Okt 16

Die Personalberatenden und die Krise

Autor: swissstaffing

Bereits in vergangenen Rezessionen wurde beobachtet, dass etliche Personalberatende ihr Unternehmen verlassen. Einige unter ihnen werden freigestellt. Andere gehen freiwillig (Quelle: swissstaffing).

Es gehen insbesondere solche freiwillig, die während der Boomzeit zur Personaldienstleistung gestossen sind und sich von den relativ hohen, umsatzabhängigen Einkommensmöglichkeiten angesprochen fühlten. Der plötzliche Einbruch des Einkommens und der gleichzeitige Anstieg der Arbeitsbelastung kommen für sie unerwartet.

Folgende Entwicklungen sind wahrscheinlich:

  • Es wird vermehrt Zeit für die Pflege der Kundenbeziehung aufgewendet. Die Personalberatenden machen mehr Kundentelefonate und -besuche.
  • Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Personalberatenden nicht übertreiben. Zu häufige und beharrliche Telefonate schaden der Kundenbeziehung. Im breiten Stil praktiziert, kann ein solches Verhalten sogar den Ruf der gesamten Branche schädigen
  • Personalberatende sollten deshalb in ihren Kundenbeziehungs- und Verkaufskompetenzen gestärkt werden. Die Kandidatengewinnung ist momentan weniger vordergründig. Idealerweise investiert der Personaldienstleister mittels gezielter Trainings in die Beziehungs- und Verkaufskompetenzen seiner Personalberatenden
  • Selbstbewusste Personalberatende könnten die Personaldienstleistungsbranche verlassen und in anderen Branchen unterkommen, z.B. bei einer Kundenfirma
  • In manchen Fällen führt die Drucksituation dazu, dass die Personalberatenden auf Kosten der Teamarbeit untereinander wetteifern
  • Gerade in schwierigen Zeiten kommt einer effizienten Teamarbeit aber entscheidende Bedeutung zu
  • Weniger erfahrene Personalberatende scheitern im komplexer gewordenen und herausfordernden Businessumfeld. Wenn sie den Personaldienstleister verlassen, steigt das durchschnittliche Dienstalter der verbleibenden Personalberatenden. Dies kann sich positiv auf das Image punkto Erfahrung des Personaldienstleisters auswirken
  • Aber auch kompetente und erfahrene Personalberatende können in der Rezession ihre Stelle verlieren. Diese Personen werden zu wertvollen Mitarbeitenden für jene Konkurrenzunternehmen, welche sich Einstellungen leisten können
  • Wenn die verbleibenden Personalberatenden ein höheres durchschnittliches Dienstalter und mehr Erfahrung aufweisen, sinkt der Bedarf an Aufsicht/Management pro Kopf. Dies wirkt kostensenkend. Für die Personalberatenden bedeutet der Siegeszug des Internets, dass sich die Methoden des Kundenkontakts, der bislang mehrheitlich über Telefon oder persönliche Gespräche stattfand, erweitern. Um erfolgreich zu sein, müssen die Personalberatenden von heute das Internet beherrschen.

Hinzu kommt, dass der Vermittlungs-/Verleihmarkt seit 17 Jahren nicht mehr so ausgetrocknet und firmendominiert war wie heutzutage. Denn die letzte Rezession (2001/2002) war fürs Vermittlungsgeschäft deutlich milder ausgefallen. Das bedeutet, dass fast eine gesamte Generation von Personalberatenden diese Marktsituation nicht kennt und ihnen die entsprechende Erfahrung im Umgang mit Kundenfirmen fehlt. Sie müssen lernen, wie mit Kundenfirmen umzugehen, die nicht aktiv auf der Suche nach Mitarbeitenden sind, und falls sie es doch sind, äusserst anspruchsvoll aufzutreten.

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