Jan 5

Der Roboter kommt. Es gibt mehr Arbeit. Gut so.

Autor: PersonalRadar

Lohnt es sich noch ein Handwerk zu erlernen, eine kaufmännische Ausbildung oder sogar ein Studium zu absolvieren? Bald kommen die Roboter und übernehmen. So schlimm wird es nicht.

Die um sich greifende Digitalisierung der Wirtschaft wird zuweilen stark dämonisiert. Selbstverständlich ändern sich Geschäfts- und Produktionsprozesse. Algorithmen übernehmen kostentreibende Routinearbeiten. Einfache Arbeitsvorgänge werden von Software und Maschinen erobert. Ist das so schlimm? Wahrscheinlich nicht.

Bildquelle: www.pixabay.com

Als die Kutschen von den Autos verdrängt wurden, gab es Aufstände. Fuhrunternehmen mussten über Nacht ihre Geschäftsmodelle, wollten sie nicht untergehen, sofort ändern. Danach gab es noch mehr Arbeit. Als der Personalcomputer erschwinglich wurde, eroberte er in kurzer Zeit radikal alle Ebenen der Wirtschaft. Das Ding war so etwas von disruptiv, dass man sich dazumal verwundert die Augen rieb. Viele mühselige, repetitive Arbeiten konnten den Maschinen anvertraut werden, die das viel besser packten und erledigten. Es gab danach nicht weniger Arbeit. Es gab noch mehr davon. Sie wurde zudem interessanter.

Die Roboter erobern jetzt die Bauwirtschaft. Das Handwerk und das allgemeine Gewerbe sind davon schon teilweise betroffen. Lohnt es sich überhaupt noch ein Handwerk zu erlernen? Die Jobs fallen ja sowieso weg, da die Maschinen alles übernehmen. Diese Entwicklung hat nicht nur Schattenseiten.

Junge Menschen, die ein Handwerk gelernt haben, werden auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt begehrt bleiben. Klicken Sie aufs Bild für mehr Infos.

 

In den letzten Jahren konnten alle feststellen, dass viele Firmen Produktionen in Billigländern auslagerten. Die Stückpreise purzelten mit den günstigen Arbeitskräften. Länder wie China, Indien, Bangladesch, Brasilien, Mexiko und Südafrika wurden die Werkstatt der Welt. Alles was sich nicht mehr rentierte wurde in diese Länder ausgelagert. Die Jobs waren fort. Meistens blieben sie auch weg. Der forcierte Einsatz von Robotern verändert auch in diesen Ländern die Arbeitswelt. Die industrielle Disruption wird noch viel fundamentaler sein.

Weil immer mehr Roboter in der Schweiz zum Einsatz kommen, überlegen sich viele Unternehmensführungen, ob sie die Produktion wieder aus dem Ausland zurückholen. Das hat natürlich viele Vorteile. Produkte werden wieder vor Ort hergestellt. Die Fertigungskette ist nah und kann besser überwacht werden. Die Qualität nimmt zu und die Ausschusskosten ab. Ist die Produktion wieder im Haus, löst das eine Nachfrage für qualifizierte technische, industrielle und kaufmännische Fachkräfte aus. Förderbänder, Computer, Robotergelenke und viele mehr müssen gewartet werden. Die Logistik hat mehr zu tun. Das ganze Beschaffungswesen muss ausgebaut werden und vieles mehr. Das sind Jobs, die wieder zurückkommen und erneut zum Leben erweckt werden.

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Das Erlernen eines Handwerks macht noch für sehr lange durchaus viel Sinn. Der Dachdecker wird nicht sofort durch eine Maschine ersetzt. Ihn braucht es immer. Aber vielleicht nimmt ihm Kollege Roboter die schwere Arbeit ab. Der Maurer schleppt vielleicht keine Steine mehr. Kollege Roboter macht das für ihn und sieht dazu, dass die schwere Routinearbeit nicht mehr mühselig von Menschen durchgeführt werden muss. Auch der Metallbauer ist froh, wenn die Maschine ihm ganz viel anstrengende, schweisstreibende Arbeit abnimmt und er sich auf die Spezialaufgaben konzentrieren kann. Der Zimmermann wird auch nicht einfach so ersetzt werden. Roboter fertigen die Bauteile an. Es ist jedoch der handwerkliche Fachmann, der den Maschinen den Marsch bläst und sagt wo es langgeht. Das hohe Ausbildungsniveau und das duale Bildungssystem stimulieren die Wirtschaft und tragen dazu bei, dass die Innovationskadenz hoch bleibt. Sie tragen dazu bei, dass Produkte wie auch Dienstleistungen sexy bleiben und die Nachfrage nicht abbricht.

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Die Virtualisierung, die Digitalisierung und die Mechanisierung der technischen, industriellen und handwerklichen Berufswelt wird vieles verändern. Menschen müssen sich neu orientieren. Vieles wird jedoch spannender, interessanter und stimulierender werden. Die Arbeit bleibt. Sie wird mit grosser Sicherheit zunehmen. Die Rückholung und das Insourcing viele Arbeitsprozesse, die einmal die Schweiz verliessen, werden neue Herausforderungen bilden. Die grösste Herausforderung werden jedoch die Billiglohnländer zu meistern haben. Fallen Millionen einfache Jobs, die keine grosse Ausbildung voraussetzen, den Maschinen zum Opfer, werden diese Menschen es schwer haben, sofort neue Erwerbsmöglichkeiten finden zu können. Heerscharen von ausgebeuteten Lohnsklaven werden sich auf den Weg machen und sich neue Einkommensmöglichkeiten suchen müssen. Die darauf folgenden gesellschaftlichen wie auch sozialen Disruptionen werden im Vergleich zu den Änderungen auf den europäischen Arbeitsmärkten weitaus mehr Sorgen bereiten als von Menschen gesteuerte Roboter.

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