Fach- und Führungskräfte Handwerker

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Archiv für die Kategorie „Ausbildung“

PostHeaderIcon Männer in Kinderkrippen stören…

…bestimmt nicht. Im Gegenteil. Die vorherrschende ‚Verweiblichung der Pädagogik’ behindert die ganzheitliche Förderung von Buben und mehr noch diese der Mädchen.

Über die Anstellungen in den Krippen liegen keine geschlechtsspezifischen Statistiken vor (Quelle: NZZ, Franco Bottini).

Kinderkrippen sind wirtschaftlich von hoher Bedeutung. Ohne sie geht nichts mehr rund in einer modernen Volkswirtschaft. Würden diese nur eine Woche im ganzen Land schliessen, dann bricht alles zusammen. Denn immer mehr Elternpaare bleiben berufstätig. Viele sind hoch qualifiziert und müssen am Ball bleiben, um ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten. Zudem gibt es auch Elternpaare, die gerne gemeinsam Teilzeit arbeiten. Sie können sich nicht immer auf die externe Betreuung ihrer Kinder durch Freunde, Eltern, Nachbarschaft oder gute Bekannte verlassen und nehmen daher die Betreuungsdienstleistungen von Kinderkrippen gerne entgegen. Andere sind auf den Zusatzverdienst dringend angewiesen, um mit zwei kleinen Einkommen die Familie finanziell über Wasser halten zu können. In den letzten Jahren wurden viele Hunderte neue Kinderkrippenbetriebe aus dem Boden gestampft, um den Andrang einigermassen in den Griff zu bekommen.

Das Personal vieler Kinderkrippen besteht praktisch nur aus Frauen.

Das muss sicher nicht schlecht sein. Ist es aber wirklich gut und richtig? Eignen sich Männer für die Ausbildung Fachpersonal Kinderbetreuung nicht? Aber sicher. Viele Väter ohne pädagogische Fachausbildung kümmern sich kompetent um den Nachwuchs und beweisen jeden Tag, dass auch sie ihren Beitrag zur elterlichen Erziehungspflicht beitragen. Warum sollen junge, männliche Fachkräfte in diesem Bereich keinen guten Job machen?

Die Gesellschaft besteht nun mal aus Frauen, Kindern und Männer verschiedener Altersstufen. Diese Realität widerspiegelt sich aber bei der Durchmischung des Personals vieler Kinderkrippen nicht. In vielen spielt der Mann als erzieherische Fachperson keine Rolle. Es gibt auch Kinderkrippen, die sich strikte weigern Männer einzustellen, obwohl diese über die passende Ausbildung verfügen, Empathie besitzen und die nötige Berufserfahrung mitbringen. Auch das ist eine starke Form der Diskriminierung. Zudem fördert die akzentuierte Nichtanstellung von Männern in Kinderkrippen, die Bildung von Klischees bei den Kids. Und das kann schon gar nicht im Interesse der Eltern sein.

Selbstverständlich sind Männer in Kinderkrippen unter stärkerer Beobachtung als Frauen. Pädokriminelle versuchen immer wieder in solchen Institutionen einen Job zu ergattern, damit sie ihren potentiellen Opfern nahe kommen.

Kinderkrippe St. Leonhard, Leonhardskrippe Basel -

Die Kinderkrippe St. Leonhard in Basel bildet seit Jahren erfolgreich junge Männer aus (Quelle: www.leonhardskrippe.ch)

Es gibt jedoch gut planbare Schutzmassnahmen, die dazu führen, dass Erzieher nie alleine mit den Kindern sind. Das schützt nicht nur explizit die Männer, die in solchen Kinderkrippen arbeiten, sondern die Kinder selber, die Eltern und den Ruf des Betriebes. Zudem ist es wichtig, wenn männliches Fachpersonal rekrutiert wird, dass mehrere Referenzen eingeholt wie auch eingehend geprüft werden und ein aktuelles Leumundszeugnis oder ein Auszug aus dem Strafregister vorliegt. Auch in der Krankenpflege arbeiten Männer. Auch dort besteht ein Missbrauchsrisiko. Aber kein Pflegeheim kann auf männliches Personal verzichten. Warum tun es die Kinderkrippen?

Die NZZ hat zu diesem Thema kürzlich einen Bericht verfasst. Nachfolgend können Sie einfach auf den Link klicken und den Beitrag lesen. Nicht männliche Softies oder ‚Weicheier’ arbeiten in solchen Krippen. Es sind stinknormale Männer, die Kinder aufrichtig lieben, ihren Job gerne ausüben und mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass aufgrund der personell ausgewogenen Durchmischung das Weltbild der Kinder stimmt. Die Diskriminierung und Herabsetzung der Männer ist genauso abzulehnen, wie die der Frauen!

 Krippen sollen mehr Männer einstellen (NZZ vom 24. März 2013)

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PostHeaderIcon Schülerbefragung 2013 in der DACH-Region: Schnupperlehren und Tages-Zeitungen sind in – Facebook und Co. sind out.

Jugendliche sind trendy, wenns um Kommunikation geht. Smartphones, Facebook & Co. bestimmen den Alltag. Retro sind die Kids der Y-Generation aber, wenns um den Einstieg in die Berufswelt geht. Die Mehrheit setzt auf Stelleninserate in Tages-Zeitungen und wählt für den First-Step in die Karriere die gute, alte Schnupperlehre. Bitter für Social-Media-Hyper: Facebook-Auftritten von Firmen schenken die Fachkräfte von morgen keine Aufmerksamkeit.

Wenns um die wirklich wichtigen Informationen im Leben geht – nämlich Karriere und Beruf – dann greifen auch die Kids der Y-Generation gerne zu «alten» Medien wie etwa der Tages-Zeitung. (Bild: Flickr/Pressetext/Good Pictures, Quelle: HR Today)

Zürich (pd/sr). Wer denkt, Schweizer Jugendliche gäben keinen Deut auf traditionelle Medien, den «guten Ruf» von Firmen und auf Ratschläge von Eltern und Freunden, der täuscht sich – oder hat wenig Ahnung von der Generation Y. Eine von StrimGroup durchgeführte Umfrage unter 2000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 17 Jahren in der Schweiz, Deutschland und Österreich fördert durchaus bemerksenwerte Resultate zu Tage. Social Medias und Smartphones bestimmen wohl die Freizeit, sind aber zweitrangig, wenn es um «Seriöses» geht – und dazu zählen die angehenden Arbeitnehmenden die Karriereplanung. Informationen über Berufe und mögliche Arbeitgeber werden gezielt via PC, Notebook oder aus Tageszeitungen bezogen. Auch Berufsberater und Berufsmessen haben als Informationsquelle einen hohen Stellenwert. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Firma CyTRAP Labs hervor. Die Zürcher Firma war an der Erhebung des Management-Beratungs-Unternehmens STRIM beteiligt.

Schlechter Ruf = keine oder nicht die besten Berufseinsteiger für Firmen

Zur Einschätzung eines potenziellen Lehrbetriebes orientieren sich Schweizer Schülerinnen und Schüler sehr stark am Ruf des Unternehmens als Lehrbetrieb, an dessen Image sowie an Erfahrungen während einer Schnupperlehre. Die Mädchen im Besonderen ziehen hierbei auch gerne die Familie und ihre Freundinnen zu Rate.

Die Haupterkenntnisse für die Schweiz sind:

  • 9,1 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler zählen Technik und Naturwissenschaften zu ihren Lieblingsfächern; Mädchen deutlich weniger als Jungen. Bei diesen belegt dieses Fach Platz 4.
  • Dort, wo Technikunterricht angeboten wurde (45 Prozent in der Befragung), beurteilten diesen die Jungen mit 64,5 Prozent als spannend bis sehr spannend, die Mädchen mit 37,5 Prozent.
  • Beim Attraktivitätsranking der Schweizer Unternehmungen belegten Apple, Raiffeisen und Google die Plätze 1 bis 3.
  • Spitäler und Verwaltungen haben gegenüber dem Vorjahr deutlich schlechter abgeschnitten, die Post verschlechterte sich von Rang 1 auf Rang 4.
  • Die Schweizer Grossbanken belegen die Plätze 5 (UBS) und 8 (Credit Suisse), was eine leichte Verbesserung darstellt.

Schnupperlehren sind für Unternehmen wichtiges Instrument im Kampf um Talente

98,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die bereits einen Lehrvertrag vorliegen haben, absolvierten vorab im Lehrbetrieb eine Schnupperlehre. Damit ist die Schweiz Spitzenreiter. Abgeschlagen folgen Österreich mit 47,4 Prozent und Deutschland mit 23,0 Prozent. 73,8 Prozent der in der Schweiz Befragten absolvierten zudem eine Schnupperlehre in einem anderen Betrieb im selben Beruf. Stolze 84,8 Prozent antworteten auf die Frage «Ist der Lehrbetrieb das Wunschunternehmen?» dann auch mit «ja».  «Die Bedeutung der Schnupperlehre ist für alle Beteiligten immens hoch. Die Jugendlichen erhalten dadurch einen guten Einblick in den Lehrbetrieb und in die Inhalte des jeweiligen Lehrberufes. Lehrbetriebe lernen sowohl Fach- als auch Sozialkompetenzen der jungen Menschen sehr gut kennen» sagt Volker Mayer, CEO der STRIMgroup AG und Mitautor der Studie.

Bitter für Social-Media-Hyper: Facebook & Co. haben bei der Job-Suche der Jugendlichen keine Bedeutung

Facebookseiten von Unternehmen mit Lehrstelleninformationen spielen für die Jugendlichen faktisch keine Rolle. Mit 65,6

Von Kindsbeinen an Trendsetter: Die Generation Y kommt ohne das Smartphone und ohne Social Media nicht mehr aus – ausser, wenn es um die Berufsplanung geht. (Bild: Flickr/Akiko, Quelle: HR Today)

Prozent liegen die Webseiten öffentlicher Stellen, wie z.B. LENA, klar auf Position 1; gefolgt von Suchmaschinen mit 34,4 Prozent sowie Unternehmenswebsite und – abgeschlagen – Blog mit 15,9 Prozent.  «Die Studienresultate zeigen, dass Schüler und Schülerinnen vor allem Webseiten und Firmenblogs nutzen, um Informationen über die Lehre in den Unternehmen zu erhalten», erklärt Urs E. Gattiker, CEO von CyTRAP Labs GmbH und ebebfalls Mitautor der Studie. «Dieselben Angebote auf Facebook nutzen die Schülerinnen und Schüler hingegen kaum. Die Studienresultate werden Folgen haben für das Rekrutierungsmarketing im Web 2.0 und dadurch werden sie die Rekrutierung verändern.»

Die Schülerbefragung

Die Online-Umfrage fand vom 4. Februar bis zum 1. Mai 2013 statt. Die Ermessensstichprobenerhebung wurde mit Schülerinnen und Schülern des 9. bis 12. Schuljahres (Österreich: 428 Teilnehmer), des 7., 8. und 9. Schuljahres (Schweiz: 1’158 Antworten) sowie des 9. bis 12. Schuljahres (Deutschland: 698 Teilnehmer) durchgeführt. (pd)

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PostHeaderIcon Das Chaos im Weiterbildungsmarkt ist Wirklichkeit geworden.

Sie wollen eine Weiterbildung machen und stürzen sich in die Angebote. Nach kurzer Zeit haben sie die Übersicht verloren. Sie befinden sich in bester Gesellschaft.

Das Ziel ist klar! Rollt die ‘Weiterbildungskugel’ auch in die richtige Richtung?

Weiterbildung entscheidet heute ganz klar über das berufliche Fortkommen und die Einkommenssituation. Zudem verbessert sie auch die Arbeitsmarktfähigkeit und den Erhalt dieser. Das wissen heute die meisten. Ohne geht es gar nicht mehr. Aber die Suche nach der richtigen Weiterbildung ist zu kompliziert geworden!

Weiterbildung ist, je nach Angebot, nicht einfach für einen Fünfer zu haben. Diese kann richtig ins Geld gehen. Ärgerlich wird es dann, wenn man sich für den falschen Anbieter entschieden hat, viel Geld ausgibt wie auch Zeit investiert und während der Ausbildung feststellen muss, dass der Marktwert der Ausbildung oder die Nachfrage nach dem Wissen irrelevant ist.

Die Politik hat das Problem nun endlich erkannt. Der Ausbildungsdschungel kann nicht so weiter wuchern.

Zu viele Angebote sind wertlos und bringen die Absolventen und Absolventinnen nicht weiter. Andere Angebote der Bildungsindustrie sind zum Teil massiv überteuert und die Inhalte schal wie warmes Bier.

PersonalRadar hat auf diese Misere schon oft aufmerksam gemacht. Es wird wirklich Zeit, dass der Ausbildungsdschungel nicht weiter wuchern kann und verbindliche Strukturen in Sachen Qualität, Bedürfnis und Nachfrage endlich mehr zur Geltung kommen. Dass mit Ausbildung Geld verdient werden kann, ist in Ordnung. Schliesslich ist auch der Bildungsmarkt ökonomischen Prinzipen ausgesetzt. Aber es kann nicht sein, dass die Bildungshungrigen und Bildungsbedürftigen oder deren Arbeitgeber investieren und den Einsatz verlieren.

Das Schweizer Nachrichtenmagazin 10vor10 hat kürzlich über diese Misere berichtet. Mit diesem LINK geht es gleich zum Beitrag. Zudem möchte PersonalRadar noch auf diese schon publizierten Beiträge verweisen, die zu diesem Thema in irgend einer Form schon Stellung nahmen.

Nachfolgend noch weitere Beiträge zu diesem Thema. Klicken Sie einfach auf den Titel:

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PostHeaderIcon Die höhere Berufsbildung kommt nicht zum Höhepunkt…

…ohne finanzielle Stimulans von aussen. Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz ist exzellent. Jugendliche haben Perspektiven und werden angemessen fit gemacht für die Anforderungen auf den modernen Arbeitsmärkten. Die finanzielle Last der Weiterbildungen ist jedoch ungerecht verteilt.

Die Kombination Berufsschule und Betrieb für die Ausbildung junger Berufsleute hat sich für die Schweiz als Segen erwiesen und wird immer wieder als beispielhaft bezeichnet. Die Betriebe bilden den Nachwuchs aus, der für den unternehmerischen Fortbestand von grosser Wichtigkeit ist. Junge Lernende kommen somit ganz schnell mit der praktischen Berufswelt in Kontakt und können die Theorie anwenden. Aber das reicht nicht mehr. Das Bedürnis der Unternehmen nach Spezialwissen nimmt immer stärker zu. Insbesondere kleinere bis mittelgrosse Unternehmen sind dringend darauf angewiesen, dass junge Berufsleute, die zum Beispiel einen handwerklichen Beruf erlernt haben, sich später zu Fachspezialisten und Führungskräften weiterbilden. Sehr oft sind solche Weiterbildungen kostspielig und übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Bildungsinteressierten. Und hier liegt die Krux.

Das neue Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat erkannt, dass die Bedeutung der höheren Berufsbildung gestärkt werden muss. Die Stossrichtung geht dahingehend, dass diese Art von Berufsbildung der Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität gleich gestellt wird. Gehen nämlich der Schweiz diese Fachkräfte aus, weil man sie vernachlässigt, dann gehen bald die Lichter aus. Zum Beispiel: Ein Bauführer, ein Revisionsexperte, ein Wirtschaftsinformatiker oder ein Marketingexperte sind wichtige Berufsleute, deren Wissen in vielen Unternehmen unverzichtbar sind. Die Universitäten und Fachhochschulen werden von der öffentlichen Hand mit Milliarden, genau genommen mit ca. 6 davon, unterstützt. Für die höhere Berufsbildung bleibt praktisch nichts übrig. Will der Buchhalter sich zum Revisionsexperte weiterbilden ist er auf den Goodwill seines Arbeitgebers oder auf seine eigenen finanziellen Ressourcen angewiesen.

Ein Schreiner zum Beispiel, der sich für die Meisterprüfung interessiert, muss für diese Weiterbildung ca. CHF 50’000.- aufwenden. Darüber hinaus muss er noch substanzielle Arbeitszeit opfern und Einkommenseinbussen akzeptieren, um den anspruchsvollen Lernstoff bewältigen zu können. Studenten der Humanmedizin berappen gerade einen Bruchteil dieser Kosten in Form von Studiengebühren. Der ganz grosse Rest übernimmt der Steuerzahler. Unter anderem auch der angehende Schreinermeister. Das ist nicht gerecht.

Das Berufsbildungsgesetz sollte nun in den nächsten Jahren angepasst werden, damit die Finanzierung der höheren Berufsbildung nicht nur bei den Arbeitgebern und Arbeitnehmenden hängen bleibt. Die gute Arbeitsmarktfähigkeit vieler jungen Menschen, die nach der Lehre auf den Arbeitsmarkt kommen, beruht auf der pragmatischen Mischung von solider Theorie und nachhaltiger Praxisanwendung dieser. Akademisches Wissen ist wichtig. Aber es repariert kein WC und erstellt keine Pläne des Haustechnikplaners.

Die höhere Berufsbildung trägt ganz stark zum Wohlstand dieses Landes bei. Wir sehen die Auswüchse einer falsch aufgesetzten Bildungspolitik zum Beispiel in Grossbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Viele junge Menschen lernen viel unnützes theoretisches Wissen, das sie auf den lokalen Arbeitsmärkten nicht brauchen können. Die praktische Kompetenz erwerben sie sich durch jahrelange Berufserfahrung und erreichen trotzdem nie die Exzellenz, die gewisse Fachbereiche einfach benötigen. Die Jugendarbeitslosigkeit in diesen Ländern ist erschreckend hoch. Es eignen sich nun mal nicht alle für die Universität. Viele wandern aus oder resignieren. Schlimm daran ist, dass die vielen hoffnungsvollen Talente für wenige Silberlinge verscherbelt und auf dem Altar falscher Bildungspolitik geopfert werden. Sie werden diesen Volkswirtschaften einmal bitter fehlen.

Die Diskussion um den Wert und die Zukunft höherer Berufsbildungen kann man nicht nur den spezialisierten akademischen Zirkeln und sogenannten ‚Think Tanks’ überlassen. Zu oft kommt aus diesen Nischen nicht mehr als ‚erkenntnishermeneutische Warmluft’, die uns nicht wärmt.

Es sind auch Sozialpartner und die Unternehmen gefordert ihre Interessen anzumelden. Akademische Bildung ist unverzichtbar. Die höhere Berufsbildung mit klarem Bezug zur praktischen Arbeitswelt ebenso.

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PostHeaderIcon Die neue Wirtschaftsgrippe: Morbus Diplomitis.

Sie stecken in einer Ausbildung? Dann stecken sie voll im Trend. Ausbildung ist gut. Der Wahn, jeden Ausbildungsmist auch noch zu diplomieren, nimmt überhand.

Immer mehr Berufstätige erkennen den Wert einer Weiterbildung. Gerade junge Menschen nutzen die vielen Möglichkeiten und bilden sich emsig weiter. Die Bildungsindustrie nutzt das auch fleissig und bietet viele Weiterbildungsmöglichkeiten an, deren Nutzen nichts nützt.

Nicht jedes Diplom fördert die berufliche Entwicklung...Die Bildungsanbieter stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck und der Wettbewerb ist mörderisch. Wer nicht mithält fällt vom Karren, wird vom aggressiven Bildungsmarkt überrollt und von den Bildungshungrigen nicht mehr berücksichtigt. Das treibt zuweilen seltsame Blüten in der Bildungslandschaft. Kein Tag vergeht ohne neues Bildungsangebot. Zuweilen reibt man sich ungläubig die Augen über die vielen bizarren Angebote. Die eigentlichen Bildungsziele – es muss ja wirtschaftlich auch Sinn machen – können gelegentlich nur über Vor- und Zwischenausbildungen erreicht werden. Hat man diese quasi im Sack, dann kann man davon ausgehen, dass man zu den nächsten Bildungslehrgängen auch zugelassen wird. Somit können Bildungsstrecken zum Marathon werden bis man die Ziellinie schlussendlich erreicht. Im Geldsack ist dann nicht mehr viel vorhanden, weil solche Ausbildungen kostspielig sind und nicht jeder Arbeitgeber diese ganz oder mitfinanziert.

Viele Diplome, die diese Bildungsindustrie druckt und damit auch hoffnungsvolle Menschen auf den Arbeitsmarkt entlässt, sind total wert- und nutzlos. Sie sind nicht anerkannt, man kennt den eigentlichen Wert oder den inneren Gehalt der Ausbildung nicht und die Vielfalt an Abschlüssen trägt dazu bei, dass die Wirtschaft langsam aber sicher die Übersicht verliert. Gerade Absolventen/-innen von guten Ausbildungen machen dann die Erfahrung, dass sie mehr und mehr Konkurrenz aus der Billig- und Schmuddelecke erhalten und diese Mitbewerbenden die Selektionsbemühungen unnötig verlängern, weil selbst gut Informierte sich zuerst gründlich ein Bild machen müssen, ob eine Ausbildung nun das bietet was man im Betrieb auch sucht und nötig hat.

Der Morbus Diplomitis ist eine hartnäckige Krankheit. Hoffentlich finden die staatlichen Bildungslenker bald gute Wirkstoffe, um diese um sich greifende Epidemie wieder in den Griff zu bekommen.

Bildung ist gut. Sie macht die Gesellschaft und die Wirtschaft stark und widerstandsfähig. Sie trägt zum grossen Erfolg und Wohlstand dieses Landes viel bei. Viele sind aber verunsichert und verlieren über die wilde ‚Bildungstopografie’ die Übersicht. Welche Weiterbildung führt auf den Gipfel und welche einfach ins nächste Tal? Ein reichhaltiges Bildungsangebot ist per se immer gut. Wenn es dann auch noch intensiv genutzt wird, umso besser. Viele dieser Angebote lassen aber den Mehrwert im Vergleich zum aufgebrachten Geldwert eindeutig vermissen. Was nützt die blinde Bildungswut und die vielen schönen Diplome auf Büttenpapier mit dicken Siegeln versehen, wenn sie nichts bringen? Das bleibt ein Hürdenlauf ohne gestoppte Zeit.

Kürzlich hat Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters, im Editorial mit dem Titel ‚Die blinde Jagd nach Diplomen’ in der Ausgabe 26 vom 21. Dezember 2012 folgende Aussage gemacht:

‚Der Weiterbildungsmarkt ist längst unüberschaubar, doch er wird nach Kräften weiter gefördert’

Da hat er in der Tat den wunden Punkt getroffen. Es braucht Regeln, Leitplanken und Richtlinien, die den Bildungsmarkt übersichtlicher gestalten. Aber kleinkarierte, dirigistische Massnahmen, die wieder alles übernormieren, sind sicher der falsche Ansatz. In seinem Editorial schreibt er weiter:

Nicht jedes Diplom fördert die berufliche Entwicklung...‘Es ist zu hoffen, dass hier nicht bürokratisch überreguliert und –reglementiert wird. Was wir brauchen, ist kein durchnormierter und kontrollierter Weiterbildungssupermarkt für jedermanns Selbstverwirklichung. Es genügen klare Kriterien zur Orientierungshilfe und ein möglichst auf die Bedürfnisse des Stellenmarkts ausgerichtetes subventioniertes Grundangebot, das insbesondere jene fördert, deren Jobchancen im Interesse des ganzen Landes erhöht werden sollen. Alles, was darüber hinausgeht, darf ruhig dem Markt überlassen werden.’

Der Chefredaktor des Beobachters bringt es glasklar auf den Punkt: Diplome auf Vorrat bringen nichts. Schon gar nichts für die Wirtschaft. Alles andere ist Privatsache.  Der Artikel wurden von den Journalistinnen Claudia Imfeld, Nicole Krättli und Susanne Loacker recherchiert und unter dem Titel ‚Keine Zukunft trotz Diplom? Über fünf Milliarden Franken geben die Schweizerinnen und Schweizer jährlich für Weiterbildung aus. Lohn sich das wirklich?’ publiziert. Mit diesem LINK kommen Sie gleich zum sehr lesenswerten Beitrag!

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PostHeaderIcon Was nützt der Wirtschaft eine weitere Lizentiatsarbeit über das Frühmittelalter?

Man könnte die Frage ganz kurz, einfach und schnöd mit ‚nichts’ beantworten. Das ist stark wahr und doch schwach falsch.

Der wichtigste Motor der schweizerischen Wirtschaft

Der wichtigste Motor der schweizerischen Wirtschaft…

Die ausgezeichneten Universitäten der Schweiz produzieren viele fähige Akademikerinnen und Akademiker. Es wird viel studiert, geforscht und publiziert. Die Zahl der Studierenden, die einen sozial- und geisteswissenschaftlichen Abschluss vorweisen können, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Unsere Gesellschaft war noch nie so gut gebildet wie heute. Akademische Bildung bedeutet aber auch eine volkswirtschaftliche Aufgabe und Bürde.

Die bezahlten Gebühren der Studierenden decken nie die eigentlichen Kosten der universitären Bildungsangeboten. Die Wirtschaft leidet jedoch an einem starken Mangel an Fachkräften. Der ‚MINT–Quench’ ist einfach eine Tatsache. In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fehlt es an allen Ecken und Enden. Die Wirtschaft leidet enorm an diesem Mangel. Die vielen Jobportale widerspiegeln diese Tatsache. Ob der Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung) für die geisteswissenschaftliche Fächern wirklich die richtige Massnahme ist, kann an dieser Stelle ohnehin nicht beantwortet werden.

Die MINT-Studienrichtungen verlangen viel und sind steinhart betreffend Anforderungen. Da geht nichts mit einer lauwarmen Einstellung. Diese steht man auch nur durch, wenn Studierende wirklich von ihrem Fachgebiet überzeugt sind. Der Arbeitsmarkt saugt diese aber nach Ende des erfolgreich abgeschlossenen Studiums mit Leichtigkeit auf. Das kann man von Absolventen/-innen von geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen nicht immer behaupten. Viele suchen lange nach der passenden Stelle, die zu ihrem hoch spezialisiertem Fachwissen passt, werden leider oft genug nicht fündig und landen dann in einer anderen Berufssphäre, wo das hart erworbene Wissen nicht die Wirkung entfalten kann.

An dieser Stelle sei die Bemerkung erlaubt, dass sozial- und geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen anspruchsvoll wie auch unverzichtbar sind und unbestritten volkswirtschaftlich wichtige Werte schaffen. Wenn jedoch zu viele in diesem Bereich ausgebildet sind und der Arbeitsmarkt diese gescheiten und hoch qualifizierten Arbeitskräfte nicht absorbieren kann, dann stimmt etwas mit dem System nicht. Die Wirtschaft braucht seit langem und immer dringender kluge Köpfe in den MINT-Fachgebieten. Die Unis haben in diesem Land genügend Kapazität solche Fachkräfte ausbilden zu können. Leider herrscht kein Gedränge im Vorlesungssaal. Physik, Mathematik, Chemie, Maschinenbau, Ingenieurwissenschaften und Informatik sind wichtige Wissensgebiete. Dieses Land kann seine hervorragende Position in Sachen Forschung und Innovation aber nur halten, wenn das Wissen zur Verfügung steht und darüber hinaus die wissenschaftlichen Beziehungsnetze im Bereich MINT auch gepflegt werden.

Der Import von klugen Köpfen aus dem Ausland kann sicher Lücken schliessen, ist ein probates Mittel und eine günstige Zuhilfenahme, um das System am Laufen halten. Darauf verlassen kann man sich nie.

Verändern sich die Rahmenbedingungen, dann suchen diese ‚Wissensnomaden’ andere Wirkungsgebiete, die grüneres Gras bieten. Andere Länder rüsten mächtig auf und versuchen mit allen Mitteln hochqualifizierte Intelligenz abzuwerben.

Am 2. Januar 2013 wurde vom schweizerischen Nachrichtenmagazin 10vor10 ein interessanter Beitrag zu diesem Thema mit dem Titel ‘Sozial- und Geisteswissenschaften droht der Numerus Clausus. Klicken Sie auf diesen LINK und sie kommen gleich zum Beitrag.

Auch Prof. Dr. Rudolf Minsch, Chefökonom der economiesuisse, nimmt zu diesem Thema in der Basler Zeitung vom 3. Januar 2013 klar Stellung dazu. Sein folgendes Statement lässt aufhorchen:

Prof. Dr. Rudolf Minsch

Prof. Dr. Rudolf Minsch

“Die Schweiz ist mittlerweile neben Österreich das einzige Land in Europa, das den freien Zugang zu den Hochschulen kennt. Dieses System hat Vor-, aber auch Nachteile. Wir kritisieren nicht den freien Zugang, sondern dass sich die Hochschulen noch wenig Gedanken machen, was, wie viel und für wen sie ausbilden. Auch ein Universitätsstudium ist in erster Linie eine Ausbildung. Wichtig wird es sein, dass die Hochschulen von der Idee «Je mehr Studierende desto besser» wegkommen.”

Mit diesem LINK kommen Sie gleich zum ganzen Artikel.

Ob ein Numerus clausus für sozial- und geisteswissenschaftliche Fächer wirklich die Lösung schlechthin ist, wird sicher weiter heftig und leidenschaftlich diskutiert werden. Das ist gut so und der Beginn einer möglichen Neuorientierung. Nicht alles muss den wirtschaftlichen Notwendigkeiten zum Opfer fallen. Nichts alles kann wirtschaftlich sein. Aber es kann auch nicht richtig sein, das strategisch wichtige Bereiche unserer Wirtschaft langsam aber sicher trocken gelegt werden, weil das Wissen versiegt. Dieses Bereiche erzeugen immer noch eine sehr hohe Wertschöpfung und sind für den nach wie vor stabilen Wohlstand in diesem Land mit verantwortlich.

Der wichtigste Rohstoff der Schweiz...

Der wichtigste Rohstoff der Schweiz…

PersonalRadar möchte mit den nachfolgenden Links noch auf ähnliche Beiträge verweisen, die schon mal diese Problematik zum Thema hatten. Klicken Sie einfach auf den jeweiligen Titel und Sie kommen direkt zum Beitrag:

  1. Mint hat nichts mit frischem Atem zu tun. Deutschland eine Arbeitswüste für hoch qualifizierte ausländische Spezialisten

  2. Die Ignoranz der Inumeranten. Ohne Mathe kein Müsli

  3. Lieber Inder statt Kinder? Ist die schlechte Note in Mathematik wirklich megageil?

  4. ‘Intelligenz ja – aber i-Tüpfelchen sind Fleiss und Disziplin’

  5. Der ‘Brain-Drain’ der anderen löst in der Schweiz ein ‘Brain-Rain’ aus. Hoffentlich auch weiterhin

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PostHeaderIcon Junge Männer sagen «nein danke» zum Lehrerberuf.

HR TodayViele männliche Jugendliche entscheiden sich schon sehr früh gegen den Beruf des Lehrers. Dies hat eine vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Studie der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH Zürich) ergeben. Tatsächlich hat der Job ein Imageproblem. Dieses zeigt sich, wenn Lehrpersonen – wie zufällig ebenfalls heute geschehen – gegen «chronische Überlastung» protestieren (ein Beitrag von: HR Today).

Massnahmen gegen den Mangel an Lehrern müssten bereits in der Primarstufe erfolgen, heisst es in einer Mitteilung der PH Zürich vom Freitag. Wichtige Gründe, die für die Wahl des Lehrerberufs genannt wurden, sind die hohen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die Praxisorientierung, die Möglichkeit von Teilzeitarbeit sowie die Freude am Umgang mit Kindern.

Ein immer selteneres Bild - ein Lehrer. Männer wählen den Beruf zu selten (Quelle: HR Today)

Ein immer selteneres Bild – ein Lehrer. Männer wählen den Beruf zu selten (Quelle: HR Today)

Anteil von 20 Prozent an Primarschulen

Vor 50 Jahren lag in der Schweiz der Anteil von Lehrern an den Primarschulen noch bei 60 Prozent. Heute sind es gerade noch 20 Prozent. Ein Team von vier Forscherinnen der PH Zürich wollte herausfinden, weshalb junge Männer sich überhaupt für den Lehrerberuf entscheiden. Es befragte angehende männliche Lehrpersonen zu den Gründen ihrer Studienwahl. Grossen Einfluss für den Berufsentscheid hatten laut der Mitteilung Familienmitglieder und Bekannte, die als Lehrerinnen oder Lehrer tätig sind. Die Befragten gaben an, sie seien vor allem durch ihre Väter unterstützt worden, jedoch kaum durch Laufbahnberater oder -beraterinnen oder Gymnasiallehrpersonen.

Die Entscheidung gegen den Lehrerberuf fällt bei Gymnasiasten oft bereits zu Beginn der Mittelschule, wie eine Zusatzbefragung bei 15-jährigen Gymnasiasten ergab. Nur 12 Prozent der Schüler zogen es in Betracht, Lehrer zu werden.  Die Forscherinnen kommen zum Schluss, dass frühe Interventionen nötig sind, um den Männeranteil unter den Lehrpersonen anheben zu können.

Als Primarschüler padagogische Erfahrungen sammeln

Gemäss der Forschungsgruppenleiterin Christine Bieri Buschor sollten die Schüler bereits in der Primarschule dazu ermuntert werden, pädagogische Erfahrungen zu sammeln. Möglich sei dies in altersdurchmischten Lerngruppen oder in der freiwilligen Jugendarbeit, in einem Sportverein oder als Nachhilfelehrer. Wichtig sei aber auch, dass Gymnasiasten in Gesprächen mit der Studienberatung auf den Lehrberuf aufmerksam gemacht werden. Laut Bieri Buschor wird heute in den Gymnasien häufig nur ein Studium an einer Universität oder an der ETH in Betracht gezogen. Mehr Primarlehrer könnten auch durch die Umschulung von Quereinsteigern gewonnen werden. Diesen Weg habe die PH Zürich bereits eingeschlagen, heisst es in der Mitteilung.

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PostHeaderIcon GAV Personalverleih: Neue Perspektiven dank Bildung.

Seit dem 1. Juli dieses Jahres können Temporärarbeitende von temptraining, dem Fonds für Weiterbildung, profitieren. Ein Angebot, das sich zu nutzen lohnt. (Ein Beitrag von: Monika Rüeger, swisssstaffing).

Weiterbildung stiftet persönlichen und gesellschaftlichen Nutzen. Wer sich bildet, entwickelt neue Fähigkeiten, erweitert sein Netzwerk, sichert seine Position oder gewinnt neue berufliche Perspektiven. Auch für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ist der Bildungsstand der Bevölkerung von grosser Bedeutung. Wird durch Weiterbildung Arbeitslosigkeit vermieden, fallen zudem weniger soziale Kosten an. Erzielt jemand einen höheren Lohn, profitiert der Staat in Form von höheren Steuereinnahmen.

Profil der Gesuchsteller

Viele Arbeitgeber leisten einen Beitrag an die Weiterbildung ihrer Angestellten. Sei es in Form von zeitlicher oder finanzieller Unterstützung. Bisher waren die meisten Temporärarbeitenden benachteiligt, da sie ihren Arbeitgeber oder Einsatzbetrieb häufig wechseln. Denn eine Investition in Bildung tätigt nur, wer einen mittelfristigen Nutzen sieht. Geht ein Arbeitgeber davon aus, dass sein Angestellter in wenigen Wochen oder Monaten nicht mehr für ihn tätig ist, wird er dessen Weiterbildung kaum unterstützen. Dank dem neuen GAV Personalverleih und dessen Fonds für Weiterbildung fördert die Branche die Weiterbildung von Temporärarbeitenden nun solidarisch.

Das dient dem Temporärarbeitenden, den Personaldienstleistern und den Einsatzbetrieben. Bis im Oktober sind bei temptraining 500 Gesuche im Wert von 500’000 Franken eingegangen. Davon wurden 370 Gesuche bewilligt, 90 sind pendent und 40 mussten abgelehnt werden. Zwei Drittel der Gesuchsteller sind Männer. Diese Zahl entspricht dem demografischen Profil der Temporärarbeitenden. So auch das Durchschnittsalter der Gesuchsteller, welches bei 33 Jahren liegt. Besonders beliebt sind Sprachkurse sowie Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft und Logistik. Dass im Vergleich zur erwerbstätigen Bevölkerung in der Temporärbranche überdurchschnittlich viele Grenzgänger oder Personen mit Migrationshintergrund arbeiten, spiegelt sich in der Anzahl der eingehenden Gesuche:

  • Zwei Drittel stammen von Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit,
  • ein Drittel von Schweizern.

Somit leistet temptraining einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Leistungen von temptraining

Die Anspruchsvoraussetzungen sind bewusst tief gehalten. Unter keinem anderen Gesamtarbeitsvertrag haben Mitarbeitende bereits nach 22 Arbeitstagen Anspruch auf Weiterbildungsleistungen. Dies war der Hauptgrund, weshalb Temporärarbeitende in der Vergangenheit nicht von existierenden Branchen- und Weiterbildungsfonds profitieren konnten. Obwohl sie darin einzahlten, wenn sie in der jeweiligen Branche tätig waren. Durch den GAV Personalverleih hat sich die Situation für Temporärarbeitende deutlich verbessert. Der Grundgedanke von temptraining ist ein solidarischer. Würden alle Temporärarbeitenden Leistungen beziehen, könnte niemand von einem sinnvollen Betrag profitieren. Aktuell entrichtet temptraining bis zu 5000 Franken pro Jahr an Weiterbildungen und bis zu 2300 Franken an Erwerbsausfallentschädigung.

Ziel des Weiterbildungsfonds ist es, die Arbeitsmarktfähigkeit von Temporärarbeitenden zu erhalten und zu steigern.

Temptraining berät und unterstützt die Gesuchsteller. Damit die Information zu allen anspruchsberechtigten Personen gelangt, spielen die Personalvermittler eine wichtige Rolle. Zusätzlich leisten viele von ihnen einen wichtigen Service, indem sie ihre Mitarbeitenden beraten und sie motivieren, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Gesuch stellen

Weiterbildung ist die beste Medizin gegen den Verlust der Arbeitsmarktfähigkeit

Weiterbildung ist die beste Medizin gegen den Verlust der Arbeitsmarktfähigkeit

Die Nutzung des Fonds für Weiterbildung ist freiwillig. Temporärarbeitende, die davon profitieren möchten, stellen bei temptraining vor Kursbeginn ein Gesuch. Stellvertretend kann der Personalvermittler diese Aufgabe übernehmen. Temptraining prüft, ob die erforderliche Anzahl Arbeitsstunden geleistet und der GAV-Beitrag entrichtet wurde. Zudem muss das gewünschte Bildungsinstitut im Verzeichnis von temptraining aufgeführt sein. Der Gesuchsteller erhält schriftlichen Bescheid von temptraining, üblicherweise innert fünf bis zehn Arbeitstagen nach Gesucheingang. Eine Ausnahme sind Bildungsmassnahmen im Sekundär- und Tertiärbereich, dort beträgt die Entscheidungsfrist ein bis zwei Monate. Wichtig ist, dass der Temporärarbeitende sich selber beim Bildungsinstitut für den genehmigten Kurs anmeldet und die Rechnung begleicht. Temptraining entrichtet den gesprochenen Betrag am Ende des Kurses, vorausgesetzt, der Temporärarbeitende hat regelmässig am Unterricht teilgenommen. Um die Auszahlung vorzunehmen, benötigt temptraining eine Kurs- und Zahlungsbestätigung. Lohnausfallentschädigung kann beantragt werden, wenn der Kurs werktags stattfindet (Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr), mindestens vier Stunden dauert und der Gesuchsteller gegen Unfall versichert ist. Besteht zwischen dem Zeitpunkt des letzten Arbeitseinsatzes und dem Eingang des Gesuchs ein Zeitraum von über 6 Monaten, erlischt das Anrecht auf Lohnausfallentschädigung. Im Gegensatz dazu erlischt das Recht auf Weiterbildungsleistungen erst zwölf Monate nach dem letzten Temporäreinsatz. Massgeblich ist der Beginn der Weiterbildung.

Kursangebot temptraining leistet Beiträge an Kurse, die der beruflichen Entwicklung und damit verbunden der Arbeitsmarktfähigkeit dienen. Hohe Priorität kommt der Arbeitssicherheit zu. Aus diesem Grund können Gesuche für diese Art von Kurs bereits nach einem einzigen Arbeitstag gestellt werden (anstatt nach 22 Arbeitstagen). Bezüglich Kursinhalt sind die Temporärarbeitenden weitgehend frei: So kann sich ein Bauarbeiter fachbezogen beim AZ SBV weiterbilden, bei der Migros Klubschule einen PCKurs belegen oder einen SUVA-anerkannten Arbeitssicherheitskurs besuchen. Auch Nachholbildung ist möglich. Genauso wie Lehrgänge im Tertiärbereich. Jedoch gelten für diese zwei Bereiche spezielle Bedingungen. Einzig Freizeitkurse sowie Angebote, die der Persönlichkeitsentwicklung oder Wiedereingliederung dienen, sind ausgeschlossen.

Die grosse Wahlfreiheit zeichnet den Fonds des GAV Personalverleih aus. Das ist wichtig, weil im Temporärbereich viele Personen in einer Position tätig sind, die nicht ihrem erlernten Beruf entspricht.

Berufsbildung hat eine schnell verlaufende Zerfallszeit. Ohne Weiterbildung bilden sich in Bälde Luftblasen...

Berufsbildung hat eine schnell verlaufende Zerfallszeit. Ohne Weiterbildung bilden sich in Bälde Luftblasen…

Einige möchten in einem fremden Bereich Erfahrungen sammeln, andere sind dort tätig, weil sie im gelernten oder angestrebten Beruf keinen Job finden konnten. Der Fonds für Weiterbildung ermöglicht den Temporärarbeitenden, sich die im angestrebten Berufsfeld erforderlichen Qualifikationen anzueignen. Qualitätsmerkmale der Bildungsinstitute Das Bildungsverzeichnis von temptraining, auf www.temptraining.ch publiziert, enthält rund 700 anerkannte Bildungsinstitute. Gesuchsteller können so im Voraus prüfen, ob das von ihnen ausgewählte Bildungsinstitut von temptraining anerkannt ist. Bezüglich Qualität stützt sich temptraining auf ausgewiesene Partner: Die anerkannten Bildungsinstitute sind von eduQua zertifiziert oder vom Staat und/oder vom jeweiligen Branchenverband anerkannt. Ihr Angebot muss öffentlich ausgeschrieben und zugänglich sein.Ausschliesslich innerbetriebliche Weiterbildungen werden nicht durch temptraining finanziert. Das Bildungsverzeichnis wird laufend erweitert. Erfüllt ein Bildungsinstitut die Kriterien von temptraining, so wird es gerne aufgenommen.

Weiterbildung zahlt sich aus

Eine gute Ausbildung steigert die Vermittlungschancen. Der Personaldienstleister kann durch die neuen Weiterbildungsmöglichkeiten auch suboptimal qualifizierte Kandidaten zum erforderlichen Anforderungsniveau führen. Generell erhöhen Weiterbildungsmöglichkeiten die Attraktivität eines Arbeitgebers, ob für tiefer qualifizierte Mitarbeiter oder für Fachkräfte. Setzt der Personaldienstleister den Weiterbildungsfonds des GAV Personalverleih strategisch ein, so leistet er einen Beitrag an gelungenes Employer Branding.

Berufsberatung

Die meisten Gesuchsteller wissen, bei welchem Anbieter sie welchen Kurs besuchen möchten. Hin und wieder benötigt aber jemand Unterstützung: sei es in Form einer Laufbahnberatung oder bezüglich Informationen zum Bildungsangebot in einem spezifischen Bereich. Hier leisten neben den jeweiligen Branchenverbänden die kantonalen Berufsbildungszentren (BiZ) wertvolle Dienste: Ein Teil davon ist kostenlos, der andere honorarpflichtig.

Das Adressverzeichnis der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen findet sich unter www.adressen.sdbb.ch. Für die Suche im Internet bietet sich WAB an, die Datenbank aller Weiterbildungsangebote. Sie enthält Informationen zu über 30’000 Kursen und Lehrgängen von der beruflichen Weiterbildung über Hochschulangebote bis zur allgemeinen Erwachsenenbildung. Das Angebot wird von den kantonalen Stellen aktualisiert. Im Gegensatz zum Bildungsverzeichnis von temptraining kann auf Kursebene gesucht werden: www.berufsberatung.ch, unter der Rubrik Laufbahn/Weiterbildungsangebote (WAB). Wichtig: Wer Leistungen von temptraining geltend machen möchte, prüft vor Kursanmeldung, ob das gewählte Bildungsinstitut im Bildungsverzeichnis von temptraining aufgeführt ist: www.temptraining.ch.

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PostHeaderIcon Wann wird die Krankenschwester männlicher…

…und der Informatiker endlich weiblicher? Auch die 4. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse fand keine Antworten darauf.

Am 19. Oktober 2012 hat das schweizerische Nachrichtenmagazin 10vor10 einen Beitrag über die Berufs- und Weitebildungsmesse in Basel gesendet. Dieser Informationsanlass wird nun schon zum 4. Mal durchgeführt. Er zieht immer mehr Besuchende aus der Region an, die sich dort über die verschiedenen Berufe und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren möchten.

Gerade für junge Menschen ist diese Plattform hoch interessant. Sie können jeweils an den Messepavillons mit anderen jungen Menschen Kontakt aufnehmen, die eine bestimmte Berufsausbildung abgeschlossen haben und noch drin stecken und somit aus erster Hand erfahren, was es mit dem jeweiligen Beruf so auf sich hat. Schon mancher Berufseinstieg wurde so möglich gemacht.

Bei den Pflege- und Informatikberufen klappt das leider nicht so gut. Auch wenn eine Auszubildende der Informatik innerhalb des Messegeländes auf der Pirsch war und gezielt junge Frauen ansprach, um deren Interesse an ihrem Fachbereich zu stimulieren, blieb der Erfolg gänzlich aus. Nach wie vor ist die Informatik eine männliche Berufsdomäne. Und das bringt sie mehr und mehr in Gefahr. Es braucht wahrscheinlich noch viele andere Massnahmen bis vermehrt junge Frauen in dieses Metier einsteigen. Auch Frauen arbeiten jeden Tag mit Informatikmitteln. Es ist gut, richtig und bestimmt wichtig, wenn die weibliche Denkweise in der Informatik mehr Gewicht erhält. Diese Denkweise ist nicht besser als die der Männer. Sie ist aber bestimmt anders. Und das ist der Gewinn schlechthin. Vielleicht verbessert sich dann sogar die Qualität vieler Anwendungen, die als Beta-Versionen Stangenware bleiben und als Ärgernis viele nerven.

Gemischte Teams denken gründlicher und nachhaltiger. Es würde sich auf die Produkte gewiss zum Vorteil auswirken. Der Informatik würde die Eroberung durch Frauen gut tun.

Ebenso gibt es das gleiche Desaster auf der Seite der medizinischen Pflegeberufe. Diese Berufsgattung wird immer noch stark von den Frauen dominiert, obwohl es sich wahrscheinlich viele männliche Patienten wünschen würden, wenn das Pflegepersonal wenigstens ein wenig männlicher würde. Viele junge Männer haben immer noch Vorurteile gegenüber Pflegeberufen und empfinden diese als gar nicht cool. Auch in diesem Berufsbereich wäre eine ausgewogenere Durchmischung der Geschlechter höchst wünschenswert. Denn auch die Patientenseite ist gut durchmischt. Auch den Pflegeberufen würde die Eroberung durch Männer gut tun. Vielleicht wird sich bis zur nächsten Berufs- und Weitebildungsmesse in Basel etwas ändern. Gut gibt es sie.

  • Jobs für Informatikerinnen: Hier
  • Jobs für Pfleger: Hier
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PostHeaderIcon Die deutschen Altenpfleger wandern in die Schweiz ein. Die Lücken schliesst China.

Die Arbeitsbedingungen und die Verdienstmöglichkeiten für Fachpflegepersonal in Deutschland sind bekanntlich nicht wirklich der Knüller. Viele von Ihnen flüchten in die Schweiz. Jetzt vermehrt auch die Altenpfleger.

Altenpflege wird immer wichtiger. Warum geniesst sie so wenig Anerkennung?

Altenpflege wird immer wichtiger. Warum geniesst sie so wenig Anerkennung?

Die Schweiz ist nicht für alle das Paradies. Sie hat jedoch eine grosse Sogkraft. Sie bietet in Sachen Einkommensmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und Lebensqualität ebenbürtige bis herausragende Möglichkeiten und Angebote. Gerade das medizinische Fachpflegepersonal aus Deutschland hat die Schweiz schon lange im Fokus. Darüber hinaus hängen nun immer mehr Altenpfleger aus Deutschland ihren Job an den Nagel und heuern in der Schweiz an. Dadurch fällt der Pflegenotstand, der auch in der Schweiz bekannt ist, aufgrund der Einwanderung dieser Berufsgruppen, wenig stark ins Gewicht, wie zum Beispiel in Deutschland.

Die Lücken kann man dann mit den billigen Arbeitskräften aus Osteuropa schliessen, waren viele in Deutschland der Meinung. Das ist eine Illusion. Die Einkommensverhältnisse verbessern sich in Osteuropa klar nach oben. Auch dort ist die schleichende Geriatrisierung der Gesellschaften ein sichtbares Faktum. Diese Pflegefachkräfte verlassen nicht einfach so die Heimat. Da muss es schon wirklich attraktive Angebote geben, bevor die Koffer gepackt werden. Die Löhne für die Altenpfleger in Deutschland sind jedoch mager. Viel schwere wie auch anspruchsvolle Arbeit für wenig Geld. Zudem ist das soziale Ansehen dieser Berufsgattung auch nicht besonders hoch, obwohl die Arbeit gesellschaftlich wichtige Aufgaben erfüllt.

Der ‚Care-Drain’ war schon oft Thema in diesem Blog.

Der Aderlass macht sich in Deutschland langsam aber sicher bemerkbar. Woher sollen nun die Fachkräfte für die Altenpflege kommen? Aus China! Man reibt sich die Augen. Wie bitte? Sind wir nun in Europa schon so weit, dass wir in der Not wirklich Fliegen fressen? Auch in der Schweiz gibt es Überlegungen, ob man Pflegekräfte nicht ausserhalb Europas suchen soll. Das ist vielleicht eine temporäre Lösung. Die Lösung ist es nicht.

Gutes Pflegepersonal fällt nicht wie Manna vom Himmel... Es muss seriös ausgebildet werden.

Gutes Pflegepersonal fällt nicht wie Manna vom Himmel… Es muss seriös ausgebildet werden.

Man muss sich in der Tat langsam fragen, was junge Menschen davon abhält einen Pflegeberuf zu ergreifen. Und noch viel mehr muss man ganz sicher und intensiv der Frage nachgehen, warum junge Menschen nach einer Pflegeausbildung den Job wieder aufgeben. Sind denn die Arbeitsbedingungen so mies, dass viele der Gesundheitsbranche den Rücken kehren?

Es wird immer der Fachkräftemangel in der ICT Branche beklagt. Natürlich haben wir zu wenige davon. Wer weiss es nicht? Die Lücken schliessen wir dann mit Fachkräften aus Indien zum Beispiel und sind nota bene gut damit bedient. Für diesen Fachbereich braucht es aber andere Fähigkeiten. Empathie und Altruismus stehen nicht an der Spitze der verlangten Skills. Logisches Denkvermögen, mathematische Fähigkeiten und ein überdurchschnittliches Abstraktionsvermögen sind wichtiger. Dafür kann man in dieser Branche dann auch richtig gut Geld verdienen und sich die Jobs aussuchen.

Der Pflegeberuf ist gemessen an seinen Aufgaben, Verantwortung und Belastung immer noch schlecht bezahlt. Hoffentlich ändert sich bald etwas. Verweigern sich junge Menschen gegenüber dieser Berufswelt, dann werden die Pflegefachkräfte aus Deutschland auch nicht mehr genügen. Die düstere Wirklichkeit genügt dann keiner Anspruchsgruppe mehr. Mit diesem LINK kommen Sie noch zu weiteren Informationen über den Pflegenotstand in Deutschland, dem man mit chinesischen Arbeitskräften entgegen wirken will.

Zudem möchte PersonalRadar nachfolgend noch auf weitere Artikel aufmerksam machen, die zu diesem Thema Stellung nehmen:

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