Mai 20

Die Rekrutierung via facebook & co. ist für viele noch ein Irrgarten. Doch das Abwarten kann leicht ins Abseits führen.

Autor: PersonalRadar

Der Personaldienstleister Monster (Schweiz) hat kürzlich mit seiner interessanten Studie Recruiting Trends 2011 interessante Fakten geliefert.

Social Mecia ist immer und überall präsent. Wer kein Account bei facebook & co. hat, ist altmodisch, geht nicht mit der Zeit und verpasst angeblich das Leben.  Bei ausgetrockneten Arbeitsmärkten ist auf Rekrutierung in der üblichen Art und Weise kein Verlass mehr. Es drängen sich neue Methoden auf, die dem Zeitgeist besser gerecht werden und gerade jungen Bewerbenden weitaus vertrauter sind, als Zeitungsannoncen und Stellenausschreibungen in den zahlreichen elektronischen Jobbörsen.

Viele sind nun der Meinung, dass moderne Unternehmen schon lange die neuen Möglichkeiten der Sozialen Netzwerke für die Gewinnung von neuen Mitarbeitenden einsetzen. Dem ist aber nicht so. Die Studie zeigt klar auf, dass neue Möglichkeiten nicht immer sofort genutzt werden und man zuerst abwartet, um die weitere Entwicklung zu beobachten. Das Abwarten kann leicht zu einem Verpassen werden.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Personalfachleute vermehrt soziale Plattformen checken, um über Bewerbende mehr Informationen zu erhalten. Für die Gewinnung von neuem Personal suchen erst – gemäss Studie – 3,3% der Unternehmen bei facebook.

Anders sieht es aus bei Xing und Linkedin. Von den 500 grössten Unternehmen in diesem Land, verwenden gerade mal 11,5% von ihnen diese Anbieter für die Personalsuche. Auch diese Werte sind nicht gerade berauschend. Als Argument wird ins Feld geführt, dass man mit den Medien noch nicht so vertraut sei und oft auch nicht erkennbar ist, ob potenzielle Personen, die für das Unternehmen interessant sein könnten auch wirklich frei sind und zur Verfügung stehen. Zudem haben viele Firmen die Erfahrung machen müssen, wenn sie potenzielle Kandidaten im Fokus hatten und diese anstupsten, diese oft ungehalten reagierten, wenn überhaupt eine Reaktion kam. Es scheint so, dass viele Social Media nutzen, aber noch nicht mit allen Möglichkeiten vertraut sind und dementsprechend verunsichert reagieren, wenn die Anwendungsmöglichkeiten besser ausgeschöpft werden, aber diese nicht wirklich gut bekannt sind.

Die meisten Stellenbesetzungen erfolgen nach wie vor auf klassische Art und Weise:

  • 32.8% der Anstellungen sind das Resultat von Ausschreibungen auf Stellenbörsen im Internet
  • 30,4% der Anstellungen können realisiert werden, wenn Unternehmen ihre Stellenangebot auf der Firmenwebseite publizieren
  • 15,7% finden eine neue Stelle durch Personaldienstleister und
  • 10,7% der Stellensuchenden finden einen neuen Job durch ein Zeitungsinserat
  • 4,5% werden durch Headhunter in neue Positionen gehievt und nur
  • 1% der Stellensuchenden finden via Arbeitsamt eine neue Anstellung (sic!)
  • 0,7% der neuen Stellenbesetzungen kommen durch soziale Netzwerkplattformen zustande
  • 3,5% – und diese Zahl ist nicht zu unterschätzen – der Neueinstellungen werden durch Personalmessen und Empfehlungen von Mitarbeitenden realisiert.

Die Möglichkeiten von Social Media werden häufig schön geschrieben. Durch die allgemeine Begeisterung für diese neue Welt, stark potenziert durch den nervösen Hype, oft hervorgerufen durch die vielen technologischen Möglichkeiten der Smartphones, wird vieles extrem übertrieben. Nach der Flut folgt immer die Ebbe.

Nichtsdestotrotz sollte man die neuen Rekrutierungsmöglichkeiten nicht unterschätzen. facebook & co. werden in den nächsten Jahren noch für manche Überraschung sorgen.

 

 

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