Aug 11

Mit Pferden aus der Burnout-Falle.

Autor: Christine Odette Meier

Christine Odette Meier lehrt Menschen die Zügel des Lebens wieder in die Hand zu nehmen (ein Beitrag von: Denis Dollinger, BaZ vom 13.11.2013)

Die Vögel pfeifen, die Sonne lässt die Herbstbäume in den schönsten Farben erstrahlen und das Laub raschelt, während Christine Odette Meier zusammen mit ihrem Klienten G.M. durch den Wald wandert. An der Seite der beiden läuft hoch konzentriert Baronesse, eine Schweizer Halbblut-Stute. Sie spürt wie wichtig es ist, dass sie keinen Fehltritt macht, denn G.M. läuft mit verbundenen Augen und an ihren Hals gestützt nebenher.

Der 49-Jährige steckt in einer Lebenskrise. Jahrelang war er beruflich extrem erfolgreich, rackerte sich für seine Firma ab. Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, ging nichts mehr. G.M. rutschte in ein Burnout. Nach längerer krankheitsbedingter Abwesenheit ist der Familienvater nun wieder an seinem Arbeitsplatz zurück, doch ermüdet ihn der Alltag schnell. Zudem hat er Angst erneut zu versagen.

Der Personalleiter seiner Firma hat ihm darum geraten ein Ressourcentraining und Coaching, zur Stabilisierung und Unterstützung der Reintegration, zu machen. Und zwar mit Pferden.

Im-Dialog

Einzigartig: Die Stute Baronesse ermutigt G.M., zusammen mit Coach Christine Odette Meier, sich auf Neues einzulassen (Bildquelle: www.im-dialog.ch)

Das Pferd als Spiegel

Pferdegestütztes Coaching für Burnout-Betroffene bietet Christine Odette Meier, in dieser Form, einzigartig an. Die Idee, die von der ehemaligen Kommunikationsberaterin und Kaderfrau selbst entwickelt wurde, bezieht die kognitive, emotionale und körperliche Ebene gleichermassen mit ein. «Der Multiplikatoreneffekt – Gespräch, Pferd, Bewegung, Natur – sehe ich als Schlüssel zum Erfolg meiner Arbeit», sagt die 54-Jährige. Das spezielle an diesem Coaching sei, dass der Klient nahen Kontakt zum Vierbeiner habe, jedoch während dem ganzen Prozess nie auf dem Tier reite.

Eine Coaching Session, die in der Regel wöchentlich stattfindet und einen halben Tag dauert, startet damit, dass Meier und der Kunde das Pferd auf der Weide holen und dieser den Vierbeiner putzt. Dies um einen ersten Kontakt herzustellen. «Aus der Art und Weise, wie der Coachee diese Aufgabe anpackt, kann ich schon vieles erkennen», sagt Christine Odette Meier. Bei der anschliessenden Wanderung führt der Klient die 650 Kilogramm Kraft durch die Landschaft. «Das Pferd reagiert dabei instinktiv und spiegelt das Verhalten des Coachee unverfälscht wieder. Stärken und Schwächen werden somit durch das Tier unmissverständlich aufgedeckt», erklärt Meier den Effekt. Pferde würden sich nicht um Status, Rang akademische Titel, Massanzüge oder teure Uhren kümmern sondern seien wertvolle und nicht wertende Boten, die unmittelbares Feedback geben.

Ihre Aufgabe als Coach sei es dann, Fragen zu stellen, Kernthemen herauszuschälen, die Sinne des Klienten für seine eigenen Ressourcen zu schärfen und Tools für anstehende Herausforderungen zu vermitteln. «Coaching ist die hohe Kunst des Fragens», sagt Meier. Bei der Nachbesprechung im Sitzungsraum werden Themen, die bei der Wanderung angesprochen wurden, ausgeleuchtet und vertieft. Zudem gibt es noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg. «Das kann zum Beispiel ein Logbuch sein, in welchem der Klient täglich Situationen aufschreiben muss, in denen er sich gestresst fühlt». Anhand der gestellten Aufgabe wird dann in der nächsten Sitzung weitergearbeitet.

Wagemutiges Experiment

Das pferdegestützte Coaching als Potenzialentwicklung, Burnout-Begleitung und «Vehikel» zur Reintegration am Arbeitsplatz dauert in der Regel drei bis sechs Monate und ist laut Christine Odette Meier, mit einer Quote von 98 Prozent, sehr erfolgreich. «Da ich mit dem Klienten gemeinsam ein Konzept erarbeite, um Lösungen zu finden und wir viel mit Bildern schaffen kann sich dieser, auch nach Beendigung des Coaching, immer wieder selber helfen», sagt sie.

imdialog2Die Idee eine Unterstützung in dieser Form anzubieten kam der 53-Jährigen vor sieben Jahren. Damals verlor sie ihre Stelle und stürzte in eine Lebenskrise. «Im Dickicht der Coaching-Fülle fand ich nichts, dass mich in meiner Umgebung genug angesprochen hat um mich aus dieser Situation rauszuholen», erinnert sich Meier. Als sie, die seit ihrer Kindheit reitet, auf dem Rücken des Vollblut-Rennpferds Viking durch den Wald trabte, befasste sich sich mit dieser speziellen Form der Coaching-Begleitung für Burnout-Betroffene und Menschen in „Lebenskrisen“. Aus dem wagemutigen Experiment wurde ein nachhaltiges Angebot das unter anderem von Banken, Versicherungen, Chemie, Airlines und in speziellen Fällen auch von der IV-Integrationsstelle genutzt wird. Siebzig Prozent der Klienten sind männlich. Das Durchschnittsalter liegt bei 45. Meier arbeitet mit Pferden in Oberwil, Biel-Benken und im Jura.

Schnelleres Handeln erforderlich

«Würden sich die HR-Verantwortlichen rascher an mich wenden, könnte viel persönliches Leid vermieden werden. Denn bei Burnout ist die ganze Familie mit betroffen und auch am Arbeitsplatz entstehen massive Lücken», sagt Meier. Doch nicht nur Menschen die an einem Burnout leiden werden an die Beraterin vermittelt. So kommen auch Frauen und Männer zu ihr, die eine Führungsfunktion in einem neuen oder schwierigen Team übernehmen müssen. Oder solche, denen wegen Restrukturierung der Arbeitsplatz gekündigt wurde.

Die Betroffenen werden während der Standortbestimmung und dem Coaching in ihren Fähigkeiten bestärkt und aufgebaut, damit sie sich wieder selbstsicher und unverkrampft auf den Bewerbungsprozess einlassen können.

Meiers Coaching-Angebot wird vornehmlich von Firmen gebucht und ist nicht Krankenkasse anerkannt. Doch egal welches Problem die Menschen zu Christine Odette Meier führt, ihr Ziel ist für alle dasselbe: «Meine Kunden sollen das Coaching mit Handlungsszenarien, neuen Impulsen und bestärkt in ihrem individuellen Erfolgspotenzial verlassen. Und somit die Chance kriegen, die Zügel des Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen».

Zehn Coaching Benefits mit dem Pferd als Co-Trainer

  1. Mit Neuem in Kontakt kommen und Ängste überwinden
  2. Emotionale Ebene aufdecken, zulassen und erfahre
  3. Sich selbst wieder spüren und die Wirkung der Körpersprache erfahre
  4. Beobachten, Handeln und Feedback geben lernen: Optimieren der Kommunikationsfähigkeiten
  5. Unbewusstes Verhalten aufdecken: Abgleich Eigenbild – Fremdbild
  6. Individuelle Ressourcen aufdecken, fördern und Resilienz stärken
  7. Sich abgrenzen, Nein sagen und trotzdem akzeptiert werden
  8. Selbstvertrauen stärken und «Chef-Funktion» einnehmen
  9. Verankerung Distanzierungsrahmen und relevantes Handwerkszeug
  10. Transfer in die Arbeitswelt

Für weitere Informationen klicken sie einfach auf das Logo:

IMDIALOG - Coaching Communication Consulting

Mit Pferden aus der Burnout-Falle., 9.8 out of 10 based on 32 ratings

VN:F [1.9.21_1169]
Rating: 9.8/10 (32 votes cast)
Comments

One thought on “Mit Pferden aus der Burnout-Falle.”


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.