Mai 24

Schülerbefragung 2013 in der DACH-Region: Schnupperlehren und Tages-Zeitungen sind in – Facebook und Co. sind out.

Autor: PersonalRadar

Jugendliche sind trendy, wenns um Kommunikation geht. Smartphones, Facebook & Co. bestimmen den Alltag. Retro sind die Kids der Y-Generation aber, wenns um den Einstieg in die Berufswelt geht. Die Mehrheit setzt auf Stelleninserate in Tages-Zeitungen und wählt für den First-Step in die Karriere die gute, alte Schnupperlehre. Bitter für Social-Media-Hyper: Facebook-Auftritten von Firmen schenken die Fachkräfte von morgen keine Aufmerksamkeit.

Wenns um die wirklich wichtigen Informationen im Leben geht – nämlich Karriere und Beruf – dann greifen auch die Kids der Y-Generation gerne zu «alten» Medien wie etwa der Tages-Zeitung. (Bild: Flickr/Pressetext/Good Pictures, Quelle: HR Today)

Zürich (pd/sr). Wer denkt, Schweizer Jugendliche gäben keinen Deut auf traditionelle Medien, den «guten Ruf» von Firmen und auf Ratschläge von Eltern und Freunden, der täuscht sich – oder hat wenig Ahnung von der Generation Y. Eine von StrimGroup durchgeführte Umfrage unter 2000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 17 Jahren in der Schweiz, Deutschland und Österreich fördert durchaus bemerksenwerte Resultate zu Tage. Social Medias und Smartphones bestimmen wohl die Freizeit, sind aber zweitrangig, wenn es um «Seriöses» geht – und dazu zählen die angehenden Arbeitnehmenden die Karriereplanung. Informationen über Berufe und mögliche Arbeitgeber werden gezielt via PC, Notebook oder aus Tageszeitungen bezogen. Auch Berufsberater und Berufsmessen haben als Informationsquelle einen hohen Stellenwert. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Firma CyTRAP Labs hervor. Die Zürcher Firma war an der Erhebung des Management-Beratungs-Unternehmens STRIM beteiligt.

Schlechter Ruf = keine oder nicht die besten Berufseinsteiger für Firmen

Zur Einschätzung eines potenziellen Lehrbetriebes orientieren sich Schweizer Schülerinnen und Schüler sehr stark am Ruf des Unternehmens als Lehrbetrieb, an dessen Image sowie an Erfahrungen während einer Schnupperlehre. Die Mädchen im Besonderen ziehen hierbei auch gerne die Familie und ihre Freundinnen zu Rate.

Die Haupterkenntnisse für die Schweiz sind:

  • 9,1 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler zählen Technik und Naturwissenschaften zu ihren Lieblingsfächern; Mädchen deutlich weniger als Jungen. Bei diesen belegt dieses Fach Platz 4.
  • Dort, wo Technikunterricht angeboten wurde (45 Prozent in der Befragung), beurteilten diesen die Jungen mit 64,5 Prozent als spannend bis sehr spannend, die Mädchen mit 37,5 Prozent.
  • Beim Attraktivitätsranking der Schweizer Unternehmungen belegten Apple, Raiffeisen und Google die Plätze 1 bis 3.
  • Spitäler und Verwaltungen haben gegenüber dem Vorjahr deutlich schlechter abgeschnitten, die Post verschlechterte sich von Rang 1 auf Rang 4.
  • Die Schweizer Grossbanken belegen die Plätze 5 (UBS) und 8 (Credit Suisse), was eine leichte Verbesserung darstellt.

Schnupperlehren sind für Unternehmen wichtiges Instrument im Kampf um Talente

98,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die bereits einen Lehrvertrag vorliegen haben, absolvierten vorab im Lehrbetrieb eine Schnupperlehre. Damit ist die Schweiz Spitzenreiter. Abgeschlagen folgen Österreich mit 47,4 Prozent und Deutschland mit 23,0 Prozent. 73,8 Prozent der in der Schweiz Befragten absolvierten zudem eine Schnupperlehre in einem anderen Betrieb im selben Beruf. Stolze 84,8 Prozent antworteten auf die Frage «Ist der Lehrbetrieb das Wunschunternehmen?» dann auch mit «ja».  «Die Bedeutung der Schnupperlehre ist für alle Beteiligten immens hoch. Die Jugendlichen erhalten dadurch einen guten Einblick in den Lehrbetrieb und in die Inhalte des jeweiligen Lehrberufes. Lehrbetriebe lernen sowohl Fach- als auch Sozialkompetenzen der jungen Menschen sehr gut kennen» sagt Volker Mayer, CEO der STRIMgroup AG und Mitautor der Studie.

Bitter für Social-Media-Hyper: Facebook & Co. haben bei der Job-Suche der Jugendlichen keine Bedeutung

Facebookseiten von Unternehmen mit Lehrstelleninformationen spielen für die Jugendlichen faktisch keine Rolle. Mit 65,6

Von Kindsbeinen an Trendsetter: Die Generation Y kommt ohne das Smartphone und ohne Social Media nicht mehr aus – ausser, wenn es um die Berufsplanung geht. (Bild: Flickr/Akiko, Quelle: HR Today)

Prozent liegen die Webseiten öffentlicher Stellen, wie z.B. LENA, klar auf Position 1; gefolgt von Suchmaschinen mit 34,4 Prozent sowie Unternehmenswebsite und – abgeschlagen – Blog mit 15,9 Prozent.  «Die Studienresultate zeigen, dass Schüler und Schülerinnen vor allem Webseiten und Firmenblogs nutzen, um Informationen über die Lehre in den Unternehmen zu erhalten», erklärt Urs E. Gattiker, CEO von CyTRAP Labs GmbH und ebebfalls Mitautor der Studie. «Dieselben Angebote auf Facebook nutzen die Schülerinnen und Schüler hingegen kaum. Die Studienresultate werden Folgen haben für das Rekrutierungsmarketing im Web 2.0 und dadurch werden sie die Rekrutierung verändern.»

Die Schülerbefragung

Die Online-Umfrage fand vom 4. Februar bis zum 1. Mai 2013 statt. Die Ermessensstichprobenerhebung wurde mit Schülerinnen und Schülern des 9. bis 12. Schuljahres (Österreich: 428 Teilnehmer), des 7., 8. und 9. Schuljahres (Schweiz: 1’158 Antworten) sowie des 9. bis 12. Schuljahres (Deutschland: 698 Teilnehmer) durchgeführt. (pd)

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