Jul 16

Studenten mit Kindern haben bescheidenere Ausbildungsziele und müssen mehr arbeiten.

Autor: HRToday

Studierende in der Schweiz haben im Vergleich mit anderen europäischen Ländern deutlich seltener Kinder. Wenn doch, werden die Ausbildungsziele tiefer gesteckt als bei kinderlosen Studenten. (Ein Beitrag von: HR Today).

Während der Elternanteil in den skandinavischen Ländern, Portugal und Irland über 10 Prozent beträgt, sind es in der Schweiz gerade einmal 4,8 Prozent. Dies entspricht rund 7000 Studierenden an einer Schweizer Universität oder Fachhochschule, wie aus einer heute Donnerstag veröffentlichten Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht. Die Studie basiert allerdings auf Zahlen aus dem Jahr 2009. In der Schweiz hat ein Drittel der Studierenden, die älter als 30 sind, eigene Kinder. In fast allen Ländern Europas studieren mehr Eltern als hierzulande.

Das Studentendasein besteht nicht bloss aus lernen und «Partymachen» - wie dieses inoffizielle Verkehrsschild aus Schweden suggeriert. Manche Studenten, besonders solche mit Kindern, sind grossen Belastungen ausgesetzt. Neben der Uni auch in Kinderbetreuung und im Job. (Bilder: Wikipedia/Hochschule München)Neuenburg (sda).

Kinder «schaden» der Ausbildung

Wer Kinder hat, setzt sich auch tiefere Studienziele. So beabsichtigten nur 38,8 Prozent dieser Studierendengruppe, ein Masterstudium aufzunehmen, was indirekt auch Folgen für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt hat. Bei kinderlosen Studenten planen hingegen 58,5 Prozent einen höheren Abschluss. Auch Gastsemester an anderen Unis kommen für vier von fünf Befragten mit Kindern nicht in Frage.

Studierende Eltern arbeiten mehr als kinderlose Studenten

Die zeitliche Belastung für Studierende mit Kindern ist gross. Durchschnittlich investieren sie pro Woche gut 72 Stunden in Studium, Job, Familie und Haushalt. Damit arbeiten sie rund 20 Stunden mehr als ihre kinderlosen Mitstudierenden. Auch bei Studierenden mit Kindern sind traditionelle Geschlechterrollen von Bedeutung. Studierende Väter gehen während knapp 25 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nach. Bei den Müttern sind es 11,5 Stunden. Auch investieren die studierenden Mütter mit knapp 33 Stunden deutlich mehr Zeit in Haus- und Familienarbeit als die Väter (18,4 Stunden).

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