Mrz 18

Studie: Grossraumbüros machen krank.

Autor: HRToday

HR TodayIn Grossraumbüros werden Mitarbeitende fast doppelt so häufig krank wie in Einzelbüros. Das trifft vor allem auf Frauen zu, wie eine neue Studie zeigt (ein Beitrag von: Yvonne Bugman, HR Today).

In Grossraumbüros mit 10 bis 24 Arbeitsplätzen werden Frauen fast doppelt so oft krank wie im Einzelbüro, schreibt der «Tages-Anzeiger». Büroflächen mit mehr oder weniger Arbeitsplätzen machen offenbar weniger krank, wie eine Auswertung der Abwesenheiten von rund 2000 Personen ergibt. Die Studie wurde an der Universität Stockholm im Rahmen einer nationalen Arbeitsplatzbefragung in Schweden durchgeführt.

Für Frauen macht es gemäss der Studie auch keinen Unterschied, ob sie jeden Tag im gleichen Zweier- oder Dreierbüro arbeiten oder ob sie sich jeden Tag von Neuem einen freien Tisch suchen müssen. Diese flexiblen Arbeitsplätze sind dagegen für Männer ein Albtraum: Sie werden zweieinhalb Mal so oft krank, wenn sie keinen eigenen Arbeitsplatz haben. Die Forscher vermuten, dass der persönliche Arbeitsplatz für die Männer aus Statusgründen wichtig ist. Frauen dagegen haben ein grösseres Bedürfnis nach sozialem Zusammenhalt und Identifikation, was im Grossraumbüro ein Problem sein könnte. Grossraumbüros machen auch Männer krank, allerdings nicht so häufig wie Frauen. Zudem werden Männer im Zweier- oder Dreierbüro seltener krank als im Einzelbüro.

Allgemein sind Mitarbeitende, die in Grossraumbüros arbeiten, fast doppelt so oft krankheitsbedingt abwesend als ihre Kollegen in einem kleineren Büro.

Warum dies so ist, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Die Autoren haben aber mehrere Hypothesen, die durch andere Studien gestützt werden, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt: In Grossraumbüros dürfte das Risiko höher sein, dass Viren und Bakterien verbreitet werden. Zudem können die Arbeitnehmer ihre Umgebung nicht kontrollieren und sind mehr Lärm ausgesetzt. Hinzu kommen gruppendynamische Prozesse: Entweder bleiben kranke Mitarbeiter schneller einmal zu Hause, um die Kollegen im Grossraumbüro nicht anzustecken. Oder sie kommen trotz Krankheit zur Arbeit, um den Kollegen nicht mehr Arbeit aufzubürden. Zuletzt gab es im Jahr 2010 eine Schweizer Studie zum Thema. Auch dort schnitten Grossraumbüros schlecht ab.

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