Aug 4

Mentale Mobilmacher fälschen Berufsprüfungen.

Autor: PersonalRadar

Das Leben besteht aus Prüfungen. Die einen gehen locker damit um, die anderen bekommen feuchte Hände. Die nervöse und ängstliche Liga repräsentiert die Mehrheit. Der Angstschweiss ist quasi das Skript!

Die Versuchung Prüfungsangst mit botenstofffreundlichen Hilfsangeboten zu überwinden hat die Menschen schon immer fasziniert. Die chemische Selbstaufrüstung nimmt zu. Neu ist das Phänomen nicht. Nur das Milieu erweitert und verändert sich. Schon die ersten Menschen haben sich mit speziellen Hilfsmitteln Mut gemacht, damit sie bei der Jagd nach schmackhaften aber gefährlichen Beutetieren, die Angst überwinden konnten. Das Mammut liess sie nicht einfach so an den Bratspiess bringen. Auch die Sportwelt war schon immer ein Tummelplatz von Verrückten, die mit schonungsloser Härte gegen die eigene Gesundheit dem Edelmetall nacheiferten und Kopf wie auch Kragen kompromisslos riskierten.

Die erlebnisorientierten Freizeitjunkies ertragen das Alltagsleben zudem besser, wenn deren Sinneseindrücke zusätzlich mit Pülverchen potenziert werden, um das Profane tauglicher durchstehen zu können. Der 4-dimensionale Erfahrungsraum erschliesst sich immer mehr mit hübschen Pillen aus dem Labor, wo die Sehnsüchte des Lebens geboren werden. Der Pharmakologe wird der neue Flash Gordon der modernen Zeit. LSD ist dagegen alter Kram.

Auch das forcierte Hirndoping macht sich rasend schnell breit wie ein Buschfeuer. Viele sind der Meinung, dass sie damit Prüfungen besser durchstehen. Der Glaube daran heiligt die Mittel. Hauptsache Erfolg. Schliesslich will doch keiner ein Versager sein.

Denn die mentalen Mobilmacher erobern zunehmend die Köpfe jener, die glauben, dass das Lernen damit einfacher wird. Leider ist dem nicht so. Die Forschung publiziert ganz andere Resultate. Leistungserprobte Hirne, die gut auf kognitiven Anforderungen eingestellt sind, brauchen keine Substanzen, die dem Intellekt auf die Sprünge helfen. Im schlimmsten Fall wird die Leistungsmöglichkeit der grauen Zelle dermassen eingeschränkt, dass die Prüfung daneben geht.

Vielleicht ergibt sich aus diesen Hilfsmitteln keine stoffwechselbedingte Abhängigkeit. Aber die mentale Konditionierung, dass Chemie Prüfungsergebnisse optimieren kann, ist sehr gefährlich. Dann ist auch die riskante mentale Abhängigkeit nicht mehr weit, Durchschnittsleistungen nur noch mit Hilfsmitteln vernünftig erbringen zu können.

Des Weiteren ist es auch unfair gegenüber jenen, die Prüfungsregeln akzeptieren und ohne Hirndoping antreten. Kaffee, Cola, genügend Schlaf und eine optimal Vorbereitung genügen nach wie vor, um Prüfungen seriös bestehen zu können.

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Comments

One thought on “Mentale Mobilmacher fälschen Berufsprüfungen.”

  • Marlies Borer sagt:

    Bringt die Misere auf den Punkt. Es wird überall beschissen. Eigentlich müsste man nach der Prüfung noch Urin abgeben, um feststellen zu können, ob gedopt wird.


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