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PersonalRadar gratuliert dem FC Basel!
Die Autorinnen und Autoren gratulieren dem FC Basel zu seinem Sieg.
Der FCB ist Fussballschweizermeister 2010.
Die richtigen Personalentscheidungen haben zum Sieg geführt.
Das richtige Personal zu gewinnen ist keine Glückssache.
Wahre Wunderdinge erzählt man sich von Google, dem Employer of Choice der Generation Y: Weltweit erhalte die Softwareschmiede 10000 Bewerbungen pro Tag, jede Woche würden 1000 neue Mitarbeitende eingestellt, 90 Prozent davon seien unter 30 Jahre alt, heisst es. Die Verweildauer im Unternehmen betrage dafür meist nur zwischen drei und fünf Jahre. Da kann man nur staunen und sich schulterzuckend wieder den eigenen Rekrutierungsproblemen zuwenden: Was hat ein KMU im Emmental denn schon mit dem Giganten aus Kalifornien gemein? (Ein Beitrag von: HR Today, Martin Winkel).
Eines zumindest, denn das will doch wohl jeder Betrieb, der Personal rekrutiert: Die neuen Mitarbeitenden sollen Top-Leute sein. Leute, die das Unternehmen mit ihrer Leistung und Kreativität voranbringen. Doch während solche Leute dem WWW-Trendsetter die Bude einrennen, suchen in «normalen» Betrieben die Recruiter händeringend nach Fachleuten. Was ist also von Google & Co. zu lernen? Die lockere Atmosphäre und die lässigen Lounge-Welten, die den staunenden Journalisten bei der Eröffnung der Zürcher Google-Niederlassung so sehr Eindruck machten, sind nur das äusserliche Erscheinungsbild einer völlig auf den Kopf gestellten Unternehmenskultur. Für die Generation der «Millennials» machen vor allem vier Dinge einen attraktiven Arbeitgeber aus:
- Mobilität
- Flexibilität
- Webanbindung
- Anerkennung
Beim Thema Mobilität kommen manche KMU schon an ihre Grenzen. Aber auch wer keine Niederlassung in Asien hat, kann seinen Leuten durchaus Chancen bieten, internationale Erfahrung zu sammeln, beispielsweise durch Projektarbeit mit Partnerunternehmen oder Hochschulen. Zumindest aber sollte ein Arbeitgeber die Leute, denen das Tal zu eng wird, ziehen lassen und ihnen dabei das Gefühl mit auf den Weg geben, dass sie jederzeit wieder willkommen sind. Denn irgendwann kommen sie ja vielleicht wieder zurück und bringen dann nicht nur neue Ideen, sondern möglicherweise sogar hoch qualifizierte Kollegen aus der Fremde mit.
Nicht viel einfacher ist es mit dem zweiten Punkt: Flexibilität. Die Generation Y lässt sich nicht in traditionelle Laufbahnen einbinden. Arbeitgeber müssen heute damit rechnen, dass ein hoch talentierter Jungmanager es vorzieht, zwei Jahre Babypause zu machen statt den nächsten Karriereschritt. Oder nicht nur vom Surfen in Australien träumt, sondern dafür ein halbes Jahr Urlaub nimmt. Wer dafür keine Freiräume schaffen kann, wird kaum andere Anreize zu bieten haben, um Bewerber anzulocken.
Webanbindung, das heisst mehr als nur ein PC mit Internetanschluss. Wer heute von der Uni kommt, erwartet selbstverständlich, dass die Arbeitsprozesse vernetzt sind, dass es Formulare nicht im Sekretariat, sondern im Intranet gibt und dass bei Einladungen zu einem Meeting die Termine über Outlook abgeglichen werden. Und dabei geht es nicht nur um Gimmicks: Wenn der Workflow immer wieder stockt und die angestaubte Hardware im Betrieb überlastet ist, macht der Job keinen Spass, auch wenn ein iPhone auf dem Schreibtisch liegt.
Anerkennung schliesslich, das wohl wichtigste Element, um aus einem guten Arbeitgeber einen attraktiven Arbeitgeber zu machen: Nicht erst für das Retention-Management ist dieses Element wichtig, sondern bereits bei der Rekrutierung. Dann nämlich, wenn ein Unternehmen das Potenzial eines Kandidaten erkennt, der zwar vielleicht nicht den hundertprozentigen Match mit dem Stellenprofil bietet, dafür aber die Chance, als neuer Mitarbeitender neue Produkte oder Dienstleistungen für das Unternehmen zu entwickeln. Bei Google nutzt man dafür – logisch – das Internet: Bewerber, die vom Firmenserver eines interessanten Mitbewerbers mit Schlüsseltechnologien aus auf die Karriereseite von Google surfen, bekommen dort ganz andere Dinge zu sehen als «normale» Bewerber, beispielsweise mehr und gezielte Infos sowie direkte Ansprechpartner. So rollt das Unternehmen den potenziellen Bewerbern einen roten Teppich aus, der schon Wertschätzung ausdrückt, bevor es zum ersten Kontakt gekommen ist. An dieser Einstellung kann sich auch ein KMU im Emmental ein Beispiel nehmen. Denn dafür braucht es nicht unbedingt die Webtechnologie von Google. Es braucht vor allem Offenheit gegenüber Neuem.
Ein schöner und friedlicher 1. Mai wünscht PersonalRadar!
Die Autorinnen und Autoren von PersonalRadar bedanken sich an dieser Stelle für das schnell wachsende Interesse an deren Beiträgen. Am ‘Tag der Arbeit’ wünschen sie allen Lesenden und Interessierten einen schönen und friedlichen 1. Mai 2010.
Endlich kommt Bewegung in die Bewilligungspolitik. Bundesrat gibt Kontingente für zweite Hälfte 2010 frei.
In Sachen Bewilligungspolitik für höchst qualifizierte Fachleute und Experten/-innen aus sogenannten Drittländern kommen endlich sachliche Nachrichten aus Bundesbern. Das Problem wurde erkannt. In dieser Angelegenheit verweisen wir auch auf den Blogbeitrag vom 27. April 2010. Mit dieser LINK können sie noch zusätzliche Informationen erhalten. Die nachfolgende Pressemitteilung nimmt Druck von der Wirtschaft.
Der Bundesrat hat heute für die zweite Hälfte des Jahres die Höchstzahlen für gut qualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern von ausserhalb der EU/EFTA freigegeben. Es handelt sich dabei um 1’000 Aufenthalts- und 4’500 Kurzaufenthaltsbewilligungen. Deren Anzahl ist für Arbeitskräfte aus Drittstaaten aufgrund des Ausländergesetzes (AuG) begrenzt.
Die starke internationale Vernetzung der Schweizer Wirtschaft erfordert eine genügende Anzahl Spezialisten von ausserhalb der EU/EFTA-Staaten. Mit der heute beschlossenen Kontingentsfreigabe wird sichergestellt, dass der Wirtschaft auch für die zweite Hälfte des Jahres 2010 genügend Bewilligungen für qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Angesichts der ungünstigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage hatte der Bundesrat am 4. Dezember 2009 entschieden, für die Kontingentsperiode 2010 vorerst nur die Hälfte der bisherigen Kontingentszahlen freizugeben (2’000 Aufenthaltsbewilligungen und 3’500 Kurzaufenthaltsbewilligungen) und über weitere Kontingente für die zweite Jahreshälfte zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden. Die Konjunkturprognosen des Bundes fallen mittlerweile deutlich positiver aus als erwartet. Auch wenn bezüglich der Arbeitslosigkeit weiterhin mit einer Stagnation auf einem für die Schweiz hohen Niveau zu rechnen ist, besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an gut qualifizierten Spezialistinnen und Spezialisten, welche die international tätigen Bereiche der Schweizer Wirtschaft weder im Inland noch in der EU/EFTA rekrutieren können.
Der Bundesrat hat nun per 1. Juli 2010 weitere 1’000 Aufenthalts- und 4’500 Kurzaufenthaltsbewilligungen freigegeben. Die Gesamtzahl der Kontingente 2010 entspricht somit derjenigen des Vorjahres, wobei jedoch eine Verschiebung der Akzente zu den kurz- und mittelfristigen Arbeitsaufenthalten vorgenommen wurde. Die Gesamtzahl der Aufenthaltsbewilligungen wurde gegenüber dem Vorjahr um 1’000 reduziert und jene der Kurzaufenthaltsbewilligungen um 1’000 erhöht, da Kurzaufenthaltsbewilligungen mit einer maximalen Dauer von 24 Monaten keine ständige Zuwanderung ermöglichen, ohne langfristigen Effekt auf den Arbeitsmarkt sind und zudem einen Stellen- und Berufswechsel grundsätzlich ausschliessen.
Der Einhaltung des Vorrangs inländischer Arbeitskräfte sowie für Personen aus EU/EFTA-Staaten kommt unverändert oberste Priorität zu. Bewilligungen dürfen nur an Drittstaatsangehörige erteilt werden, deren Anstellung einem gesamtwirtschaftlichen Interesse entspricht.
Wie internationale Handelsverträge Jobs vernichten.
Es wird mit immer härteren Bandagen auf dem globalen Markt der Handelsgüter gekämpft, um den eigenen Arbeitsmarkt möglichst von der Konkurrenz zu schützen.
Kürzlich gab es einmal mehr einen veritablen Streit zwischen China und den USA. China produziert billige Autoreifen, die auf dem amerikanischen Markt beliebt sind, da im Autoland USA gerade die einkommensschwachen Haushalte auf solche Produkte angewiesen sind. Die exportierende Grossmacht hat jedoch die Rechnung ohne den amerikanischen Zoll gemacht. Gewerkschaften gingen auf die Barrikaden und wollten mit dieser Massnahme die heimische Reifenindustrie schützen. Kurzum die Reifen aus China wurden mit einem massiven Schutzzoll belegt. Die einheimischen Anbieter konnten jedoch die Zielgruppe, die auf solche Billigriefen erpicht ist, gar nicht bedienen.
Die zolltechnische wie auch protektionistische Massnahme rettet keinen Job. Zölle vernichten meistens Jobs. Die Aktion war ein Schuss in den Ofen.
Weitaus besorgniserregender ist jedoch die Tatsache, dass Schwellen- und Entwicklungsländer vermehrt mit der Tatsache konfrontiert werden, dass Handelsabkommen nur noch zustande kommen, wenn bestimmte rigide Auflagen erfüllt werden. Gerade die USA, die sonst ziemlich hemdsärmlig ihre wirtschaftlichen Interessen durchsetzt, reagiert neuerdings ziemlich verschnupft, wenn sich die geoökonomischen Verhältnisse zugunsten jener Länder ausrichten, die man früher etwas verklärt als ‚Tiger-Staaten’ oder ‚Emerging Markets bezeichnete. Die zeigen inzwischen ihre Krallen und kraftvolle Potenz und konkurrenzieren die alten Industrienationen auf empfindliche Art und Weise.
Inzwischen hat die USA reagiert und in feiner Dosierung versteckte Retrosionsmassnahmen ergriffen, die unter dem Deckmäntelchen arbeitsethischem Altruismus daherkommt.
Wenn die USA Handelsabkommen mit Partnern, im speziellen mit Entwicklungsländern und aufstrebenden Wirtschaftsnationen, abschliessen, dann verlangt sie neuerdings, dass die Arbeitnehmerrechte auch in solchen Regelwerken explizit erwähnt und durchgesetzt werden. Das heisst diese Länder müssen
- die Versammlungsfreiheit respektieren,
- Gewerkschaften zulassen oder
- die schlimmsten Formen von Kinderarbeit eliminieren.
Sehr oft wird sogar noch verlangt, dass diese Arbeitsmärkte sogenannte akzeptable Arbeitsbedingungen bieten müssen, damit sie ihre Produkte überhaupt in die USA exportieren müssen. Das heisst im Klartext, dass
- Minimallöhne gezahlt werden,
- der Gesundheitsschutz respektiert wird
- und die Arbeitsstunden geregelt sind.
Des Weiteren müssen die Gesetzgeber dieser Länder auch darauf bedacht sein, dass Diskriminierungen am Arbeitsmarkt verhindert werden.
Mit anderen Worten greift eine neuer Form von Protektionismus um sich, der von jenen Industrienationen initiiert wurde, die den totalen Welthandel über Jahre propagiert haben und jetzt ihre Arbeitsmärkte in Gefahr sehen, da die zunehmende Konkurrenz dieser aufstrebenden Wirtschaftsnationen ihre heimischen Märkte wie auch Exportzahlen in Bedrängnis bringen. Ein groteske Situation.
Was ist die tiefere Absicht über restriktive Klauseln in den Handelsverträgen auf solch hanebüchen Weise Wirtschaftspartnern zu bändigen? Mit diesen Auflagen können die Produktionskosten der mitbewerbenden Volkswirtschaften hoch getrieben werden. Steigen die Produktionskosten, dann wird manches Exportgut zum ‚Non-Valeur’. Da wird der liberale Welthandel propagiert, damit alle gleichberechtigt ohne Einschränkungen an diesem teilnehmen können und plötzlich wird mit ethischen Standards dieser wieder ‚reguliert’, damit man sich die Konkurrenz vom Leibe halten kann.
Eine hoch industrialisierte Wirtschaft sollte darauf bedacht sein, dass sie mit ungebrochener Innovationskraft, Erfindungsgeist, Qualität und ausgezeichnetem Berufswissen ihre globalen Mitbewerbern in Schach halten kann.
Viele Entwicklungsländer sind noch Lichtjahre davon entfernt, Standards einhalten zu können, die der Westen über jahrzehntelange gesellschaftliche Entwicklungsprozesse und arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen erst mühsam erworben hat. Protektionismus hat noch nie einen Arbeitsplatz gerettet und gehört dort hin, wo ihm der Platz gebührt: In die ökonomische Mottenkiste.
Schwellenländer wissen, dass sie noch viel aufzuholen haben und ihre Arbeitsmärkte Bedingungen anbieten, die wir im Westen als ungeheuerlich empfinden würden. Was nützt es den Arbeitern in diesen Ländern, wenn die Standards pro forma sofort eingeführt werden und dafür die Arbeit auf der Strecke bleibt? Nichts. Auch dem Welthandel nicht. Die Industrienationen haben über viele Jahrzehnte auch Arbeitsmarktbedingungen zugelassen, die nicht immer den hehren ethischen Standards entsprachen. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft wieder Oberhand gewinnt und erkannt wird, dass jene Länder sehr wohl wissen, dass ihre Arbeitsmärkte nur suboptimal entwickelt sind, aber dafür Jobs bieten können, die den Menschen ein Einkommen und somit eine Existenz sichert.
Unternehmen suchen wieder mehr Personal – das Stellenangebot steigt rasant!
Da erreichen uns wieder sehr gute Nachrichten von der schweizerischen ‘News-Front’. Der Arbeitsmarkt in der Schweiz belebt sich stark. Im ersten Quartal 2010 wurden wieder weitaus mehr Stelleninserate veröffentlicht. Besonders in der lateinischen Schweiz boomt es.
In der Romandie und im Tessin nahm das Stellenangebot im Internet und in der Presse um sage und schreibe 20 Prozent im Vergleich zu Ende 2009 zu. In der Deutschschweiz war es weniger. Aber auch da beträgt der Anstieg respektable +14 Prozent. Alles in allem erhöhte sich die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz um satte 15 Prozent. Das Wachstum ist grösser als aufgrund saisonaler Effekte zu erwarten wäre und zeigt sich in allen Regionen. Die Zahlen wurden von der Uni Zürich erhoben. Endlich zeigt die Kurve auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt wieder nach oben.
Der neue Schweizer HR-Barometer 2010 ist da!
Flexibel für Arbeit und Familie? Der Schwerpunkt liegt 2010 auf dem Thema “Arbeitsflexibilität und Familie” in Schweizer Unternehmen – Faktoren, die gerade in Zeiten der Krise von Bedeutung sind.
Im Zentrum stehen u.a. folgende Fragen: Welche Beschäftigten profitieren von Flexibilität und Familienangeboten in Firmen? Inwieweit werden die Bedürfnisse der einzelnen Beschäftigten begriedigt? Welche Folgen haben solche Angebote und deren Bewertung auf Einstellung und Verhalten?
Neu gibt es in der fünften Ausgabe des Schweizer HR-Barometers erstmals eine Betrachtung allgemeiner Wirkungszusammenhänge im Bereich Human Resource Management. Auch wird auf relevante Massnahmen aufmerksam gemacht, die Arbeitseinstellung und Arbeitsverhalten beeinflussen.
Der Flyer ist auf der Webpage www.bgp-basel.ch unter “Aktuell” zum Download hinterlegt oder unter dieser Link abrufbar!
Was die privaten Personaldienstleister zur Linderung der Arbeitslosigkeit beitragen könn(t)en.
In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit werden jeweils die Stimmen wieder laut, die sich um die Zusammenarbeit zwischen den privaten Personaldienstleistern und der öffentlichen Arbeitsvermittlung, den RAVs, sorgen. Angeregt durch entsprechende Vorstösse, hat swissstaffing bei seinen Mitgliedern eine Umfrage unternommen. 191 Personalberater aus 20 Kantonen haben geantwortet. Nachfolgend die Resultat (Quelle: swissstaffing).
Die swissstaffing-Mitglieder erleben die öffentliche Arbeitsvermittlung in Bezug auf ihren Willen, mit der privaten Arbeitsvermittlung zusammenzuarbeiten, als eher an der Zusammenarbeit interessiert, aber nicht als regelmässig kooperierend (Grafik 1). Es besteht somit weitgehend eine positive Grundstimmung zwischen privater und öffentlicher Arbeitsvermittlung. Das Vertiefungspotenzial der Zusammenarbeit ist aber beträchtlich. Die Reaktionsgeschwindigkeit der RAVs nehmen die swissstaffing-Mitglieder als (fast) angemessen, aber nicht als schnell wahr.
Insbesondere im Personalverleih arbeiten die privaten Stellenvermittler allerdings enorm rasch. Sie reagieren in der Regel innerhalb von Stunden auf Bestellungen ihrer Firmenkunden.
Wenn sich die RAVs, wie das einige tun, zum Ziel setzen, Anfragen der Personaldienstleister innerhalb von 48 Stunden zu beantworten, ist das gut gemeint und wahrscheinlich nur unter Engagement möglich. Mit dem Rhythmus des Personaldienstleister-Business ist das aber nicht vereinbar. Deshalb ist es vordringlich, dass die Berater privater Stellenvermittler direkten Zugang haben zu den Stellensuchenden auf den RAVs.
67 Prozent der befragten Personalberater privater Arbeitsvermittler haben – im Rahmen der bereits in den Grundzügen bestehenden Zusammenarbeit mit den RAVs – effektiv Zugang zur Stellensuchenden-Datenbank AVAMST der RAV. Sie nutzen die AVAMST Datenbank annähernd regelmässig. Damit die privaten Stellenvermittler AVAMST auf effiziente Weise in ihre Arbeitsabläufe integrieren können, müssen sie die darauf publizierten Stellensuchenden aber unbedingt direkt kontaktieren können. In vielen Fällen ist das nicht möglich, und der Personalberater muss den Weg über das RAV nehmen, um an die Koordinaten der Stellensuchenden zu gelangen. Das kostet den Personalberater zu viel Zeit und hält ihn vom Einbezug der beim RAV gemeldeten Stellensuchenden ab. Für die privaten Personaldienstleister ist darum vordringlich, dass die Telefonnummern der Stellensuchenden für sie im AVAMST einsehbar sind. Unsere Umfrage ergab, dass dies nur bei einer Minderheit der Stellensuchenden der Fall ist (Grafik 2).
Das ist sehr wahrscheinlich (mit) ein Grund, dass die privaten Personalberater AVAMST nicht öfter nutzen. Die beim RAV gemeldeten Stellensuchenden gelangen zwar automatisch in die AVAMST-Datenbank, werden aber nur mit ihrem expliziten Einverständnis auch für die privaten Stellenvermittler sichtbar.
Swissstaffing ist der Auffassung, dass die RAV-Berater diesbezüglich eine wichtige Überzeugungsfunktion haben. Wenn sie ihren Klienten die Vorteile der Rekrutierung über einen privaten Personaldienstleister aufzeigen, hat dies bestimmt einen positiven Einfluss auf die Bereitschaft der Stellensuchenden, sich auf der Datenbank für die privaten Personalberater zu präsentieren.
Eine überzeugende Darstellung der privaten Arbeitsvermittlung durch die RAVBerater würde schliesslich auch die Erreichbarkeit der Stellensuchenden und vor allem ihr Interesse an einer von privater Seite offerierten Stelle steigern. Heute sind die Stellensuchenden aus AVAMST für die privaten Arbeitsvermittler nur mässig erreichbar.
Offeriert der private Personalberater den kontaktierten Stellensuchenden aus AVAMST eine Stelle, bringen diese meist nur ein mässiges Interesse auf. Die durch den Datenschutz gesetzten Hürden für eine automatische Publikation der Stellensuchendenprofile im für die privaten Personaldienstleister einsehbaren AVAMST laufen dem Interesse der Stellensuchenden letztendlich jedoch entgegen.
Je mehr Kandidatendatenbanken über ihre Profile verfügen, desto grösser sind ihre Chancen, wieder am Arbeitsmarkt platziert zu werden.
Mit der Registrierung bei einem privaten Personaldienstleister eröffnen sich den Stellensuchenden ausserdem beste Kontakte in die Arbeitgeberwelt. Deshalb müssten die RAV-Berater motivierend auf die Stellensuchenden einwirken und sie von den mannigfaltigen Vorteilen überzeugen, die ihnen erwachsen, wenn sie ihr Profil auch für die privaten Arbeitsvermittler offenlegen.
swissstaffing will die Arbeitslosigkeit entschärfen
swissstaffing ist angesichts dieser Umfrageergebnisse absolut bereit, das Seinige dazu beizutragen, damit die Potenziale der Zusammenarbeit ausgeschöpft werden, namentlich den Beizug von AVAMST durch die privaten Personalberater zu steigern. Natürlich ist es nicht so, dass swissstaffing diese Potentiale nicht schon früher erkannt hätte.
Doch sind die in der Vergangenheit unternommenen Anstrengungen zur Vertiefung der Zusammenarbeit jeweils an bürokratischen Hürden und vor allem an Vorurteilen gegenüber den Personaldienstleistern gescheitert.
Trotzdem gibt swissstaffing nicht auf, ist sich der Verband doch der Unterstützung gewichtiger Politiker gewiss. Mit seinen Mitgliedern möchte swissstaffing dazu beitragen, dass die Arbeitslosigkeit in der aktuellen Wirtschaftskrise so tief wie möglich gehalten werden kann!
Zusätzliche Brisanz erhält das Thema durch die wieder aufflammende Diskussion über die Personenfreizügigkeit. Mit der Arbeitslosigkeit steigen auch die Ängste in der Bevölkerung vor Arbeitsplatzverlust und Überfremdung. Den Arbeitgebern wird vorgeworfen, lieber Personen aus dem Ausland anzustellen, als auf inländische Stellensuchende zurückzugreifen. Dass dies geschieht, weil es in gewissen Branchen nach wie vor einen Fachkräftemangel gibt, ist in Zeiten wie diesen kaum überzeugend darzulegen. Obschon Ende 2009 beinahe ein Viertel (23 Prozent) der Betriebe Rekrutierungsschwierigkeiten beim qualifizierten Personal vermeldete. Umso wichtiger ist es, der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Die privaten Personaldienstleister sind in der Auslandsrekrutierung bekanntlich ziemlich aktiv.
2007 beschäftigten sie 6,5 Prozent der Grenzgänger, 9,5 Prozent der Kurzaufenthalter und über 20 Prozent der Meldepflichtigen. Um zu eruieren, ob nebst dem Fachkräftemangel weitere Gründe hinter der regen Auslandstätigkeit der swissstaffing-Mitglieder stecken könnten, wurde diese von inländischen Stellensuchenden via RAV. Dass die Stellensuchenden nur mit mangelhaften Angaben im AVAMST verfügbar sind, könnte eine Erklärung dafür sein. Eine zweite liegt möglicherweise in einer teilweise höheren Flexibilitäts- und Mobilitätsbereitschaft ausländischer Stellensuchender. Doch diese These wurde nicht geprüft.
Die Krise stirbt! Die nächste ist jedoch schon kurz vor der Geburt.
Fangen wir jedoch mit den positiven Nachrichten an. Die Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich (KOF), eine Einrichtung, die immer wieder durch ihre faktenorientierte Nüchternheit auffällt, rechnet für das Jahr 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von ca. 1,7% und geht davon aus, dass dieses im nächsten Jahr auf 2,2% steigen wird.
Das starke Wachstum einer spindeldürren Wirtschaft sagt aber leider nichts aus über die kommende Entwicklung des Arbeitsmarktes. Auch wenn die Banken wieder vermehrt Personal einstellen, die Stellenanzeiger der Printmedien üppiger erscheinen und die Anzeigen der Online-Jobbörsen umfangreicher sind, machen diese flatternden ‚Konjunktur-Schwalben’ noch keinen ‚Wirtschafts-Sommer’. Die Wirtschaftsentwicklung bleibt ruppig.
Gemäss einer Umfrage bei den 500 grössten Schweizer Unternehmen, die durch einen international tätigen Personaldienstleister durchgeführt wurde, wollen bis Ende Jahr ca. 140 von ihnen neue Stellen schaffen. Das ist sogar weniger als im letzten Jahr. Die alte Krise wird sicher mit fortlaufender Erholung der helvetischen Volkswirtschaft früher oder später verschwinden. Sie bleibt jedoch hartnäckig wie ein Schwarm Krähen, der sich trotz grimmig blickender Vogelscheuche, immer wieder auf das frisch gesäte Feld stürzt.
Die Umrisse einer neuen Krise sind schon klar erkennbar. Der Mangel an Fach- und Führungskräften wird in den nächsten Jahren dramatisch werden.
Hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte mit riesigem Erfahrungsschatz gehen in Pension und reissen klaffende Löcher. Die demografische Entwicklung kann diese nicht einfach schliessen. Auch eine forcierte Einwanderung nicht.
Hoch spezialisierte Unternehmen, die sich in anspruchsvollen Nischen etabliert haben und aufgrund dieser Besonderheit stark auf Fachwissen angewiesen sind, werden mehr und mehr ihres wirtschaftlichen Entwicklungspotenzials beraubt. Das Halten dieser Spezialisten/-innen (Retention) über das Pensionsalter hinaus und eine positiv besetzte Unternehmenskultur werden immer wichtiger werden, um die Nachhaltigkeit von Firmen zu sichern. Der Mangel an Fach- und Führungskräften wie auch ‚High Potentials’ in einer schnell alternden Gesellschaft mit verlangsamendem Bevölkerungswachstum wird uns noch in Atem halten. Die Investition in Ausbildung und Expertenwissen wird bei vielen Unternehmen zur Existenzfrage werden.
Aus dem Nichts entstanden bietet Planet 13 für viele eine stabile Umlaufbahn.
Avji Sirmoglu, Christoph Ditzler und Sven Röhler liessen es als Sozialhilfeempfangende nicht zu, dass sie sich einfach in der Weite des Nichts fallen liessen, ihr Schicksal akzeptierten und resignierten. Sie gründeten Planet 13 und erhielten dafür den Prix Schappo.
Was ist und macht Planet 13? Planet 13 ist ein Internetcafé. Die Gründer/-in erkannten, dass erwerbslose Menschen oder Sozialhilfeempfänger/-innen oft keinen Zugang zum Internet habe oder deren PC-Kenntnisse nur auf einem sehr rudimentären Niveau sind und somit den Anschluss zur virtuellen Welt immer mehr verlieren. Gerade Stellen suchende Menschen sind auf einen funktionierenden Internetanschluss angewiesen, damit sie die Jobanzeigen überhaupt zu Kenntnis nehmen und sich auch aktiv bewerben können.
Bis es soweit war mussten die Gründer/-in jedoch noch viel unternehmen. Eines Tages konnten die drei ihr Projekt der Christoph Merian Stiftung unterbreiten. Diese Stiftung zeigte sich interessiert und war für die Anschubfinanzierung besorgt. Das Prinzip der Selbsthilfe wird hoch gehalten. Ein Team, grösser als ein Dutzend, das fast ausschliesslich aus Arbeitssuchenden und Sozialhilfeempfangenden besteht, ist verantwortlich für den Betrieb.
Hier ein kurzer Bericht:
“Wenn das Internetcafé PLANET13 um 10 Uhr seine Türen öffnet, warten manchmal schon über fünfzig Gäste darauf, Zugang zu einem der Computer zu erhalten. Surfen, chatten, eine Wohnung im Internet suchen oder eine Stellenbewerbung verfassen und ausdrucken – so vielschichtig und multikulturell wie die Gäste sind, sind auch deren Bedürfnisse. Einen zentralen Punkt verbindet aber die meisten dieser Menschen: sie sind armutsbetroffen und können sich einen eigenen Zugang ins Internet oder einen Computer aus finanziellen Gründen schlichtweg nicht leisten.
Ausgrenzung und Ausschluss sind häufig die Konsequenzen für Betroffene, die den Anschluss ans elektronische Zeitalter verpassen.
Die Initianten/-innen haben die grosse Not erkannt. Aus dieser Erkenntnis wuchs ein Projekt, das in den letzten zwei Jahren erfolgreich umgesetzt wurde. Projektleiter Christoph Ditzler nennt es «Hilfe zur Selbsthilfe». Über zwanzig freiwillige Helfer/-innen übernehmen, nach innen und nach aussen, Verantwortung für verschiedenste Arbeitsfelder und tragen dazu bei, dass dieses Angebot zur Verfügung steht. So können Armutsbetroffene sich für kostenlose PC- oder Sprachkurse anmelden. Unterstützung findet auch, wer Mühe hat, seine Bewerbungsunterlagen zu formulieren. Für viele ist das Lokal zu einem Treffpunkt geworden, wo auch kulturelle Aktivitäten einen Platz haben. Freitags trifft man sich zum Filmabend. Ganz im Sinne von «die uni von unten», stehen am Montag Bildungsangebote zu aktuellen Themen im Zentrum. Die Mitarbeiter/-innen sind selbst Armutsbetroffene, Armutsgefährdete, Erwerbslose, IV-Bezüger/-innen, Pensionierte, Flüchtlinge, Eingewanderte oder Sozialhilfeempfänger/-innen. Sie haben das Internetcafé selbständig entworfen, realisiert und sich für die Finanzierung stark gemacht. Der Betriebsablauf wird gemeinsam gestaltet. Demokratisch werden Entscheidungen getroffen und die Einsatzzeiten festgelegt. Alle Teammitglieder arbeiten ohne Entschädigung. ” (Quelle: schappo)
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