Jun 17

Das Absagemanagement der Personaldienstleistungsbranche ist entwicklungsfähig.

Autor: PersonalRadar

Viele Personaldienstleister sind sich oft nicht bewusst, was ein schlechtes Absagemanagement für Konsequenzen haben kann. Im besten Fall wird es einfach so akzeptiert. Immer mehr Bewerbende wehren sich jedoch.

Das Rekrutierungsgeschäft der Personaldienstleister bringt es mit sich, dass einem grossen Teil der Bewerbenden aufgrund verschiedenster Gründe eine Absage per E-Mail oder per Post erteilt werden muss. Viele Personaldienstleister messen jedoch dem Absagemanagement keine grosse Bedeutung zu. Absagen sind lieblos, zum Teil ohne Gefühl verfasst und nehmen wenig Rücksicht auf die ganz spezielle Befindlichkeit der empfangenden Person. Menschen, die eine neue Arbeit suchen und eine Absage erhalten befinden sich meistens in einer diffizilen Situation. Sie sind erwartungsvoll, hoffend, dünnhäutig oder wütend. Die Absage ist ein psychologischer Moment, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen und durchaus positiv besetzt sein kann. Er kann aber auch zur völligen Ablehnung, bis zur totalen Empörung führen. In der Regel bewerben sich Stellensuchende nicht mehr bei diesem Personaldienstleister. Oft wird auch vergessen, dass Bewerbende über ein privates wie auch berufliches Netzwerk verfügen und solche Erfahrungen auch mit ihren Bezugspersonen teilen. Die Negativwerbung potenziert sich um ein Vielfaches.

Viele Stellensuchende geben sich grosse Mühe und sind dafür besorgt, dass ihre Bewerbung nicht nur korrekt verfasst ist, sondern auch in Sachen Darstellung, Inhalt und Präsentation den gängigen Regeln entspricht. Sie erwarten somit auch vom Personaldienstleister, dass der Begleittext der Absage korrekt verfasst ist und den schwierigen Moment der Ablehnung nicht noch schwerer macht.

Das Absagemanagement muss kein absoluter Aufwandsposten in der unternehmerischen Bilanz sein. Selbstverständlich ist das Erstellen von Absagen und deren Versendung an die jeweiligen Empfänger/-innen mit einem Aufwand verbunden. Dieser Aufwand zahlt sich jedoch langfristig immer aus. Gute, faire, respektvolle und Mut machende Absagetexte hinterlassen prägende Erinnerungen, die eben positiv besetzt sind. Über den Absender, der sein Absagemanagement professionell und mit ‚Human Touch’ betreibt wird gesprochen und als seriöser Marktteilnehmer akzeptiert. Von den anderen redet man auch. Jedoch nicht so, dass es dem Ruf und dem Personaldienstleistungsgeschäft gut tut. Gute Absagetexte werten die Dienstleistung langfristig sehr stark auf und festigen das positive Image einer Unternehmung.

Das Absagemanagement der Personaldienstleistungsbranche ist entwicklungsfähig., 6.5 out of 10 based on 17 ratings

VN:F [1.9.21_1169]
Rating: 6.5/10 (17 votes cast)
Comments

3 thoughts on “Das Absagemanagement der Personaldienstleistungsbranche ist entwicklungsfähig.”

  • Wirtz sagt:

    Auch ich muss dem Text zu 100% zustimmen. Die Ignoranz seitens der Personaldienstleister ist (und anderer Unternehmen), aus eigener Erfahrung betrachtet, bezeichnend. In meinem Unternehmen erhält JEDER Bewerber ad hoc eine Antwort. Entweder laden wir zu einem persönlichen Gespräch ein, fordern Unterlagen nach, sagen definitiv oder temporär ab. Jede/r Bewerber/in ist es wert, eine Antwort zu erhalten – dies hat einfach etwas mit gutem Stil zu tun. Und in der Tat rechnet es sich – kleiner Aufwand, guter Ruf.

  • Georg J. sagt:

    Dieser Artikel entspricht auch meinen Beobachtungen.

    Selbst Bewerbungen auf interne Stellen werden leider von vielen Zeitarbeitsunternehmen nicht mit einer Empfangsbestätigung beantwortet.
    Zwischenbescheide? Fehlanzeige! Sollte dann doch ein Zwischenbescheid erfolgen, ist dies oft die letzte Kontaktaufnahme des Unternehmens.
    Ablehnung? Auch hier gilt, dass oft keine Überhauptkeine Information an den Bewerber weitergeleitet wird. Sollte dann doch eine schriftliche Ablehnung erfolgen, dann mit dem Hinweis, dass man sich für jemand anderen entschieden hat. So weit so gut! Es führt aber zur großen Verärgerung, wenn man im Anschluß daran, zeitgleich, die Stelle wieder neu ausgeschrieben vorfindet…
    Im Übrigen wird extrem selten ein Cross-Selling gestartet und der Bewerber in das Berwerbertool überführt.

    Fazit: Man muss sich sehr genau überlegen, wo man sich bewirbt bzw. welcher Zeitarbeitsfirma man Arbeitgeberseitig vertraut…

    • Markus S sagt:

      Lieber Georg

      Danke für den Beitrag. Das mit der Empfangsbestätigung ist auch so eine Sache. Auch da gäbe es viele Verbesserungsmöglichkeiten. Allerdings ist auch ins Feld zu führen, dass die Flut der Bewerbungen bei grossen Zeitarbeitsunternehmen die internen Ressourcen an den Rand des Möglichen bringen. Trotzdem – verbessern kann man in diesem Bereich noch viel.

      Mit lieben Grüssen

      Markus S.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.