Mrz 26

Sie kennen den Begriff CEO. Selbstverständlich auch den CFO. Wie steht es mit dem CLO?

Autor: PersonalRadar

Man kennt es: Moderne Technologie macht Berufe kaputt. Sie schafft aber umso mehr neue. Die Welt der Berufsbezeichnungen wächst so reichhaltig wie der Fundus an neuen Primzahlen.

Gutes Zuhören macht die Kommunikation besser.

Der Eroberungszug von Social Media verändert die Berufslandschaft fundamental. Es entstehen neue Berufszweige, die uns vor ein paar Jahren noch ein ungläubiges Lächeln auf das Gesicht gezaubert hätten. Aber die Anforderungen im Berufsalltag nehmen zuweilen eigenwillige Formen an, die auch einen etwas unorthodoxen Zugang zu den neuen Realitäten abfordert. Die klaren, soliden und durchstrukturierten Berufsbilder werden mehr und mehr auch von solchen konkurrenziert, deren Bedeutungen und sachliche Inhalte noch nicht so klar ziseliert sind, dass man sich ein leicht erkennbares Bild von der verlangten Expertise machen kann.

Wussten Sie schon was vom Online-Rechtsanwalt, vom Informations-Broker, vom Lernspiel-Designer, vom Datenabfall-Bewirtschafter und vom Vernetzungsspezialist? Vielleicht haben Sie schon das eine oder andere darüber gehört.  Gerade der Datenabfall-Bewirtschafter wird immer wichtiger. Das ist kein Witz, sondern für viele in der Zwischenzeit bittere Realität geworden. Alle reden vom strengen Datenschutz. Fast kommt einem das vor, wie die neomodernen Kreuzritter der Informationstechnologie, die mutig gegen die allgegenwärtige ‚Daten-Hydra‘ ankämpfen. Kaum hat man dieser einen Kopf abgeschlagen, wachsen zwei nach, die noch mehr speiend ihr lähmendes Gift in den globalen Datenkörper treiben.

Zuweilen nimmt dieser Kampf Ausmasse an, die oft ein wenig grotesk anmuten, wenn man dann im Vergleich die private Sorglosigkeit vieler betrachtet, die ohne viel Federlesens ihr ganzes Leben ins Netz stellen und dann überrascht sind, wenn das damit erzeugte Interesse, die hässliche ungestillte Gier nach Schlüpfrigkeit und Intimität provoziert und das Ganze Terrabyte ausfüllende Datenmengen annimmt, die nicht mehr kontrollierbar sind.

Oft können solche naiven Datenproduzenten von privaten Nichtigkeiten, die aber die Daten-Neugierde vieler reizen wie auch befriedigen, den Teufelskreis nicht mehr durchbrechen und wissen nicht wie sie diese Daten loswerden, die sie so leichtfertig dem Internet anvertrauten. Da kann man die wachsende Bedeutung des Datenabfall-Bewirtschafters auf jeden Fall erkennen und nachvollziehen. Das sind Spezialisten, die kompromittierende, Ruf schädigende oder einfach peinliche Datenspuren zu löschen versuchen und das Erscheinungsbild im Internet wieder jungfräulich gestalten.

Das ‚Daten-Hymen’ wird sozusagen elektronisch wieder hergestellt, um den guten Ruf zu sichern. Manchmal gelingt es. Manchmal ist der Datenwust jedoch so gross, dass die Wiederherstellung der elektronischen Jungfräulichkeit ein der Ding der Unmöglichkeit bleibt.

Social Media ist fordernd und ungestüm. Neue Formen der Wahrnehmung sind unabdingbar.

Facebook, Youtube und Twitter haben die Versuchung sich im Netz zu exponieren noch erhöht.

Des Weiteren haben diese Anbieter die Kommunikation zwischen Kunden und Firmen auf den Kopf gestellt. Die Benutzenden dieser Medien heizen den Unternehmen, insbesondere den grossen, dermassen stark ein, dass diese Informationskanäle einfach nicht ignoriert werden können. Tut man nichts, dann endet man im nichts. Gerade wenn es auch um das sogenannte ‚Employer Branding’ geht, ist es absolut ratsam, diese neuen ‚Informationsverbreitungsvehikel‘ unbedingt ernst zu nehmen. Zustimmung von aussen kann innert wenigen Stunden in harte Ablehnung umschlagen, Proteste auslösen, Geschäfte lähmen und den Ruf ramponieren, wenn man nicht intelligent Gegensteuer gibt und die Sache einfach aussitzen möchte. Das elektronische Empörungsunwetter kann sich leicht in einen heftigen Sturm verwandeln und über Nacht all das in Frage stellen, was man mit teuren Imagekampagnen über Monate oder sogar Jahre aufgebaut hat.

Der sogenannte Chief Listening Officer oder eben CLO ist kein Witz.

Die modernen Social Media Kommunikationsspezialisten mausern sich zu einem Berufsstand, der für Unternehmen immer wichtiger wird. Deren Perzeptions- und sprachliche Ausdrucksfähigkeit entscheidet oft genug, ob eine Sache einfach normal wie auch kontrollierbar bleibt oder sich zu einer veritablen Geschichte aufbläht die viel Aufmerksamkeit erregt. Dummerweise vielleicht gerade diese, die man nicht wollte. Informationen können beflügeln. Sie können aber auch eine zerstörerische Kraft entfalten, die oft schicksalhafte Züge annehmen und etwas bewirken, deren Ausmass nicht wirklich erkannt werden kann. Für den Ruf als Arbeitgeber kann das natürlich schlimme Folgen zeitigen und dazu führen, dass sich gut qualifizierte Bewerbende abwenden und sich neu orientieren. Das ist im Zeitalter stark verknappter beruflicher Kompetenz Existenz bedrohend.

Mit diesem Link möchte PersonalRadar auf einen Beitrag verweisen, der in der NZZ erschien und einen Berufsstand schildert, der in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen wird. Mit diesem weiteren Link möchte PersonalRadar noch auf einen anderen Beitrag zu diesem Thema aufmerksam machen, der in diesem Blog publiziert wurde.

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