Fach- und Führungskräfte Handwerker

Fach- und Führungskräfte Handwerker

PostHeaderIcon SwissSkills: Ohne gut ausgebildete Handwerker ist die Schweiz schlecht dran.

Die SwissSkills Bern 2014 sind etwas noch nie Dagewesenes: die 1. Schweizer Berufsmeisterschaften an ein und demselben Ort.

SwissSkillsDas Erlernen eines Handwerks ist bei jungen Menschen nicht mehr so attraktiv. Viele Berufe sind körperlich anspruchsvoll und anstrengend. Nicht alle arbeiten als Uhrmacher in einer stillen und sauberen Umgebung. Im Strassenbau donnert der Presslufthammer, dem Maler brennt die sengende Hitze auf den Kopf und der Elektromonteur legt Kabel im dritten Untergeschoss und sieht den ganzen Tag kein Tageslicht. Heute, den 17. September 2104, fängt die SwissSkills an. Was ist das?

An diesem Grossanlass präsentieren sich über 130 Berufe aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung. In rund 70 Berufen kämpfen die jungen Athletinnen und Athleten um den Schweizermeistertitel.

Zu den SwissSkills Bern 2014 werden nicht weniger als 1‘000 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie Besucherinnen und Besucher aus allen Regionen der Schweiz erwartet. Mit diesem LINK gibt es einen kurzen Film von 3 Minuten, der diesen Anlass noch kurz vorstellt.

Gute gibt es diesen Anlass. Er ermöglicht vielen Interessierten einen guten Einblick in das Berufsbildungswesen der Schweiz. Handwerker braucht das Land. Nach wie vor!

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PostHeaderIcon Arbeitsrecht: Positiver Gleitzeitsaldo und Entschädigungspflicht.

HR TodayFlexible Arbeitszeitmodelle finden vermehrt Verbreitung. Dabei ergeben sich regelmässig Fragen bei der Abgrenzung der geleisteten Arbeitszeit von Überstunden, welche nicht einfach zu beantworten sind und auch die Gerichte regelmässig beschäftigten. Dies vor allem, weil Überstunden prinzipiell entschädigungspflichtig werden können, während dem ein positiver Gleitzeitsaldo im Rahmen flexibler Arbeitszeit grundsätzlich verfällt (ein Beitrag von: Reto Sutter & Nicolas Facincani, HR Today).

Die Gleitzeitarbeit setzt sich grundsätzlich aus zwei Komponenten zusammen,nämlich aus den starren und den flexiblen Arbeitszeiten.

  • Die starren Arbeitszeiten bilden die sogenannten Blockzeiten, während derer der Arbeitnehmer grundsätzlich seine Arbeit zu verrichten hat.
  • Während den flexiblen Arbeitszeiten kann der Arbeitnehmer seine Arbeit zeitlich frei einteilen. Entscheidend ist, dass der Arbeitnehmer den Zeitpunkt seiner Arbeitsleistung im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit und unter Berücksichtigung der Blockzeiten innerhalb der Gleitzeiten frei wählen kann.
Überstunden und Gleitzeitsaldo

Vor Gericht ist die Unterscheidung zwischen Überstunden und positivem Gleitzeitsaldo wichtig. (Quelle: HR Today, Bild: iStockphoto)

Im Rahmen der Arbeit hat dann ein Zeitausgleich zu erfolgen, so dass der Arbeitnehmer seine Soll-Arbeitszeit auf wöchentlicher, monatlicher oder jährlicher Basis erreicht. Der Arbeitnehmer ist hierbei berechtigt, in einem bestimmten Rahmen Arbeitszeit vor- oder nachzuholen. Er hat also eine gewisse Zeitautonomie über seine tägliche Arbeitszeit.

Auf der anderen Seite ist der Arbeitnehmer dafür verantwortlich, fristgerecht für einen Ausgleich der Mehr- oder Minderarbeit zu sorgen. Gleitzeitüberhang – das Zuviel an Arbeitszeit oder der positive Gleitzeitsaldo – ist grundsätzlich durch Freizeit von gleich langer Dauer abzubauen.

Gleitzeitsaldi können verfallen

Oft stellt sich in der Praxis die Frage, ob es zulässig ist, dass im Rahmen von Gleitzeitarbeitsmodellen am Ende einer Abrechnungsperiode Gleitzeitsaldi abgeschnitten werden, sofern diese einen bestimmte Grenze übersteigen. So kommt es beispielsweise vor, dass Gleitzeitreglemente vorsehen, dass alle Stunden eines Gleitzeitsaldos, welche die Grenzen von 100 Arbeitsstunden übersteigen, am Ende eines Jahres verfallen und daher nicht mehr durch den Arbeitnehmer kompensiert werden können. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dies zulässig.

Das gleiche gilt praxisgemäss grundsätzlich, wenn bis zum Ablauf der Vertragsdauer, bzw. bis zum Ende der Kündigungsfrist ein Gleitzeitguthaben nicht mehr abgebaut werden kann.

Das wird insbesondere damit begründet, dass die Zeitsouveränität bei der Gleitzeitarbeit beim Arbeitnehmer liegt. Aus diesem Grund habe dieser auch dafür zu sorgen, dass er mit seiner tatsächlich geleisteten Arbeit innerhalb der vereinbarten Arbeitszeit bleibt. Grundsätzlich könne dieser also die Mehrarbeit innert der vereinbarten Zeitperiode wieder abbauen. Etwas anderes gilt, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer anweist, über die Blockzeiten hinaus zu arbeiten oder wenn die Mehrarbeit betrieblich notwendig ist.

Entschädigung des positiven Gleitzeitsaldos

Dr. Reto Sutter, Autor dieses Beitrages (klicken Sie auf das Bild für mehr Infos)

Dr. Reto Sutter, Autor dieses Beitrages (klicken Sie auf das Bild für mehr Infos)

Ein positiver Gleitzeitsaldo und Überstunden haben gemeinsam, dass es sich bei beiden Begriffen um Mehrarbeit handelt, welche durch den Arbeitnehmer geleistet wird. Für die Abgrenzung zwischen Gleitzeit und Überstunden kann aufgrund der vorgehenden Überlegungen die folgende Faustregel angewendet werden: Bei Überstunden handelt es sich um diejenige Arbeitszeit, welche aufgrund der betrieblichen Notwendigkeit oder auf Anordnung des Arbeitgebers über die arbeitsvertraglich vereinbarten oder üblichen Arbeitsstunden hinaus geleistet wird, während Gleitzeitstunden innerhalb der arbeitsvertraglich vereinbarten oder üblichen Arbeitsstunden bzw. bei einem Gleitzeitüberhang freiwillig darüber hinaus geleistet werden – in der Regel, um den Überhang zu einem späteren Zeitpunkt informell wieder innerhalb der Gleitzeit zu kompensieren.

Die Unterscheidung ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Überstunden unter Umständen – gemäss den anwendbaren vertraglichen Regelungen – zu einer finanziellen Entschädigungspflicht des Arbeitsgebers führen.

Das Gesetz sieht bei der Leistung von Überstunden vor, dass der Arbeitnehmer – im Einverständnis mit dem Arbeitgeber – die Überstundenarbeit innert eines angemessenen Zeitraums durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgleichen kann. Wird die Überstundenarbeit nicht durch Freizeit ausgeglichen und ist nichts anderes schriftlich verabredet oder durch Normal- oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt, so hat der Arbeitgeber für die Überstundenarbeit Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel bemisst.

Verantwortung des Mitarbeitenden

Nicolas Facincani, lic. iur. LL.M. (Klicken Sie aufs Bild für mehr Infos).

Nicolas Facincani, lic. iur. LL.M. Autor diese Beitrages  (Klicken Sie auf das Bild für mehr Infos).

Die Abgrenzungsfragen stellen sich insbesondere im Rahmen der Kündigungsfristen oder im Zusammenhang mit dem Ende von Gleitzeitperioden. Grundsätzlich ist der Mitarbeitende nach einer Kündigung selber verantwortlich, dass ein positiver Gleitzeitsaldo im Laufe der Kündigungsfrist wieder abgebaut werden kann. Wird der Saldo nicht abgebaut, verfallen die Stunden aus der Gleitzeitarbeit und der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Entschädigung. Das gleiche gilt generell im Zusammenhang mit dem Ende von Gleitzeitperioden, unabhängig ob im Zusammenhang mit einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder bei laufender Anstellung. Dies wurde vom Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung bestätigt.

Etwas anderes gilt lediglich, wenn ein Abbau aufgrund von Weisungen, zum Beispiel über die Blockzeiten hinaus zu arbeiten, oder Massnahmen des Arbeitgebers oder aufgrund betrieblicher Bedürfnisse nicht möglich ist bzw. der Arbeitgeber oder die betrieblichen Umstände den Abbau nicht zulassen. Diesfalls wandelt sich das Gleitzeitguthaben in diesem Umfang in Überstunden, die – je nach der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses – zu entschädigen sind. Sodann entstehen zur Kompensation berechtigende Überstunden, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer gegen Ende der entsprechenden Zeitperiode anweist, über die Blockzeiten hinaus zu arbeiten.

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PostHeaderIcon Brummt die Wirtschaft, röchelt die globale Sprachenvielfalt.

Babylon ist auf dieser Welt nach wie vor Realität. Fast 7’000 Sprachen sind im Gebrauch. Es gibt Sprachen, die nur von Kleinstgruppen gesprochen werden und andere die durch Hunderte von Millionen von Menschen tagtäglich zum Einsatz kommen.

Kürzlich wurde auf der Webpage von ‚Proceedings of the Royal Society’ ein interessanter Artikel mit dem Titel ‚Global distribution and drivers of language extinction risk’ publiziert. Dort wird festgehalten, dass die globale Wirtschaft dazu führt, dass mehr als die Hälfte der Sprachen vom Aussterben betroffen sind. Gerade in gut etablierten Wirtschaftssystem ist oft eine Sprache dominant. Hier ein kurzer Auszug aus der Studie:

Sprache‘Our findings highlight the contrasting status of threatened languages in hotspots within economically developed and developing regions. Economically developed regions, such as North America and Australia, have already experienced many language extinctions, most probably due to the negative impact of economic, and associated political and educational, developments. Nevertheless, small-range and small-population languages still persist in hotspots within these regions (e.g. northwestern North America and northern Australia). Those languages need immediate attention because of their high extinction risk due to continued speaker declines and, potentially, range contractions as well. On the other hand, much of the tropics and the Himalayan region harbour many threatened languages with small range and speaker population sizes, reflecting their association with productive and topographically heterogeneous environments. As some countries in these regions are currently experiencing rapid economic growth, unless conservation efforts are targeted there, the tropics and the Himalayan region will face an elevated risk of becoming hotspots for language losses in the near future.’

Dass die Wirtschaft Sprachen und sozioökonomische Verhältnisse verändert ist eigentlich schon lange bekannt. Dass sie aber auch die Diversität der Sprachen negativ beeinflusst, ist doch eine neue Perspektive.

Mit dem nachfolgenden Link geht es gleich zur Studie: Global distribution and drivers of language extinction risk

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PostHeaderIcon Arbeitsrecht: Feriengeld und Temporärarbeit. Was ist rechtens?

Personaldienstleister, die Temporärmitarbeitende beschäftigen, werden immer wieder mit der Frage konfrontiert, wo denn das mit der Rückbehaltungspflicht mit dem Feriengeld geregelt ist.

Diese Rückbehaltungspflicht des Feriengeldes ist im Anwendungsbereich des GAV Personalverleih (Gesamtarbeitsvertrag) im Art. 13 Abs. 2 festgehalten.

Dort steht folgender Text:

FeriengeldFerien

  1. Der Ferienanspruch beträgt bis zum zurückgelegten 20. Altersjahr und ab dem vollendeten 50. Altersjahr 25 Arbeitstage (10,6%). Für alle übrigen Arbeitnehmenden beträgt der Ferienanspruch 20 Arbeitstage (8,33%).
  2. Die Auszahlung des Ferienlohns darf für maximal dreimonatige, einmalige Arbeitsverhältnisse direkt mit dem Lohn erfolgen, muss aber auf der Lohnabrechnung separat ausgewiesen werden. Die Auszahlung des Ferienlohns für alle übrigen Arbeitsverhältnisse darf nur bei Bezug der Ferien oder bei definitiver Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen, sofern der Bezug innerhalb der Kündigungsfrist nicht möglich oder gesetzlich nicht erlaubt ist. Das laufende Ferienguthaben ist auf den Lohnabrechnungen auszuweisen.

Diese Bestimmung stützt sich übrigens auf Art. 329d Abs. 1 OR (Obligationenrecht), wonach der Arbeitgeber verpflichtet ist, dem Arbeitnehmer für die Ferien u.a. den gesamten darauf entfallenden Lohn zu entrichten. Die Rückbehaltung des Feriengeldes – für über dreimonatige Arbeitsverhältnis – stellt dies sicher.

Also:
Der Personaldienstleister muss das Feriengeld zurückbehalten. Es wird dann ausbezahlt:

  • Wenn der Einsatz fertig ist und keiner nachfolgt oder
  • wenn der Temporärmitarbeiter wirklich in die Ferien geht und die Auszahlung ausdrücklich wünscht oder
  • Ende Jahr auf jeden Fall, auch wenn der Einsatz weiter geht oder
  • wenn der Temporärmitarbeiter eine Bestätigung unterschreibt, die klar macht, dass er die monatliche Auszahlung des Feriengeldes ausdrücklich wünscht.

GAV Personalverleih (siehe Seite 15, Art. 13)

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PostHeaderIcon Handwerkliche Profis sind für die Temporärbranche eminent wichtig.

Gute Handwerker sind für eine florierende Volkswirtschaft unverzichtbar. Wer sonst soll die immer komplexere Infrastruktur in Schuss halten?

Das Handwerk wird oft belächelt. In einer Zeit, wo die sogenannte Wissensgesellschaft die Wirtschaft dominiert und der akademische Abschluss angeblich das Mass aller Dinge sein sollte, kommt der handwerklich Berufsabschluss immer mehr unter die Räder. Eigentlich zu unrecht. Die Mauer zieht nicht der Roboter hoch und die Ziegel bringt auch keine Drohne aufs Dach. Ebenso wenig sind kluge Maschinen am Werk, die Toiletten montieren oder Nägel in Holzbalken einschlagen. Es sind Mensch aus Fleisch und Blut mit einer handwerklichen Ausbildung. Sind diese nicht vorhanden, dann nützt auch keine gescheite Software, die solch fehlende Berufskenntnisse einfach kompensieren kann.

Jobs für Handwerker GmbH in Basel sucht Fachleute

Ohne gut ausgebildete Handwerker kommen die ¨Kopfarbeiter’ der Wissengesellschaft nicht weiter…

Die Diskussion ‚Blue-Collar-Worker’ versus ‚White-Collar-Worker’ hilft nicht weiter. Der Softwareingenieur kann seine Entwicklungsarbeit nicht realisieren, wenn der Elektromonteur keine elektrischen Leitungen für den Computer zieht und der CNC Fachmann kann seine Werkstücke nicht bearbeiten, wenn der Programmierer aufgrund von Energiemangel das CNC Programm nicht verbessert. Beide Welten sind eng miteinander verknüpft und verflochten.

Diese faktische Symbiose wird bestehen bleiben. Wissensgesellschaft hin oder her.

Gerade während den warmen Monaten boomt die Temporärbranche ungemein stark. Viele hoch qualifizierte handwerkliche Fachkräfte sind dann wieder im Einsatz, wenn es um den Neubau oder Unterhalt der Infrastruktur geht. Es wird ganz viel geleistet und geschuftet. Zuweilen sind die Arbeitsbedingungen schwierig und auszehrend.

Mehr Respekt gegenüber solchen handwerklichen Fachkräften und ihren Leistungen führt auch dazu, dass sich wieder vermehrt jungen Menschen für ein Handwerk interessieren und dazu beitragen, dass in der Wissensgesellschaft das Licht nicht ausgeht.

Jobs für Handwerker GmbH hat vor Kurzem sein neues Plakat veröffentlicht. Handwerkliche Profis sind gesucht. Ohne sie geht nichts.

www.jobs-fuer-handwerker.ch

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