Jun 6

Wird die neue Berufsmaturität eine Mogelpackung?

Autor: PersonalRadar

Nur die kaufmännische Berufsmaturität führt zum Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule. Wie lange noch?

In Zukunft wird für Berufsleute der Weg zu den akademischen Weihen weniger steinig sein. Der Bund arbeitet an einem neuen Rahmenlehrplan für die Berufsmatura. Ziel des Vorhabens sollte sein, dass mehr Interessierte an die Fachhochschule gehen können. Ob das die Qualität auch erhöht?

Man möchte den Zugang zum Wirtschaftsstudium FH erleichtern.

Hoffentlich ist das Gewicht dieser Bildungsreform nicht zu schwer...

Das ist im Moment nur über den Weg einer kaufmännischen Berufsmatura möglich. Die Reform sollte nun auch noch eine zweite Türe öffnen, damit die Berufsgruppen in den Bereichen Handel und Gewerbe auch Zugang zu einem Wirtschaftstudium haben. Das heisst mit anderen Worten, dass der Schreiner, die Coiffeuse, der Dachdecker oder die Köchin eine Berufsmatura absolvieren können, um den Weg an die Fachhochschule zu ebnen. Krux an der Sache ist jedoch der Umstand, dass dieser Bildungsweg weniger anspruchsvoll sein sollte, wie die kaufmännische Berufsmatura. Die Kaufleute absolvieren im Durchschnitt über 1’800 Lektionen bis sie, unter der Voraussetzung sie schaffen die Prüfung, den Nachweis der Fachhochschulreife in den Händen halten. Jene Absolventen/-innen des Handels und des Gewerbes sollen jedoch 20%, also über 360 Lektionen weniger Schulstoff büffeln müssen.

Diese Reduktion geht auf Kosten von Mathematik, Englisch und den naturwissenschaftlichen Fächern. Sozusagen eine Berufsmaturität light.

Ob das der richtige Weg sein wird, bleibt abzuwarten. Es ist zu befürchten, dass mit der Erleichterung der Zugangskriterien auch die Anforderungen sinken und die Bildungsqualität abnimmt. Das werden später ganz sicher die Arbeitgeber ausbaden müssen, die wohl Bewerbende mit einem Fachhochschulabschluss einstellen, aber nicht das erhalten, was eigentlich mit dem Abschlussdiplom suggeriert wird.

Wird die Mogelpackung Standard?

Die Fachhochschulen werden mit viel Steuergeldern finanziert. Es kann nicht sein, dass dann ein grosser Teil der Studierenden an den Zwischenprüfungen scheitern, nur weil das geforderte Grundlagenwissen zu mager war, um ein Erreichen der Schlussprüfung realisieren zu können. Ganz bestimmt wird mit dem neuen Rahmenlehrplan die Erfolgsquote sinken. Die Anpassung soll angeblich mehr jungen Menschen ein Studium ermöglichen. Credo ist, dass jeder und jede eine Chance verdient. Dieser Ansatz ist sicher nobel. Ob es der Berufsbildung dient bleib dahingestellt. Der Rahmenlehrplan ist nun in der Vernehmlassung und die interessierten Gremien, die Politik, die Wirtschaft wie auch die involvierten Bildungsexperten brüten darüber. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie hat das Heft in der Hand. Hoffentlich führt die Anpassung nicht zur einer teuren ‚Bildungserosion’ bei den Fachhochschulen. Letztendlich hat niemand etwas davon. Die Studierenden am allerwenigsten. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie mit diesem LINK.

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