Mai 14

Personalvermittlung: Zu oft bleibt die Beratungsqualität auf der Strecke. Ein Fallbeispiel.

Autor: PersonalRadar

‚Schön sind sie pünktlich bei uns angekommen‘, meinte Personalvermittler Müller etwas larmoyant grinsend. Anne Meier, die Bewerberin, schaute verdutzt auf die Uhr. Sie kam zu früh.

Interviewing — Best Practice der PKS Personal- & Kaderselektion Basel

Die seriöse Vorbereitung auf ein Interview ist das A und O eines Personalvermittlers.

Irgendwie fing das Gespräch schon komisch an. Auf dem Weg zum Büro prüfte Müller sein geliertes Haar in der spiegelnden Glaswand seines Büropartners, um zu prüfen ob der akkurat gezogene Scheitel immer noch in Form war. Sein Teamkollege musterte ungeniert die Formen der Bewerberin Meier durch die Glaswand als sie bei ihm vorbei lief. Er schnalzte leise anerkennend mit der Zunge. Bewerberin Meier nahm den Blick diskret wahr und dachte, ‚war das schon eine Art Mini-Assessment für die Empfangsstelle in Teilzeit, die dieser Personalvermittler ausschrieb?‘

Müller bat Meier sich zu setzen und prüfte mit einem intensiven Blick das gepflegte Schuhwerk der Bewerberin. ‚Aha, die weiss wie man sich für eine solche Stelle kleidet und vorstellt‘. Er raschelte noch kurz in seinen Unterlagen, bis er endlich das Interview begann.

‚Ähh… Frau Ochsner…‘, räusperte sich Personalvermittler Müller. ‚Was ist das für ein Ochse‘, schoss es Bewerberin Meier durch den Kopf. ‚Der weiss ja gar nicht mehr den richtigen Namen von mir‘. ‚Hr. Müller, mein Name ist Meier und nicht Ochsner‘, meinte sie leicht indigniert zum Personalvermittler. Dieser errötet leicht und bemerkt, dass er das falsche Dossier auf den Tisch legte. ‚Ach ja, das ist ja diese Anne Meier für den Empfang 60% bei der Firma Tobler AG in Hinterpfuffigen. Mein Gott, die hab ich ja gar nie richtig angeschaut‘, überlegte er kurz. ‚Die Assistentin hat wahrscheinlich einen Fehler gemacht‘, meint er cool zu Meier. Er raschelt wieder in seinen Unterlagen. Meier kommt zum Vorschein und Müller fängt an.

‚Sie haben sich ja für diese Stelle als Assistentin bei der Firma Gubser AG in Hinterkrachen beworben‘. Das etwas dümmliche Lächeln von Müller friert ein als er den fragenden Blick von Meier wahrnahm. ‚Scheisse. Das ging in die Hose. Die ist ja gar nicht da für diese Stelle‘. Krampfhaft versucht er sich wieder an die richtige Vakanz zu erinnern. Okay mit dem Kunden hat er nicht alles so genau besprochen. Eigentlich weiss der Personalverantwortliche der Tobler AG gar nicht so genau, dass Personalvermittler Müller für ihn tätig ist. Aber Müller gab ziemlich dick am Telefon an, dass er sozusagen die richtige Bewerberin hätte und die Stelle ohne Kopfweh besetzt werden kann. Jetzt sitzt sich vor ihm und tut schwierig.

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Gute Personalberatende rascheln nie in den Bewerbungsunterlagen. Sie sind vorbereitet und haben die Details im Kopf.

Anne Meier ist ein wenig genervt. Sie will es nicht zeigen. Schliesslich ist sie im Moment arbeitslos und darauf angewiesen, dass sie bald eine neue Anstellung findet. Das Arbeitsamt macht Druck. Die tun auch nicht viel für sie. Aber sie ist auf das Geld angewiesen. Schliesslich hat sie ein Kind und ist allein erziehend. Dafür wird sie staatlich nett verwaltet und mehr oder weniger in Ruhe gelassen. Aber ihre Arbeitslosigkeit dauert jetzt doch ein wenig zu lange. Und dieser Hampelmann von Personalvermittler schaut ihr mehr in den Ausschnitt als auf ihren Lebenslauf.

Das Gespräch kommt ins Stocken. Irgendwie hat Meier das Gefühl, dass Müller nichts über die Tobler AG weiss. Der weiss nicht mal wie gross die Firma ist und was sie herstellt. Am liebsten würde sie das Handy hervorklauben und via Internet schnell die Informationen aus der Suchmaschine saugen. Aber das geht ja im Moment nicht. Müller schnauft schwer. Sein Hemd spannt über dem üppigen Bauch. Seine Brille rutscht auf dem ausladenden Nasenrücken und er scheint konfus zu wirken. ‚Ähhhh…‘, meint Müller unsicher, ‚warum haben sie dann die letzte Stelle aufgegeben?‘ Jetzt ist Anne Meier genervt. ‚Mein Gott‘, seufzt sie leise vor sich hin, ‚der hat mein Dossier gar nicht gelesen. Diese übergewichtige Dumpfbacke weiss ja nichts von mir. Was der für blöde Fragen stellt. Ich habe ja alles zu den einzelnen Stellen erläutert‘, denkt sie genervt. Ihr Gesicht bleibt unbeweglich wie ein Bunker aus Eisenbeton. Das Lächeln ist schon lange gefroren. Sie merkt das Gegenüber ist nicht wirklich kompetent. ‚Wissen sie Frau Meier‘, meint Müller schnarrend, ‚die Firma Gubser ist eine Topfirma. Sie passen da super rein‘. Meier macht Müller darauf aufmerksam, dass es bei der Stellenausschreibung ja um die Teilzeitstelle bei der Firma Tobler AG geht und die andere Stelle ja Vollzeit wäre. ‚Das geht nicht, Hr. Müller, ich bin allein erziehende Mutter. Ich kann nur Teilzeit arbeiten‘. Müller errötet wieder. ‚Mist, denkt er, die geht mir auf die Nerven!‘

Müller gibt jetzt richtig Gas. Er will unbedingt dynamisch wirken. Er fragt Fragen, die schon im Lebenslauf beantwortet wurden und Meier weiss immer noch nicht viel über den potenziellen Arbeitgeber. Beide rutschen auf den Stühlen. Das Gespräch ist in einer Sackgasse. Müller ergreift die Flucht nach vorne und meint lapidar: ‚Frau Meier schön waren sie hier. Ich denke ich weiss alles über sie. Ich schlage sie mal bei unserem Kunden vor. Ich denke sie sind die richtige Bewerberin.‘

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Professionelle Personalberatende sind gut vorbereitet, dossierfest und legen Wert auf eine hohe Beratungsqualität, die Stellensuchenden einen realen Mehrwert bietet.

Ach noch was Frau Meier, wie sind eigentlich ihre Spanischkenntnisse?‘ Anne Meier ist nun platt. Spanischkenntnisse will der, denkt sie wütend. Der weiss doch, dass ich im Lebenslauf keine solche Sprachkenntnisse erwähnt habe. Auch in der Stellenausschreibung war doch nichts erwähnt. Sie flötet Müller zu, dass sie Spanisch in der Schule als Freifach hatte. Aber die Kenntnisse sind eingerostet. Müller denkt nach. ‚So ein Pech‘, murmelt er leise vor sich hin. Der Kunde hat vor Tagen das Anforderungsprofil abgeändert. Er meinte, dass die lateinamerikanischen Märkte wichtiger werden und es somit nützlich ist, wenn die neue Assistentin auch Spanisch kann. Er hat das beim Job-Posting nicht angepasst. Nun sitzt die vor ihm und eigentlich passt sie ja gar nicht in diese Stelle rein. Müller lächelt jovial. ‚Wissen sie Frau Meier, das geht trotzdem‘. Meier schöpft wieder Hoffnung. Ok, denkt sie, hoffentlich wird es klappen. Der neue Arbeitgeber ist gleich um die Ecke der Kinderkrippe. Das wäre rein organisatorisch eine gute Sache.

Müller beendet das Interview nach 20 Minuten. Anne Meier ist ein wenig verwundert. Schon fertig. Sie steht etwas konsterniert wieder vor dem Eingang der Stellenvermittlung. Jetzt braucht sie dringend eine Zigarette. Müller raucht schon auf der Terrasse seines Arbeitgebers. ‚Wie lief es‘, fragte ihn der Chef. ‚Super‘, meint er. ‚Das ist die richtige Kandidatin. Das Dossier hau ich heute gleich raus‘.

Anne Meier hat nie mehr etwas vom Stellenvermittler gehört. Müller erboste seinen Kunden, weil er andauernd unpassende Dossiers versendete. Sein Chef war sauer und entliess ihn. Der Kunde brach die Geschäftsbeziehung abrupt ab.  Müller ist nun arbeitslos. ‚Hoffentlich treffe ich nicht die Meier auf dem Arbeitsamt‘, dachte er bitter, als er den ersten Termin auf dem Amt hatte. Anne Meier hat inzwischen eine passende Stelle durch einen anderen Personalvermittler gefunden, der ihre Lage gut verstand und das passende Job-Angebot realisierte.

Diese Geschichte ist frei erfunden. Sie kommt jedoch jeden Tag vor. Es gibt gute und schlechte Personalvermittlungen. Machen Sie die guten Erfahrungen dort, wo andere sie auch schon machen durften: www.pks-jobs.ch

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