Jan 25

Personalvermittlung – Viele beraten im seichten Gewässer…

Autor: PersonalRadar

…fischen im Trüben und haben soviel Ahnung von ihrer Arbeit wie die Krähe vom Gesang.

Sie brauchen Personal und rufen wie gewohnt die Kontaktperson beim Personaldienstleister an. Herr Meier ist plötzlich weg. Nun ist Frau Müller da. Sie sind verdutzt und leicht irritiert. ‚Da gibt’s doch nicht’, denken sie mit einem leichten Anflug von Verärgerung. Vor Herr Meier hatten sie es ganz kurz mit Frau Dingsda zu tun und als diese überraschend schnell weg war, kam der etwas umständlich Neue mit dem sie zwar nicht wirklich warm wurden, aber überraschend gute Bewerberdossiers lieferte, professionell arbeitete und verstand was sie wollten. Und jetzt ist dieser auch schon wieder weg.

Das Unvermögen vieler Personalvermittlungen ihrem eigenen Personal gute Arbeitsbedingungen zu bieten wirkt sich nachteilig auf die Beratungsqualität aus.Die Neue, namens Frau Müller, ist zuckerig nett, die Qualität der Bewerbungsdossier ist jedoch eine Katastrophe und vom Geschäft versteht sie nicht viel. Zudem nervt sie schrecklich stark mit ihrem überhöflichen Beharrungsvermögen, dass sie unbedingt gerne schnell vorbei hüpfen möchte, damit man sich angeblich besser kennen lernt und die geschäftliche Beziehung vertiefen kann. ‚Ach was Scheisse’, denken viele dabei, ‚diese ‚Kopfjäger’ gehen auf den Senkel und rauben kostbare Zeit‘. Soll man den Personaldienstleister wechseln? Muss man sich schon wieder auf eine neue anstrengende Geschäftsbeziehung einlassen, nachdem es doch recht ordentlich ging? Die oben geschilderte Situation ist Alltag vieler Personalsuchenden in Firmen, wenn sie mit Personalvermittlungen zusammen arbeiten.

Das eigene Retentionsmanagement der Personaldienstleister ist meistens eine Zumutung für die Kunden.

Das interne Personal kommt und geht. Die Kunden können sich darauf verlassen, dass auf nachhaltige Beratungsbeziehungen ganz bestimmt kein Verlass ist. Heute ist eben heute und Morgen weiss eh kein Mensch was dann noch ist. Das wirkt sich seit Jahren nachteilig auf die Reputation dieser Branche aus.

Viele Personaldienstleister beraten ihre Kunden in Sachen Personalgewinnung, -führung und –pflege. Sie halten grossspurig ihr Management- und Betriebswirtschaftswissen feil und haben selber mehr fliegendes Personal in ihren Reihen als jede rostige Fluggesellschaft. Darüber hinaus beginnen viele junge Personalberater hoffnungsvoll mit ihrem Beratungs- und Vermittlungsjob an, werden zum Teil intensiv wie auch aufwendig geschult, um sie gut auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Der Job ist anspruchsvoll und anstrengend.

Die Umsatzperformance ist in dieser Branche eine heilige Kuh. Sie wird nicht geschlachtet. Das ist richtig so und unternehmerisch nachvollziehbar. Schliesslich kann sich die Personalvermittlung mit der harten Konkurrenzsituation nur halten, wenn sie erfolgreich ist und Geld verdient. Viele beraten jedoch im seichten Gewässer, fischen im Trüben und haben soviel Ahnung vom Geschäft wie die Krähe vom Gesang. Wer nicht sofort Umsatz macht fliegt schon nach kurzer Zeit hochkant raus. Viele Berater/-innen sind nach wenige Monaten ausgebrannt, erschöpft und der Vermittlungshetze überdrüssig geworden.

Wie kann ein Personaldienstleister seine Kunden in Sachen Nachhaltigkeit und Personalgewinnung seriös beraten, wenn dieser selber jedes Quartal neue Mitarbeitende einstellt oder entlässt?

Personaldienstleister sind nötig für die Wirtschaft. Gute Bewerbende kann man nicht nur über Internet, Zeitungsinserate, Netzwerke oder Social Media Kanäle gewinnen. Viele gute und interessante Stellenangebote werden nach wie vor von Personaldienstleistern betreut. Es ist jedoch immer wieder erstaunlich mit welchem Langmut viele Kunden das sich schnell drehende Personalkarussell solcher Personalvermittlungen akzeptieren.

Gute, stabile und seriöse Personaldienstleister können immer auf langjährige Mitarbeitende im Team zählen. Sie kennen ihre Kunden aufgrund der langen Zusammenarbeit in- und auswendig, kennen deren Bedürfnisse und wissen um die vielen Spezialitäten. Personaldienstleister, die einen regen internen Personalwechsel ausweisen, sollten gemieden werden. Sie sind nur an der Vermittlungsperformance interessiert und kümmern sich kaum um die Konsequenzen schlechter Beratung.

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