch realisieren.

Autor: Betty Zucker

Am Anfang steht die Idee. Diese ist ein fragiles Gebilde, bedroht zum Beispiel von Ignoranz, Inkompetenz und der eigenen Bequemlichkeit. Davor muss sie geschützt werden, denn auch die beste Idee steht und fällt mit ihrer Umsetzung (ein Beitrag von: Betty Zucker).

Die Idee ist ja nur das Vorspiel. Und sie langweilt sich zu Tode, wenn nichts passiert, und zwar schnell. Sie stirbt auch, sobald sie in allzu viele Kompromisse mündet. Was können Sie für sich ganz persönlich tun, um dies zu verhindern? Damit Sie Umsetzungsprozesse, die oft unübersichtlich und voller Überraschungen sind, meistern. Die emotionale Achterbahn, die mit dem Adrenalinspiegel Jo-Jo spielt, die nervenzehrende Spannung der Ungewissheit, ob es klappt oder nicht, die Angst vor dem Misserfolg und die zeitweise Orientierungslosigkeit beim Verlassen vorgespurter Wege und den Unglauben des Umfeld nach dem Motto: Das klappt nie. Wie aber kann man das aushalten, nicht vom eigenen Kurs abkommen und das Feuer am Brennen halten?

Tipp 1: Persönliche Unabhängigkeit

Erhalten Sie sich Ihre persönliche Unabhängigkeit. Sie gibt Ihnen die nötige Handlungsfreiheit. Werden Sie sich klar über Ihre wesentlichen Bedürfnisse in der Arbeit, über den Sinn, den Nutzen und den Wert. Für Sie und die Organisation. Aber auch darüber: wem wollen Sie gefallen, wem was beweisen und wem nicht? Hilfreich sind zudem Überlegungen, was ganz konkret passiert, wenn’s schief geht? Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass es gar nicht so schlimm wie befürchtet ist, und Sie wollen und können sich das leisten. Es lohnt sich.

Tipp 2: Nein sagen

Dann können Sie auch eher «Nein» sagen – dies ein weiterer Tipp. Eine Strategie des qualifizierten «Neinsagens» ist wichtig. Doch zu wem und zu was? Zuerst einmal zu Konsensen, denn Innovationen lassen sich nicht auf diesem Weg umsetzen. Dann aber auch zu wasserdichten Plänen, kraftkostenden Absicherungsstrategien und zeitfressenden Unbedenklichkeitsstudien. Und sagen Sie «Nein» zu den Sie treu begleitenden, durchaus gut gemeinten und oft legitimen Einwänden. Diese wertvollen Informationen sollen Sie wertschätzen, einschätzen und dann gegebenenfalls doch sagen können: «Wir machen es trotzdem».

«Nein» sagen auch zu stunden- ja tagelangem Parlieren oder Grübeln, dessen Ergebnisse schlussendlich eher dem Sieg des Hinterns über den Kopf als der Effizienz entsprechen.

Darüber hinaus tauchen im Laufe des Prozesses meist andere interessante Ideen auf, die «nice to have» sind und geradezu verführen, den Fokus und damit Zeit zu verlieren. Bloss: heute zählen oft Tage! Um einen Tag verspätete Markteinführungen kosten mancherorts Millionen. Wohlgemerkt: Franken.

Tipp 3: Pause machen

Planen Sie Aus- und Rastzeiten. Wenn Sie ausgebrannt sind, sind Sie selten kreativ oder inspiriert, noch haben Sie die Kraft, den Druck auszuhalten und die Geduld, die es manchmal braucht! Aber nur inspirierte Menschen können auch andere inspirieren. Und wenn Sie das nicht tun, wer tut es sonst? Wenn Sie sich zwischendurch mit ganz anderen Dingen beschäftigen, sei es mit dem Pflanzen von Radieschen, Poesie oder Miniaturen bauen von antiken Möbeln, so bringt dies viel mehr, als Sie auf den ersten Blick glauben. Nehmen Sie sich Zeit, auch um zu überlegen, ob Sie noch auf dem richtigen Kurs sind. Gewinnen Sie Abstand zu sich selber. Damit der Abstand zu den anderen nicht grösser wird.

Tipp 4: Farbe im Team

Wichtig ist auch eine Gruppe Gleichgesinnter, um sich gegenseitig zu unterstützen, vor allem in den immer wieder auftretenden Durchhängezeiten. Dies muss nicht ein formales Team sein, sondern eine Gruppe, die von der Idee beseelt ist und sie umsetzen will. Und zwar Menschen verschiedenster Couleur, die unterschiedlich an Problemlösungen herangehen. Um neue Lösungen auf dem Weg zu entwickeln oder gar zum Improvisieren braucht es Diversität. Doch nicht alle Innovationen werden in einer Sternstunde über Nacht in der Garage geboren. Im Gegenteil, sie sind Ergebnisse oft jahrelanger, harter Arbeit. Deshalb:

Tipp 5: Prozess beobachten

Evaluieren Sie vor allem das Vorankommen und nicht nur die kurzfristigen Ergebnisse beziehungsweise Aufgaben. Ist das Ergebnis klar definiert, sind sich alle einig? Sind die Meilensteine klar definiert? Wie funktioniert das Team, wer hat welche Rolle? Ist die Stimmung hoffnungsvoll oder resignativ, gibt es Machtkämpfe, Neid und Intrigen oder herrscht ein angstfreies und vertrauensvolles Klima? Wie werden die unterschiedlichen Expertisen, Sicht- und Herangehensweisen an Probleme verknüpft und genutzt? In welchem Tempo kommt das Projekt voran, wird der Lernprozess verbessert, wie gross ist die persönliche Anteilnahme, die Passion?

Tipp 6: Risiko belohnen

Last but not least mein allerletzter Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihnen das Lachen nicht vergeht.

Feiern Sie Teilerfolge und, bevor ich’s vergesse, feiern Sie intelligente Fehler, aus denen alle gelernt haben. Es geht darum, Risiko zu belohnen. Sonst landen Sie mittendrin und voll daneben.

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