Jun 29

Immer wenn es an was mangelt müssen die Frauen ihren Mann stehen.

Autor: PersonalRadar

Kürzlich konnte man in der Tagespresse lesen, dass es zuwenig Ingenieure gibt. Nun müssen die Frauen ran. Einmal mehr.

Immer wenn es an was mangelt müssen die Frauen ihren Mann stellen.

Es ist doch immer wieder dieselbe Leier. Herrscht auf dem Arbeitsmarkt Mangel an bestimmten Qualifikationen, dann müssen die Frauen die Lücken schliessen. Ist der Arbeitsmarkt angespannt, weil zuwenig Arbeit da ist, dann erwartet man von ihnen, dass sie sich vom Acker machen, wieder liebevoll um die Familie kümmern und das Heim gemütlich gestalten.

Die Schweizerische Vereinigung der Ingenieurinnen (SVIN) hat Alarm geschlagen. Die Geschäftsführerin dieser Interessensvereinigung, Frau Brigitte Manz-Brunner, ist zum Schluss gekommen, dass das technische Wissenspotenzial der Frauen zu wenig genutzt wird. Die Feststellung ist richtig. Die Frauen wissen es schon lange und die Männer ebenso.

Aber auch die stossende und eklatante Ungerechtigkeit, dass bei gleicher Qualifikation und Berufserfahrung Frauen nach wie vor schlechter bezahlt werden, ist noch nicht aus der Welt geschafft worden. Der Leidensdruck ist anscheinend nicht hoch genug, um Änderungen auch wirklich umsetzen zu wollen. Gerade die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) leiden am mangelnden Interesse bei den Frauen. Die Mädchen und jungen Frauen werden in den Schulen auch nicht besonders ermutigt sich für solche Fächer zu erwärmen. Als ob sie zu doof dafür sind. Keineswegs. Die Frauen eignen sich für diese Berufsgruppen ebenso gut wie die Männer. Aber vielleicht brauchen sie einen anderen Zugang und passendere Förderungsprogramme wie auch Mentoring, damit es ihnen schneller einleuchtet, warum diese Wissensgebiete hochspannend sind.  Auch für werdende Frauen.

Es scheitert aber auch oft an der externen Kinderbetreuung.

Ist eine fertig ausgebildete Ingenineurin Mutter, dann hat sie ein Problem. Zuerst muss sie einen guten Krippenplatz finden. Hat sie ihn endlich gefunden, dann sind diese dermassen kostspielig, dass sich die Arbeit fast nicht mehr lohnt, wenn sie ein Teilzeitpensum hat. Geht es wider Erwarten trotzdem einigermassen, sind viele Arbeitgeber nicht besonders verständnisvoll, wenn dann diese Fachfrauen von Zeit zu Zeit Sachen erledigen müssen, die sie einfach als Familienfrau zu erledigen haben.  Viele Frauen bevorzugen dann Arbeitsstellen, die sich mit der Familie besser vereinbaren lässt. Möchte ein Ingenieur seine Vaterpflichten mehr ausüben und seine Partnerin unterstützen, wird er immer noch misstrauisch beäugt als hätte er eine seltene Krankheit.

Darüber hinaus schwafeln viele mit hochtrabend akademischem Duktus von der Employability der Frauen. Geht es dann ans Eingemachte wird abgeblockt. Nichts wird sich ändern solange nicht grundsätzliche Verbesserungen eingeleitet werden. Die Frauen würden wahrscheinlich gerne mitmachen. Wenn man sie nur liesse und ihnen endlich Rahmenbedingungen zur Verfügung stellt, die es ihren Partnern, Kindern und Arbeitgebern einfacher machen die Erwartungen auch nur annähernd erfüllen zu können. Ingenieurinnen braucht das Land. Das Land muss sich ändern. Mit diesem LINK kommen Sie gleich zum Presseartikel.

Nachfolgend macht PersonalRadar auf frühere Artikel zu diesem Thema aufmerksam:

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