Okt 22

Kommt die Kurzbewerbung erst auf die lange Bank, dann folgt die Absage blitzschnell. Bewerbende sollten sich mehr Mühe gehen. Der Selektionsprozess wird härter.

Autor: PersonalRadar

Sie stöbern im Netz. Vielleicht gelangweilt und ein wenig lustlos. Sie prüfen Angebote für Produkte, Dienstleistungen und anderes, vergleichen, verwerfen surfen weiter und plötzlich erscheint ein Stellenangebot, das sie sofort stark fesselt.

Sie lesen das Stellenangebot mehr oder weniger genau durch und entschliessen sich spontan eine Bewerbung zu senden. Endlich ein Angebot, dass sie aus der Lethargie reisst, leidenschaftlich fesselt und sie träumen lässt. Die Langeweile ist auf einmal so schnell verschwunden, wie Eiswürfel in der brühwarmen Cola. Meistens ist dann der Selektionsprozess schon vorbei. Was ist geschehen?

Viele Webpages bieten die Möglichkeit einer unverbindlichen Kurzbewerbung an. Insbesondere bei Stellenvermittlungen oder Personalberatungen ist diese Form der Bewerbungsmöglichkeit sehr beliebt. Schnell, unkompliziert und direkt kann man sein Interesse für ein bestimmtes Job-Angebot mitteilen. Personalberater/-innen können dann auf einfache Art und Weise schon eine erste Selektion vornehmen und schnell erkennen, ob sich eine bewerbende Person für eine bestimmte Stelle auch qualifiziert.

Bei zunehmender Arbeitslosigkeit werden die Selektionsfähigkeiten der Personalberater/-innen, aufgrund steigender elektronischen Bewerbungsdichte, arg strapaziert. Die Bewerbung wird zum profanen Massengut.

Selbst jene, die aufgrund ihrer exzellenten beruflichen Qualifikationen auffallen müssten, erhalten nicht mehr die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdienen.

Eine verminderte Wahrnehmung, aufgrund visueller Reizüberflutung, die automatisch auch falsche Selektionskriterien begünstigt, führt leider oft zu einer eingeschränkten mitunter auch falschen Beurteilung der objektiv wichtigen Faktoren, warum eine Bewerbung nun besonders valide ist und bei der weiteren Selektion Aufmerksamkeit auf sich ziehen muss. Viele Kurzbewerbungen schaffen es nicht richtig bei Personalberater/-innen auf Aufmerksamkeit zu stossen. Warum ist das so?

Viele Bewerbende sind nach wie vor der Meinung, dass eine Kurzbewerbung nicht wichtig ist und deshalb vernachlässigt werden darf. Das ist ein Trugschluss.

Die Kurzbewerbung ist eine sehr individuelle Duftmarke. Wenn sie schlecht riecht, wird das Fenster geöffnet und weg ist sie. Personalberater/-innen haben inzwischen einfach keine Zeit mehr, um fehlende Informationen einzuholen. Zwischen Kurzanalyse und Absage sind schon weitere Bewerbungen eingetroffen, die perfekt passen und somit die ganze Aufmerksamkeit der Prüfenden verlangen.

Denn deren Kunden möchten inzwischen Bewerbungen erhalten, die punktgenau in das Anforderungsprofil passen. Sie machen Druck und Personalberater/-innen haben einen akzentuierten Selektionsstress, der einen zweiten prüfenden Blick auf eine Bewerbung schon gar nicht mehr zulässt. Da muss die Bewerbung, auch wenn sie nur kurz ist, einen bleibenden Eindruck hinterlassen, um genügend Aufmerksamkeit zu erhalten.

Wie knackiger, einprägsamer und perfekter eine Kurzbewerbung formuliert ist, desto grösser ist die Chance, dass sie die scharfen Selektionsmesser überlebt und eine Runde weiter kommt.

Die Konkurrenz ist gross. Sie kann jedoch mit ein wenig mehr Sorgfalt und Ernsthaftigkeit gut in Schach gehalten werden. Good luck!

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