Der Lebenslauf ist nicht tot. Er wurde nur an eine Maschine verfüttert.
Früher war ein Lebenslauf ein Dokument. Zwei Seiten Papier, manchmal drei, gelegentlich ein Verbrechen an der Typografie, aber immerhin: ein Versuch, ein Berufsleben in eine lesbare Ordnung zu bringen. Man sah Stationen, Brüche, Fortschritte, Irrtümer, Umwege, Wechsel, Mut, Müdigkeit, Ehrgeiz und manchmal auch schlicht Pech. Ein Lebenslauf war nie die ganze Wahrheit, aber er war eine Einladung zum Hinsehen. Heute ist der Lebenslauf oft zuerst kein Dokument mehr, sondern Rohmaterial. Er wird hochgeladen, zerlegt, ausgelesen, normalisiert, sortiert, verglichen, bewertet und in Felder gedrückt. Was früher gelesen wurde, wird heute ‘geparst’. Was früher eine Geschichte war, wird heute zu Datenpunkten. Und … Der Lebenslauf ist nicht tot. Er wurde nur an eine Maschine verfüttert. weiterlesen
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