Sep 5

Die militärische Führungsausbildung bringt die Wirtschaft nicht auf Zack.

Autor: PersonalRadar

Immer wieder, wenn es Diskussionen um die Schweizerische Armee gibt,  wird regelmässig die gute, harte und auch für die Wirtschaftswelt angeblich brauchbare Führungsschule der Armee gelobt. Die Gegenwelt hört das Lob dennoch nicht.

Armee ist Armee. Befehl ist Befehl. Es wird befohlen, ausgeführt und nicht diskutiert. Bei einem kriegerischen Ereignis und intensiven kombattanten Auseinandersetzungen kann kein Offizier lang mit der Truppe diskutieren. Er muss sofort Entscheidungen fällen, handeln und umsetzen. Diskussionen über Sinn oder Unsinn von Befehlen würden das Kampfgeschehen sofort zugunsten des Gegners kippen lassen. Kein Offizier lässt das zu.

Immer wieder wird kolportiert, dass die Führungsausbildung der Armee auch der Wirtschaft nützt. Es wird behauptet, dass der Offizier sofort für eine Kaderposition in der Wirtschaft eingesetzt werden kann. Das war vielleicht einmal so. Die Zeiten haben sich stark verändert.

Die Führungskultur der Armee eignet sich nicht für die Wirtschaft. Denn zäher Widerspruch und anhaltender Widerstand sind ständige Begleiter der zivilen Führungskultur. Defätistische Verhaltensweisen zersetzen jedoch eine Armee schnell und gründlich. In der Wirtschaft sind solche Verhaltensweisen normal.

Ein Offizier muss Prioritäten setzen, Verluste in Kauf nehmen und mit einer gewissen Kaltblütigkeit seine Position durchsetzen. Das lernt man aber auch in der Wirtschaft. Wer in einer Firma eine wichtige Führungsposition hat, muss jeden Tag Prioritäten setzen, Entscheidungen fällen, Verluste ertragen, Gewinne erwirtschaften und bestimmte organisatorische wie auch unternehmerische Führungsziele durchsetzen. Dabei hat ein ‚Wirtschaftsoffizier’ die schwierige Aufgabe, dass er das zum Beispiel im Einklang und im Spannungsfeld mit der Belegschaft, den Aktionären, dem Verwaltungsrat, dem Chef, Kundschaft und anderen Anspruchsgruppen ausführen muss. Ein Armeeoffizier hat das nicht. Er befiehlt und die Truppe folgt. Die Führung von Menschen in einem reifen Wirtschaftsgebilde, wo Individualismus, Ansprüche und Erwartungen Positionen erodieren lassen, ist das viel schwieriger. Der Offizier gehorcht und lässt gehorchen. In der Wirtschaft wird nicht immer gehorcht, aber oft diskutiert, um gute Lösungen zu finden.

Die jungen Offiziersaspiranten beweisen, dass sie loyal, patriotisch, leidens- und strapazierfähig sind und was aushalten können. Sie unterwerfen sich einem Führungssystem, das sie später auch anwenden müssen. Der unbedingte Kadavergehorsam ist jedoch in der Wirtschaft tot. Somit sind auch die Vergleiche und Ansprüche an das Führungsverhalten in der Armee und Wirtschaft nicht vergleichbar. Der militärische Führungsstil ist ein Stil. In der Wirtschaft macht er jedoch schnell einsam.

Schauen Sie sich diesen Beitrag von schweizerischen Nachrichtenmagazin ‚Rundschau’ vom 4. September 2013 an und machen Sie Ihre Meinung.

An dieser Stelle möchte PersonalRadar noch auf diesen Beitrag hinweisen wie folgt hinweisen: Die Armee sieht sich wieder als Kaderschmiede

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