Apr 11

Recruiting-Videos im Netz: Als Firma zeigen, was man ist, hat und kann.

Autor: HRToday

Unternehmen müssen sich heutzutage mehr einfallen lassen, als die üblichen Stellenanzeigen zu schalten. Im Trend sind Recruiting-Videos. Doch auch hier zählt das Gewusst-wie. (Ein Beitrag von: Michel Kaufmann, HR Today).

Die besten Talente für sich zu gewinnen, ist eine stete Herausforderung für jedes Unternehmen, gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in der Schweiz und des steigenden Fachkräftemangels. Insbesondere Firmen, deren Name nicht in aller Munde ist, müssen neue Wege gehen, um nicht hinter den Global Players zurückzubleiben. Ein sehr effizientes Mittel, Aufmerksamkeit zu gewinnen, sind Videoporträts, die online zum Einsatz kommen.

Ein Trend, den viele Unternehmen bereits erkannt haben, sind multimedial aufbereitete Inhalte im Netz. «Online» ist heute ohne bewegte Bilder nicht mehr vorstellbar. Der Konsum von Videos gewinnt im Vergleich zu Texten massiv an Popularität. Per Ende 2010 gingen 40 Prozent des gesamten internationalen Online-Datenverkehrs auf das Konto des Video-Konsums, für 2014 werden 90 Prozent prognostiziert. Videos bieten Firmen eine attraktive Möglichkeit, die eigenen Stärken eindrucksvoll zu präsentieren, auf sich aufmerksam zu machen und so die Kandidaten davon zu überzeugen, sich zu bewerben – eine gute Chance zum Beispiel für Versicherungs- und Treuhandgesellschaften, die aufgrund ihrer vermeintlich trockenen Materie eher Schwierigkeiten haben, Personen zu rekrutieren.

Videos transportieren Emotionen

Der beste Film nützt jedoch nichts, wenn das Drehbuch mit der Wirklichkeit übereinstimmt

Bewegte Bilder können die Firmenphilosophie einprägsamer veranschaulichen als Text, weil sie den Kandidaten reale Einblicke in die künftigen Aufgabengebiete der ausgeschriebenen Stelle verschaffen. Gegenüber Textanzeigen haben sie den entscheidenden Vorteil: Sie transportieren Emotionen. Gute Recruiting-Videos wirken persönlich, authentisch und überzeugend. Sie zeigen Bewerbern auf, was das Unternehmen zu bieten hat, wie es im Unternehmen aussieht und wie das Team tickt.

Qualifizierte Talente von heute wollen ihre zukünftigen Arbeitgeber mit eigenen Augen sehen und ihre neuen Teamkollegen sprechen hören.

Sie möchten gemeinsam mit der Kamera durch die Büroflure wandern, die Kaffee-Küche, die Kantine und das Sitzungszimmer inspizieren und einen Eindruck von der Lage des Arbeitsortes bekommen. Das Ziel ist, eine authentische Atmosphäre am Arbeitsplatz zu vermitteln. Je höher der Informationsgehalt, desto realer das Abbild und umso höher das Image der eigenen Marke. Sind die Botschaften effektiv, modern und sympathisch transportiert, sorgen Unternehmen mit ihren Videos dafür, dass sich die richtigen Kandidaten bei ihnen bewerben.

Gut gemeint, schlecht gemacht

Zu schnell stecken Unternehmen Zeit und Geld in die Produktion gut gemeinter, aber schlecht gemachter Recruiting-Videos. Wird am falschen Ende gespart und an der nötigen Professionalität gegeizt, bleibt der erhoffte Erfolg aus. Ein Recruiting-Video zahlt sich nicht aus, wenn die wesentliche Botschaft aus dem Dreh von Hochglanz-Broschüren und schöner, moderner Empfangshallen besteht, aufgenommen von einem Amateur-Produzenten in verwackelter Bildqualität. Zu durchschaubaren und schlechten Tricks gehören auch sogenannte Testimonials von Kunden, die nicht selbst vor die Kamera treten, sondern zitiert werden. So erscheint das Eigenlob als Fremdlob.

Für Bewerber-Videos gilt übrigens das Gleiche: Das Einreichen eines Videos als Zusatz zu einer klassischen Bewerbung schadet mehr, als es nützt, wenn die Qualität fragwürdig ist und der Mehrwert und damit die Wirkung ausbleiben. Das Unternehmens- beziehungsweise das Bewerberprofil erscheinen so im völlig falschen Licht.

Planung ist wichtig

Schlecht produzierte Filme schaden mehr als sie nützen....

Deshalb muss auf professionelles Projektmanagement Wert gelegt werden. Mindestens vier Wochen von der Planung bis zum fertig produzierten Video sollten für den Herstellungsprozess einkalkuliert werden. Drei wesentliche Schritte sind entscheidend:

  1. Konzeption und Projektmanagement,
  2. Filmproduktion und
  3. Postproduktion.

Am Anfang stehen Kontakte, Terminabstimmungen, Beratungen und Recherchen durch eine erfahrene, auf den Bereich Employer Branding spezialisierte Redaktion. Diese entwickelt ein auf die Vorstellungen des Unternehmens massgeschneidertes Drehkonzept. Die Produktion beinhaltet in der Regel einen Drehtag, an dem die gesamte Produktionscrew inklusive Tonassistent, Kameramann und Redaktor für die Aufzeichnungen sorgt. Zeitlich nicht unterschätzt werden darf die Postproduktion, also das Sichten und Auswerten des Drehmaterials, die Vertonung, die Korrekturrunden bis zur internen Abnahme. Das fertig produzierte Video kann ohne grosse Streuverluste und mit bester Reichweite zielgerichtet auf der eigenen Firmenwebsite und auf Stellenmärkten platziert werden. Zu den reinen Produktionskosten addieren sich die Einbindungsgebühren fürWebsites. Es gilt: je höher die Reichweite, desto höher der Zugriff und umso wahrscheinlicher die Sicherung des «return on investment».

Blick in die Zukunft

In Deutschland sind die Entwicklungen in den letzten Jahren schon weiter vorangeschritten, in der Schweiz ist in ein bis zwei Jahren mit vergleichbarem Wachstum zu rechnen. Das Bewusstsein und auch die Budgets für den Einsatz von Recruiting-Videos steigen bei Gross- und mittelständischen Unternehmen in der Schweiz deutlich an. Bereits heute sind auf jobs.ch mehr als 50 Unternehmen mit Recruiting-Videos zu finden. Gemäss Angaben von JobTV24, Deutschlands führendem Anbieter für Produktion und exklusive Platzierungen von Image- und Recruiting-Videos, setzten bereits 65 Prozent der Top 100 der beliebtesten deutschen Arbeitgeber im Jahr 2010 verstärkt auf Recruiting-Videos.

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