Jul 10

Das Fachwissen der Job-Migranten war günstig. Zukünftig werden die Bildungskosten steigen.

Autor: PersonalRadar

Die Masseneinwanderungsinitiative wird den Arbeitsmarkt Schweiz stark verändern. Sie bietet Vor- und Nachteile. Im Moment wissen wahrscheinlich nicht einmal die Arbeitsmarktexperten genau Bescheid über die möglichen Auswirkungen und Konsequenzen. In Sachen Weiterbildung wird sich aber bestimmt sehr viel ändern.

Auch der beste Arbeitsmarkt ist mal ausgetrocknet. Die Personalsuche nach den Besten wird härter werden.

Die gut ausgebildeten Arbeitsmigranten nahmen bis anhin ihr Fachwissen gratis und franko in die Schweiz mit. Ein deutscher Arzt zum Beispiel, der jetzt an einer schweizerischen Universitätsklinik arbeitet, hat dem deutschen Steuerzahler hunderttausende Euro an Staatsgeldern gekostet, bevor er überhaupt an Patienten herumwerkeln darf. Ebenso verhält es sich zum Beispiel mit einem Softwareingenieur von einer indischen Eliteuniversität, der hoch spezialisiert ist und vom indischen Staat ausgebildet wurde. Selbst die Krankenschwester aus Polen hat dem Heimatstaat und dem örtlichen Gesundheitswesen wegen ihrer Berufsausbildung viel Geld gekostet, bevor sie alte Menschen in einem schweizerischen Altersheim pflegen darf. Auch der Baupolier aus Österreich hat seinen Arbeitgebern einiges an Ausbildungsgeldern gekostet, bevor er sich überhaupt an komplexe Konstruktionsprojekte im Tunnelbau wagen konnte.

Fachwissen ist ein Rohstoff der teuer ist. Bis vor Kurzem hat die Schweiz einen billigen Preis dafür bezahlt. Bald versiegen die Quellen und der Verteilkampf um die besten Köpfe wird zu starken Beulen führen.

Die Masseneinwanderungsinitiative wird den hiesigen Arbeitsmarkt in Zukunft stark beeinflussen und ihm sehr viel abverlangen. Der Zugriff auf gut ausgebildete Arbeitskräfte aus dem Ausland wird mit dem neuen Kontingentsystem nicht mehr so einfach sein. Das heisst, dass die menschlichen Ressourcen in der Schweiz noch besser wie auch intensiver ausgebildet, reaktiviert und gepflegt werden müssen, um ausbleibende Berufskompetenz aus dem Ausland so gut wie mögliche kompensieren zu können.

Das Auswringen der Möglichkeiten wird früher oder später einem händeringenden Suchen nach den letzten Talenten führen.

Zudem werden die reifen Jahrgänge wieder sexy werden. Viele Unternehmen werden schnell feststellen, dass ältere Mitarbeitende über 50 Jahre, nicht nur eine Last sind, weil unter anderem die berufliche Vorsorge für diese Altersgruppe viel Geld kostet, als ob sie für etwas dafür können, sondern ökonomisch Sinn bildend sind, weil sie viel Lebenserfahrung haben und oft überdurchschnittlich viel berufliches Können mitbringen. Vielleicht gibt es bald keine Diskussionen mehr darüber, ob Teilzeit sinnvoll ist oder Kinderkrippen nötig sind. Viele Unternehmen werden pragmatisch reagieren und zur Erkenntnis kommen, dass eine Teilzeitkraft immer noch besser ist als keine und ein Kind kein Grund sein muss, dem Arbeitsmarkt fernbleiben zu müssen.

PersonalRadar möchte an dieser Stelle auf einen Nachrichtenbeitrag des Nachrichtenmagazins 10vor10 mit dem Titel ‚Schweiz spart dank Zuwanderung jährlich bis zu 8 Milliarden‘   aufmerksam machen. Auch der Verband der Personaldienstleister swissstaffing hat kürzlich dazu einen Beitrag mit dem Titel Wie gewinnen wir mehr Inländer und Inländerinnen für den Arbeitsmarkt?‘ publiziert. Auch der Bundesrat hat im Juni 2014 sich dazu geäussert. Mit dem Arbeitspapier Das Umsetzungskonzept des Bundesrates betreffend der Masseneinwanderungsinitiative‘  hat er im Detail aufgezeigt wie der Arbeitsmarkt reguliert wird. Die Zukunft wird spannend.

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