Aug 8

1. Umfrage zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf empfundene Gehaltsfairness und Gehaltszufriedenheit in der Schweiz.

Autor: PersonalRadar

Eine hoher Lohn führt nicht zu mehr Gehaltszufriedenheit – sondern der Einfluss bestimmter Persönlichkeitsmerkmale und die empfundene Lohnfairness

Wirtschaftspsychologen der Universität Zürich haben neu den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen der ArbeitnehmerInnen und der empfundenen Lohnfairness auf die Gehaltszufriedenheit analysiert. Im Schnitt sind SchweizerInnen mit dem Lohn zufrieden. Jedoch überraschend: Die Lohnhöhe beeinflusst die Gehaltszufriedenheit nicht! Viel wichtiger ist, welcher Persönlichkeitstyp vorliegt und wie fair die ArbeitnehmerInnen das Gehalt empfinden.

Diverse Salärstudien untersuchen verschiedene Komponenten der Lohnhöhe und Gehaltszufriedenheit. Es fehlen jedoch Kenntnisse über die zugrundelegenden psychologischen Prozesse, d.h. bezüglich der Frage, wie und auf Basis welcher „soften“ Faktoren die Wahrnehmung des Lohns beeinflusst werden.

Core Self-Evaluations und Gehaltsfairness

Mögliche und neu diskutierte Erklärungsquellen der Lohnzufriedenheit sind zum einen das Persönlichkeitsmerkmal „core self-evaluations“ (zentrale Selbstbewertungen) als auch das sog. Fairnesskonzept. Nebst dieser beiden Faktoren wurden klassische, demographische Kriterien (z.B. Alter, Geschlecht) und Berufskriterien (z.B. Arbeitspensum, Branche, Karrierelevel, Unternehmensgrösse) erfasst und deren Einfluss auf die Lohnzufriedenheit betrachtet.

Persönlichkeitsmerkmale und empfundene Gehaltsfairness beeinflussen Lohnzufriedenheit

Die Resultate sind mehrheitlich überraschend. Es zeigt sich, dass die erhobenen demographischen Variablen und Jobvariablen wie Branche, Karrierelevel und weitere keinen signifikanten Einfluss auf die Lohnzufriedenheit ausüben. Einzig die selbstberichteten Persönlichkeitsmerkmale machen signifikante Vorhersagen auf die wahrgenommene Lohnzufriedenheit. Dieser Zusammenhang wird sogar durch die Gehaltsfairness vermittelt. Das bedeutet, Personen mit hohen „core self-evaluations“ empfinden Ihr eigenes Gehalt fairer im Vergleich zu solchen ArbeitnehmerInnen, die niedrige Ausprägungen auf diesem Persönlichkeitsmerkmal besitzen. Die empfundene Gehaltsfairness beeinflusst wiederum stark die wahrgenommene Lohnzufriedenheit.

Konsistent mit der aktuellen Diskussion um Lohngleichstellung berichten Frauen eine höhere Lohnunzufriedenheit.

Die Ergebnisse der Studie offenbaren einen Wirkmechanismus, der mit grosser Wahrscheinlichkeit zu verschiedenen Zeitpunkten und bei verschiedenen Samples anzunehmen ist. Die praktischen Implikationen der Studie sind:

  • (a) Es gilt den Einbezug von Persönlichkeitsmerkmalen bspw. im Rahmen von Salärrunden zu beachten.
  • (b) Der Hauptfokus sollte unter Umständen nicht nur auf der Gehaltshöhe liegen, sondern auf Komponenten, welche die empfundene Gehaltsfairness positiv beeinflussen.

Stichprobe

Insgesamt klickten über 500 Personen die Onlinestudie von Mai bis Juni 2012 an, die unter anderem auf www.personalradar.ch gepostet wurde. Die Daten von 157 ProbandInnen (47% Frauen; Altersdurchschnitt 34 Jahre; 52% Mitarbeitende ohne Führungsfunkion; 45% Banken/Versicherung/IT; mehrheitlich aus der Region Zürich) wurden in die Endauswertung einbezogen.

Kontakt und weitere Informationen zur Studie erhalten Sie wie folgt: 

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