Mrz 8

Weniger Lohn für Frauen – Unterschied leicht gewachsen. What a shame!

Autor: PersonalRadar

Irgendwie ist die nachfolgende Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur beschämend. Wir leben im 21. Jahrhundert und die Diskussion betreffend Lohngleichheit zwischen Frauen und Männer ist immer noch nicht vom Tisch.

Die Lohndiskriminierung der Frauen ist eine Einbahnstrasse für die Männer.

Bei identischer Ausbildung und Erfahrung ist es nach wie vor eine Tatsache, dass Frauen weniger verdienen. Jetzt kommt die Meldung über den Ticker, dass die Lohnunterschiede zwischen den beiden Geschlechtern noch gewachsen sind. Müsste die schweizerische Volkswirtschaft nur eine Woche ohne Berufsfrauen auskommen, könnten wir in diesem Land den Schlüssel drehen und alle, inklusive die Männer, nach Hause gehen. Nichts würde mehr gehen. Die Lohngleichheit sollte in einem modernen Staatswesen und einer aufgeschlossenen Volkswirtschaft kein Thema mehr sein. Lohngleichheit ist ein Recht und eine Selbstverständlichkeit! Oder was meinen Sie nach dieser Pressemitteilung?

Die Lohndifferenz zwischen Mann und Frau ist während rund zehn Jahren kleiner geworden, zwischen 2006 und 2008 aber wieder leicht gewachsen. Für das Bundesamt für Statistik bedeutet dies ab aber keine Trendwende (Quelle: sda).

Frauen verdienten 2008 durchschnittlich 19,3 Prozent weniger als Männer, hiess es beim BFS. 2006 betrug die Differenz gemäss der jüngsten Lohnstrukturerhebung des BFS noch 18,9 Prozent. Das Bundesamt für Statistik wies bereits 2009 darauf hin, dass lediglich 40 Prozent der Lohndifferenz nicht erklärbar und deshalb diskriminierend seien. 60 Prozent dagegen seien begründbar, etwa mit Qualifikation sowie arbeitsplatz- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten. In der Privatwirtschaft wuchs der Lohnunterschied von 2006 bis 2008 von 19,1 auf 19,4 Prozent, beim Bund verharrte er bei 12,9 Prozent. Anders im öffentlichen Sektor der Kantone: Dort ging die Lohndifferenz wie in den Vorjahren zurück, nämlich von 18,8 auf 17,4 Prozent.

Gross ist der Lohnunterschied bei den am besten Bezahlten: Akademikerinnen haben beim Einstieg ins Berufsleben klar weniger Geld auf dem Lohnkonto als ihre Kollegen: 2008 waren es 24,3 Prozent. Bei den Absolventen einer Lehre betrug die Lohndifferenz 14,2 Prozent, bei den Ungelernten 17,2 Prozent.

Abweichler nach unten sind die Lehrkräfte: Frauen mit Lehrerpatent verdienen durchschnittlich 4,2 Prozent weniger als ihre Kollegen. Männer werden für anspruchsvollste Arbeiten und Jobs im obersten Kadern zudem klar besser bezahlt als Frauen. Bei untersten Kadern und einfacheren Jobs ist die Differenz kleiner. Verbessert hat sich die Situation bei den tiefsten Salären: Mussten 2000 noch 15,1 Prozent der mit vollem Pensum arbeitenden Frauen mit höchstens 3000 Franken netto im Monat auskommen, waren es 2008 noch 5,8 Prozent. Bei den Männern ging der Anteil von 3,6 auf 1,2 Prozent zurück.

Nimmt man jedoch den so genannten Tieflohn – zwei Drittel des standardisierten Brutto-Medianlohns im Monat – ging der Anteil der Frauen von 2000 bis 2008 von 20,8 auf 18,9 Prozent zurück, bei den Männern dagegen wuchs er von 5,4 auf 6,5 Prozent. Der Tieflohn stieg von 2000 bis 2008 von 3480 auf 3882 Franken.

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Comments

4 thoughts on “Weniger Lohn für Frauen – Unterschied leicht gewachsen. What a shame!”

  • toby sagt:

    Habe eben noch die Seite Lohncheck.ch gefunden. Dort wird offensichtlich wie gross die Unterschiede sind.

  • Olliver sagt:

    Wieso sollte es einen feministischen FRAUEN-Tag geben….

    – solange Männer Zwangsdienste BW und Zivildienst verrichten müssen. Frauen nicht.
    – solange die Berufsunfalltoten zu 94% Männer sind
    – solange die Lebenserwartung der Männer weit unter der der Frauen liegt (6,16 Jahre)
    – solange es ausschließlich einen FRAUEN-GESUNDHEITSBERICHT gibt
    – solange die Selbstmordrate der Männer weit über der der Frauen liegt
    – solange die Obdachlosen-Zahlen der Männer (90%) so weit über den Zahlen der Frauen liegen
    – solange die Afghanistan-Gefallenen ausschließlich männliche Vornamen haben
    – solange die Haushalts-Unfall-Toten zu 80% Männer sind.
    – solange Jungs nur 40% der Abiturienten stellen
    – aber über 2/3 der Sonderschüler mit Retalin ruhig gestellt werden
    – riesige Summen jährlich 200 000 Millionen Euro per Gesetz von dem Mann zur Frau geschoben werden.

    Das alles hat nichts mit Geschlechter-Gerechtigkeit zu tun!

    [b]Männer wehrt Euch!
    Lasst euch nicht von feministischer Fakten-freier Propaganda einlullen, die Fakten sprechen eine andere Sprache. (23%-Leier,etc)[/b]

    • Markus S sagt:

      Lieber Olliver

      Danke für Deinen Kommentar. Deine Argumente gehen jedoch am eigentlichen Thema vorbei. Lohngleichheit hat nichts mit Feminismus zu tun. Die Frauen hätten wahrscheinlich genauso viel Munition und Argumente, um Deinem Beitrag Paroli bieten zu können. Ohne Frauen geht nichts. Das gilt genauso für die Männer. Gesellschaften und Volkswirtschaften sind nur wirklich erfolgreich, wenn Frauen und Männer am gleichen Strick ziehen. Das gilt auch für die Lohngerechtigkeit.

      herzlichst,

      Markus S.


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