Nov 14

Mit dem Job hat es geklappt. Die Stellenvermittlung weiss nichts davon.

Autor: PersonalRadar

Das Dreiecksverhältnis zwischen Personaldienstleistern, Kunden und Bewerbenden ist manchmal kompliziert. Mit der Kommunikation ist es nicht immer zum Besten bestellt.

Die Suche und das Finden von neuen Jobs sind alltägliche Geschichten. Jeden Tag werden Menschen pensioniert, entlassen, frei gestellt und wieder frisch angestellt. Je nach Wirtschaftslage dreht sich das Karussell schneller oder langsamer. Es dreht sich immer.

Die Fliehkräfte der Arbeitsmärkte sind auch mit Social Media nicht zu bändigen...

Die Fliehkräfte der Arbeitsmärkte sind auch mit Social Media nicht zu bändigen…

Viele Personaldienstleister sind bei diesen Rekrutierungsprozessen dabei und suchen nach den richtigen Berufsleuten, um Vakanzen möglichst schnell und nachhaltig schliessen zu können. Sie sind zwar nicht überall beliebt und sorgen selbst oft genug, verursacht durch obskures Geschäftsgebaren, für Abscheu und Ablehnung. Nichtsdestotrotz arbeitet die grosse Mehrheit dieser Stellenvermittler sehr seriös, anständig und solide.

Viele Firmen sind inzwischen der Meinung, dass Social Media, Xing, LinkedIn, Stellenbörsen und andere Anbieter die Dienstleistung der Personalvermittler obsolet machen und diese bald vom Markt verschwinden werden. Die Wirtschaftsdaten und -entwicklung sprechen dagegen. Das Wachstum des volkswirtschaftlichen Beitrages dieser Branche nimmt von Jahr zu Jahr zu und lässt erahnen, dass der Trend ungebrochen so weiter geht.

Social Media ist eine Ergänzung, aber nicht die Lösung zur schnellen und günstigen Personalsuche.

Was zudem auf kununu.com oder glassdoor.com mit viel zelebriertem Brimborium breit geschlagen wird und mit subjektiven Eindrücken gewürzt wurde, wissen die Personaldienstleister in der Regel viel besser, da sie mit den Entscheidungsträgern der Firmen sprechen und so oft viel genauer wissen, wo der Schuh drückt, der die Unzufriedenheit an der Basis auslöst. Das Berufsleben vieler wird nicht in der Schalterhalle sondern auf der Teppichetage beeinflusst und entschieden. Auch die gewieften Personaldienstleister drängen mit aller Macht in die Social Media Welt und werden diese bei den Rekrutierungsmöglichkeiten prägen, beeinflussen und wahrscheinlich auch bald stark besetzen, wenn nicht sogar dominieren.

Der gut ausgebildete Mensch als immerwährendes Objekt der Begierde ist und bleibt aber vielschichtig. Er funktioniert in der Regel nie wie die technischen Angaben auf dem Datenblatt beim Autokauf. Es ist komplizierter. Personalsuche bleibt komplex. Der Mensch ist wählerisch und die Multioptions-Gesellschaft fördert diese Verhaltensweise. Darüber hinaus verursachen die vielen Publikationsmöglichkeiten grosse Streuverluste und machen es vielen Stellensuchenden immer schwieriger das passende Angebot zu finden. Deshalb sind die Dienstleistungen der Personaldienstleister nach wie vor sehr gesucht. Sie sind eng am Markt, haben meistens hervorragende Kontakte zu jenen, die eine Rekrutierung beeinflussen, kennen den Auftraggeber gut und wissen welche Sorte Bewerber in das Profil passt. Bewerbende können sich zurücklehnen und suchen lassen.

Die nervenden Pushmails und farbigen Infokaskaden aus den Social Media Kanälen mit den angeblich passenden Jobangeboten bedienen wohl die Eitelkeit der Suchenden, sind aber oft so passend wie die Ananas in der Skihütte.

Das Jobkarussell wird sicher immer drehen. Mal schneller, mal langsamer...

Das Jobkarussell wird sicher immer drehen. Mal schneller, mal langsamer…

Die Kommunikation mit den Personaldienstleistern hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie ist schlechter geworden. Klappt eine Vermittlung erfolgreich, hören die Personaldienstleister, die schliesslich alles eingefädelt haben, das nicht mehr so direkt von den Kunden und den Bewerbenden. Es muss nachgehakt werden, um Gewissheit zu haben. Viele seriöse Personaldienstleister werden immer noch mit den unseriösen in einen Topf geschmissen, obwohl diese seit Jahrzehnten erfolgreiche Rekrutierung betreiben und oft dafür verantwortlich sind, dass die richtigen Bewerbenden zu den passenden Firmen kommen. Das kostet. Aber es kostet weitaus weniger, als die risikoreiche Suche, die nur auf Algorithmen beruht und scheinbar passende Datensätze miteinander verquickt. Die Fehlbesetzung wird dann als Wagnis ohne Garantieleistung abgebucht. Personaldienstleister sind nicht unfehlbar. Sie waren es noch nie. Auch nicht die seriösen. Aber bei einer Fehlbesetzung, und die gibt es bei allen Regeln der Kunst notabene immer, kommt wenigstens die Garantie der Personaldienstleister zum Zuge. Hat es nicht geklappt, dann muss Ersatz ohne weitere Kostenfolge möglich sein oder das Erfolgshonorar muss zu Teilen an den Auftraggeber zurückerstattet werden.

Personaldienstleister müssen ihr Image besser pflegen und jene mit guter Arbeit bedrängen, die dieses immer wieder beschädigen und dazu beitragen, dass die Kommunikation mit den Bewerbenden und den Firmen nur einseitig ist. Es gibt viel zu tun.

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