Nov 24

Wann entsteht der Superkanton Nordwestschweiz? Man darf doch noch träumen!

Autor: PersonalRadar

Wirtschaftlich läuft Basel den Metropolitanregionen Genf, Bern und Zürich mit Siebenmeilenstiefeln davon. Bis 2020 sollen in der Nordwestschweiz 40’000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das wären für die nächsten 10 Jahre täglich 11 Arbeitsplätze mehr.

Diese Prognosen wagen die beiden bekannten wie auch renommierten Institute Prognos und BAK Economics in ihrer neusten gemeinsamen Studie. Dieses Wachstum wird die Region beflügeln. Ca. weitere 80’000 Menschen werden sich in der trinationalen Region niederlassen. Nicht weil es nur wunderschöne Landschaften gibt, sondern für Hochqualifizierte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten von der hiesigen Life Sciences Industrie geschaffen werden, die wie ein Magnet wirken.

Basel hat den Wachstumsturbo eingeschaltet und hängt mit der Pharmaindustrie den Rest der Schweiz ab.

Die Region muss in den nächsten Jahren noch kräftiger investieren. Pharma hat Zukunft. Die Lebensspanne der Menschen wird in den hochindustrialisierten Wirtschaftsnationen immer länger und verlangt daher Pharmaprodukte, die dieser wachsenden Lebenserwartung auch Rechnung trägt.

Interessant ist zu bemerken, dass in gewissen Medien Basel als Wirtschaftswunder bezeichnet wird. Insbesondere in Sachen Stundenproduktivität hängt die Pharmabranche mit CHF 215.- die Assekuranzbranche mit CHF 158.- und die Finanzbranche mit CHF 155.- klar ab. In der Stadt am Rheinknie war das Bruttoinlandprodukt pro Kopf beinahe doppelt so hoch als in Zürich.

Auch die städtische Entwicklung ist in Aufbruchstimmung. Im nördlichen Teil der Stadt werden mehr als 50% der Wohnbauprojekte realisiert. Viel ungenutzter Stadtboden, der bis anhin einfach sich selber überlassen wurde und als Ödland brach lag, wird endlich belebt. Der dynamische Wirtschaftsstandort mit seiner potenten Pharmaindustrie verlangt immer mehr hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. Die Rekrutierung von neuen Life Science Fachkräften ist auch eine grosse Chance jener Personalberatungen, die sich auf diesen Sektor spezialisiert haben. Ausländische Fachkräfte werden als Wirtschaftsmotor viele andere Bereiche positiv beeinflussen, so auch die Beratungsbranche.

Novartis hat in den letzten Jahren mit seinem Campus des Wissens nicht nur architektonisch neue Eckpfeiler gesetzt, sondern auch eine Forschungs-, Arbeits- und Denkatmosphäre für die vielen hoch qualifizierten Mitarbeitenden gestaltet, die in Europa seinesgleichen sucht. Es wird jede mögliche Annehmlichkeit geboten, um die Arbeitsstimulans hoch zu halten. Novartis liess sich das bis jetzt allein in Basel ca. CHF 3 Mia. Kosten. Auch Roche, der andere gewichtige Lokalmatador, lässt sich nicht lumpen und baut für ca. CHF ½ Mia. einen neuen Konzernsitz. Auch Actelion in unmittelbarer Nähe zur Stadt, in Allschwil, baut ein Gebäude nach dem anderen, um das schnell wachsende Heer an neuen Mitarbeitenden auch genügend Arbeitsraum anbieten zu können. Viele andere Unternehmen im Life Science Bereich tun es diesen gleich.

  • Die Nordwestschweiz hat schon lange keinen Grund mehr als schlichtes Mauerblümchen ihr Dasein fristen zu müssen
  • Genf ist mondän und Sitz vieler internationaler Organisationen. Aber geplagt von einer schlechten wirtschaftlichen Performance
  • Zürich ist der Standort vieler weltweit wichtiger Finanzdienstleister, die im Moment jedoch mit sich selber beschäftigt sind und ihre Wunden lecken
  • Der Wirtschaftsraum Bern hat zu viele strukturelle Probleme und leidet seit Jahren unter einem Formtief

Basel ist jedoch die Region in der Schweiz, die in Sachen Wirtschaft deutlich und überdurchschnittlich wächst und sich langsam zum Wirtschaftsmotor für das ganze Land mausert.

Es wäre an der Zeit, wenn die politischen Entscheidungsträger/-innen das nicht nur erkennen, sondern ihre Kräfte über die Parteigrenzen hinaus bündeln und die Interessen der Nordwestschweiz mit geeinter Kraft vertreten. Die Menschen, der Arbeitsmarkt und die Entwicklung der Region sind zu wichtig, als dass man sich noch weiter irgendwelche historisch bedingte Animositäten leisten kann.

Der Superkanton Nordwestschweiz wäre ein paar nüchterne Überlegungen wert. Vielleicht gibt es ja auch in diesem Bereich eine nennenswerte Entwicklung.

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