Apr 28

Berufsbildung: nicht alles was glänzt ist wirklich Gold…

Autor: PersonalRadar

Sie haben Diplome? Schön! Nützen diese? Weiterbildung ist heute ein Muss. Das Angebot hat sich extrem erweitert und verdichtet. Vielen fehlt die Übersicht.

Nicht jede Mine bietet das was man sich erhofft…

Um sich beruflich entwickeln zu können sind Weiterbildungen hilfreich. Gerade die aufkommende Digitalisierung erhöht den Bildungsdruck enorm.  Das Bildungswesen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Bildungsinstitutionen sind einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt. Um das wirtschaftliche Überleben auch sichern zu können ist es wichtig, dass man auf dem Bildungsmarkt wahrgenommen wird. Das ist allerdings nur möglich, wenn man innovativ und attraktiv bleibt.

Dieser Druck hat auch seine Schattenseiten. Viele Bildungsinstitutionen haben ihr Angebot stark erweitert. Sie bieten in der Zwischenzeit Weiterbildungen an, die in der Wirtschaft mitunter einen zweifelhaften Ruf geniessen, keinen wirklichen Mehrwert für den Beruf bilden und die Halbwertzeit des Wissens verkürzen.

Viele Ausbildungen tönen gut. Die Diplomurkunde ist oft genug dann nicht einmal das Papier wert auf dem dieses gedruckt wurde. Solche Diplome blähen Bewerbungen unnötig auf und die Rekrutierungsseite bekommt darob geistige Blähungen, weil es immer schwieriger wird den Unterschied zwischen Edelgas und heisser Luft zu finden.  Viele Diplome suggerieren Kompetenz. Das ist mitunter gefährlich für beide Seiten.

… manchmal stösst man auf Gold…

Die Absolventen/-innen von solchen Diplomen wiegen sich in falscher Sicherheit und sind der Meinung, schliesslich haben viele von ihnen auch ganz viel dafür bezahlt, dass das Wissen etwas taugt und in Form von angestrebten Lohnerhöhungen sich auch auszahlt. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen froh, wenn zusätzliche Berufskompetenz mit Diplomurkunden belegt wird. Viele sind mit der Qualität der Bildungseinrichtung nicht vertraut. Der Ärger ist dann besonders gross, wenn die Anstellung ein Flop ist und auf die folgende Enttäuschung noch die Ernüchterung über die Rekrutierungskosten folgt.

…und manchmal ist es einfach nur Steinkohle.

Dem unkontrollierten Wildwuchs des ‚Diplomwaldes’ müsste die Stirne geboten werden. Die Bildungsindustrie produziert viel Ausschuss und nützt die Ahnungslosigkeit jener, die solche Ausbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Es würde dem einzigen Rohstoff ‚Bildung’ gut tun, wenn nicht jeder in diesem Land, der sich dazu befähigt fühlt,  in der Mine schürft und aus Eisenerz Gold gewinnen möchte. Schürfrechte sind wichtig. Dazu braucht es aber in der ‚Bildungsmine’ ein wenig mehr Aufsicht, Klarheit und gutes Licht in den vielen schummerigen Stollen.

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