Okt 18

Die Erfolgshonorare der Personaldienstleister verhungern. Hunger vermindert Leistung. Zeit für eine Gedankenpause.

Autor: PersonalRadar

Personaldienstleister kommen vermehrt unter Druck. Die Auftragslage ist hauchdünn, wie ein Gewebeschnitt, der Konkurrenzdruck mörderisch und viele Anbieter wissen nicht wie sie über die Runden kommen.

Das Geschäft mit der Vermittlung treibt seltsame Blüten und Unternehmen, die nach wie vor Personaldienstleistungen in Anspruch nehmen, üben vermehrt unverblümt Druck auf die Anbieter aus.

Die Preise für Vermittlungen sind in die rezessive Mühle geraten und werden zermahlen. Das Geschäft erodiert.

Viele Anbieter machen gute Miene zum bösen Spiel und gewähren Preisreduktionen, die sich betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnen und die unternehmerische Existenz aufs Spiel setzen. Das Muskelspiel der ruinösen Preispolitik verschafft jedoch beiden Seiten keine nachhaltigen Vorteile. Der Muskelkater ist programmiert. In wirtschaftlich harten Zeiten werden zudem Bewerbende, die über Personaldienstleister zu Vorstellungsterminen eingeladen werden, immer wieder ungeniert und direkt gefragt, warum sie sich nicht direkt beim Unternehmen beworben haben.

Die Absicht der Frage ist klar. Die schwindende Ertragskraft und der Kostendruck machen vielen zu schaffen. Daher möchte man die Kosten für die externe Personalsuche möglichst klein halten und die Rekrutierung von Personal, die sich in mageren Jahren ohnehin verringert auch gleich selber machen. Die Schlussfolgerung ist bestechend einfach. Die Überlegung grundfalsch.

Personaldienstleister sind nicht nur Kostentreiber. Ihre Dienstleistung kann auch klar den Aufwand verringern und die Kosten für die Rekrutierung niedrig halten.

Warum ist das so?

  • Eine schlechte Wirtschaftslage erzeugt immer auch eine wachsende Arbeitslosigkeit. Viel mehr erwerbslose Menschen sind auf der Suche nach einer neuen Arbeit. Jede Stellenausschreibung erfährt überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit und wird auch jene zu einer Bewerbung verleiten, die den gestellten Anforderungen nicht gerecht werden. Das Sichten der Dossiers, die Selektion dieser und das Absagemanagement werden viel Zeit in Anspruch nehmen und eigene Arbeitskräfte in den Personal- und Fachabteilungen wahrscheinlich überdurchschnittlich stark binden. Die Kosten sind meistens weitaus höher, als das Erfolgshonorar eines Personaldienstleisters
  • Fach- und Führungskräfte machen sich auch in angespannten Wirtschaftszeiten rar. Diese sind nach wie vor wählerisch und wissen sehr genau, wie begehrt sie sind. Insbesondere dann, wenn Nischenwissen vorhanden ist, das selten und somit schwer auf dem Arbeitsmarkt zu finden ist. Diese Leistungsträger ziehen sehr oft die Zusammenarbeit mit Personalberatungen dem Direktkontakt mit einem potenziellen Arbeitgeber vor. Sie möchten zuerst das Angebot mit einem neutralen Anbieter prüfen, bevor sie sich für ein ersten Gespräch engagieren
  • Das Suchen auf eigene Faust und die Hoffnung auf Anhieb die richtige Person zu finden, die das Anforderungsprofil auch wirklich erfüllt ist naiv und trügerisch. Viele möglichen Bewerbenden sind in schwierigen Zeiten oft stark verunsichert und wissen nicht, ob ein Stellenwechsel wirklich klug ist und die Frustration am Arbeitsplatz als kleineres Übel betrachten. Diese ziehen es sehr oft vor, dass eine Personaldienstleister eingeschaltet ist, der ihnen neutral die Vorzüge und Nachteile einer offenen Position auch klar aufzeigen kann und im Vorfeld schon die Chancen abwägt, ob sich eine Bewerbung überhaupt lohnt und unter Umständen auch vom Erfolg gekrönt wird.

Seriöse und erfahrene Personaldienstleister sind Sparringpartner, die Auftraggebern bei der Personalsuche und der Personalselektion einen konkreten Mehrwert bieten.

Das forcierte und hemmungslose Feilschen betreffend Reduktion von Vermittlungshonoraren führt früher oder später zu einer gestörten Geschäftsbeziehung.

Erfolgreiche Personaldienstleister sind auch dann noch auf dem Markt präsent, wenn sich die wirtschaftlichen Zeiten wieder markant verbessern und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bei einem erneut ausgetrocknetem Angebot besonders wichtig scheint.

Personaldienstleister, die von ihren Kunden während den harten Zeiten faire und anständige Konditionen erhielten, sind verlässliche Partner. Eine solche vertrauensbildende Partnerschaft bietet zeitlosen Mehrwert und ist weitaus kostensenkender, als das Hin- und Herhüpfen zwischen den einzelnen Anbietern, um Kosten sparen zu können. Die Flurschäden einer kaputten Geschäftsbeziehung sind meistens viel kostspieliger.

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