Fach- und Führungskräfte Handwerker

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PostHeaderIcon ‘Wen kann ich jetzt noch anstellen?’ Sichern Sie sich Wissen zur Masseneinwanderungsinitiative!

AusrufezeichenDie Annahme der Schweizerbevölkerung der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 löst viele Fragen bei den Personalverantwortlichen aus. Die Initiative zur Beschränkung der Masseneinwanderung verlangt neu auch eine Kontingentierung der Arbeitsmigration aus den EU/EFTA Staaten. Sie betrifft alle Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen, seien das die Kurzaufenthalts (L),- Jahresaufenthalts (B) oder Grenzgänger Bewilligungen (G).

Konkret heisst das, dass zum Beispiel bei einer Anstellung einer Person aus dem benachbarten Deutschland grössere administrative Aufwände aufkommen und im schlimmsten Fall eine Absage erteilt werden kann. Ersteres tritt ein, wenn die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber einen begründeten Antrag stellen muss, warum die Stelle nicht mit einer SchweizerIn oder mit einer Person mit einer C-Bewilligung (Niederlassungsbewilligung) besetzt werden kann. Im Falle einer Absage bedeutet das, dass bei diesem Beispiel die Kontingente für Deutsche (L- und B-Bewilligungen) für das laufende Jahr aufgebraucht sind.

Suisse - Immigration 3

Klicken Sie auf das Bild und Sie können sich direkt online für die Veranstaltung anmelden!

Momentan erarbeitet der Bundesrat bis Ende Jahr einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Masseneinwanderungsintiative. Parallel bereitet er sich auf die Verhandlungen mit der EU über das Personenfreizügigkeitsabkommen vor. So können aktuell folgende Punkte zum zukünftigen Bewilligungswesen sicher festgehalten werden:

  1. Für das bestehende ausländische Personal ändert sich auch mit der Inkrafttreten des neuen Gesetzesartikels nichts.
  2. Der Familiennachzug und Niederlassungsbewilligungen (C) sind von der Kontingentierung ausgeschlossen.
  3. Der neue Gesetzesartikel tritt frühestens im Januar 2017 in Kraft.

Trotz vieler ungeregelter Punkte und mit Blick auf die in Zukunft immer strenger geregelten Zuwanderungskriterien, sollten Arbeitgebende bereits heute Massnahmen zur Sicherstellung ihres zukünftigen Personals einleiten. Grenzgängerinnen und Grenzgänger könnten zum Beispiel motiviert werden sich in der Schweiz niederzulassen. Die Niederlassungsbewilligung und die Einbürgerung sichern den Aufenthalt ausländischer Arbeitnehmenden. Hier kann die Arbeitgeberschaft ihre ausländischen Mitarbeitenden unterstützen, indem sie zum Beispiel ihre Deutsch- und Allgemeinkenntnisse zur Schweiz fördert.

Warten Sie nicht ab! Sichern Sie sich rechtzeitiges Wissen, damit Sie laufend Schritte anpassen können. Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Infoveranstaltung zum aktuellen Stand des Bewilligungswesens mit Blick auf die Masseneinwanderungsinitiative am 19.11.2014 um 16.30Uhr-18.00 und anschliessendem Apéro im Zunftsaal Schmiedenhof am Rümelinsplatz 4 in Basel ein. Bei Interesse melden Sie sich bitte an integration@ggg-ab.ch oder rufen Sie uns an: +41 61 206 92 27 / Flyer hier: Flyer zur Infoveranstaltung ‘Wen kann ich jetzt noch einstellen’ vom 19. November 2014 in Basel

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PostHeaderIcon Personaldienstleister sind auf Jobportale angewiesen. In der Schweiz ist Jobcloud.ch eine Macht. Eine unheimliche.

Jobcloud.ch gehört zu Tamedia und Ringier. Die Plattform beherrscht inzwischen 70% des Online-Stellenmarktes. Die beiden grossen Personaldienstleister der Schweiz, Addeco und Manpower, bäumen sich gegen diese geballte Marktmacht auf und überlegen sich, ob sie nicht eine eigene Plattform schaffen wollen.

Hoffentlich kommt bald neuer Sprit in den Tank der Online-Stellenbörsen. Es würde den Wettbewerb auffrischen und dem Markt gut tun.

Hoffentlich kommt bald neuer Sprit in den Tank der Online-Stellenbörsen. Es würde den Wettbewerb auffrischen und dem Markt gut tun.

Der Verkauf von Jobcloud.ch hat den beiden Verlagshäusern viel Geld gekostet. Das muss zuerst wieder verdient werden. Jeder Personaldienstleister, der das Dienstleistungsangebot von Jobcloud nutzt oder vielmehr nutzen muss, damit er sich überhaupt auf dem Vermittlungskarussell halten kann, hat es deutlich zu spüren bekommen. Die Preise sind stark gestiegen. Der Nutzen weniger. Auch die Wettbewerbskommission wurde aufmerksam auf diese starke Machtposition.

Zudem laufen auch Bemühungen, dass der Verband der Schweizerischen Personaldienstleister, swissstaffing, ins Boot geholt wird und so ein Gegengewicht aufgebaut werden kann. Die forcierte Gestaltung einer sinnvollen Balance von verschiedenen Dienstleistern tut dem Markt immer sehr gut. Vielleicht gibt es dann endlich in naher Zukunft einen echten Wettbewerb und das Oligopol der Online-Stellenbörsen erodiert. Das Dienstleistungsangebot, die Zuverlässigkeit und die hohe Verfügbarkeit von Jobcloud.ch sind für Personaldienstleister nach wie vor gut und sicher Match entscheidend. Die Preise provozieren jedoch. Und die intransigente Haltung, daran überhaupt nichts zu ändern, ebenso. Hoffentlich ist die Provokation stark genug. Nicht selten ist sie die Geburtshelferin von Neuem. Honi soit qui mal y pense!

Siehe auch: Ungleicher Kampf im Online-Stellenmarkt (Quelle: Handelszeitung)

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PostHeaderIcon Arbeitsmarkt Schweiz: Mit ECOPOP poppt er nicht mehr!

ECOPOP - Nein DankeDas Verb ‘poppen’ kommt aus dem Englischen ‚to pop’ und heisst so viel wie knallen, aufspringen. Popcorn ist allen ein Begriff. Mit Speiseöl und Hitze lassen sich harte Maiskörner zu einem mundigen Snack für zwischendurch umwandeln.

Am 30. November stimmt das Schweizervolk über die ECOPOP Initiative ab. Was will diese Initiative?

‘Forderungen der Initiative
Die Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» verlangt, dass die jährliche Nettozuwanderung, also Einwanderer minus Auswanderer auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung begrenzt wird. Dies entspricht einem Bevölkerungswachstum von 16‘000 Personen im Jahr. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren betrug das Bevölkerungswachstum bis zu 110’000 Personen. Vorgesehen ist eine Übergangsphase: Im ersten Jahr nach Annahme der Initiative dürften 0,6 Prozent, im zweiten noch 0,4 Prozent einwandern. Damit wir der Übergang erleichtert und Anpassungen in den internationale Verträgen mehr Zeit gegeben (Quelle: www.ecopop.ch)’.

Es tönt ja wundervoll. Wir stemmen uns gegen den Migrationsdruck, kämpfen edel gegen die globale Überbevölkerung und tun was für die Natur. Wer möchte da schon nicht dabei sein? Die Initiative ist jedoch Augenwischerei. Sie wird damit die hiesige Wirtschaft nachhaltig paralysieren und schrumpfen lassen. Sie isoliert die Schweiz noch mehr und lässt den Arbeitsmarkt derart unter Druck geraten, dass die Ausfinanzierung der Sozialwerke fraglich ist, der soziale Friede in der Gesellschaft leidet und dessen nach wie vor gute Verankerung lockert. Die Initative beschädigt die hohe Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes derart unnötig, dass sich die konkurrierenden Volkswirtschaften die Hände reiben und sich darüber freuen, dass die Schweiz sich selber ein Bein stellt und ohne Zutun in die Grube fällt.

Wollen wir uns einschliessen

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Das Einschliessen schafft neue Grenzen und keine Lösungen…

Klimaschutz, anhaltende Migrationsströme und globale Überbevölkerung lassen sich mit einer solchen Initiative nie lenken und beeinflussen. Das geht nur noch im globalen Kontext mit supranationalen Organisationen und Regierungen. Die Initiative poppt nicht. Ihre Absicht wird in der atmosphärischen Wirklichkeit verpuffen. Des Weiteren wird der Arbeitsmarkt Schweiz ohne Not grossem Stress ausgesetzt. Die starken Jahrgänge gehen bald in die Pension und die nachrückenden Generationen können die fachlichen Lücken gar nicht mehr ausfüllen. Insbesondere der Gesundheitsbereich wird stark leiden:

‘Besonders der Gesundheitssektor wird durch die demografische Entwicklung vor grosse Herausforderungen gestellt: Es hat zu wenige Nachwuchskräfte, um die Babyboomer auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Gesundheits- und Pflegepersonal infolge Überalterung und steigender Lebenserwartung. Es ist deshalb unabdingbar, dass auch Fachpersonal aus dem Ausland rekrutiert werden kann. Doch die Ecopop-Initiative macht dies fast unmöglich. Der Verband der Heime und Institutionen CURAVIVA schätzt, dass alleine für die Pflege ein jährlicher Rekrutierungsbedarf an ausländischem Personal von 6300 Arbeitskräften besteht. Mit der von Ecopop verlangten 80-prozentigen Reduktion der Nettozuwanderung sind diese Leute schlicht und einfach nicht mehr verfügbar. Wer pflegt unsere Alten, wenn das Personal fehlt? Für soziale Institutionen ist ein Ausweichen auf Saisonniers und Kurzzeitaufenthalter keine Lösung, da es für Pflegepatienten wichtig ist, dass ihre Betreuer nicht in kurzen Abständen wechseln (Quelle: www.ecopopnein.ch)’.

Es bestehen schon viele Instrumente und Interessensgruppen, die sich dem Schutz der Natur widmen. Ein grosser Teil der in der Schweiz wohnenden Bevölkerung zeigt grosses Interesse an diesem Thema. Isolierte Massnahmen gegen die weltweite Überbevölkerung sind wohl gut gemeint, aber wirkungslos. Historisch bedingte wie auch kulturell gefestigte Muster lassen sich auch mit dieser Initiative nicht einfach so auflösen. Mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitative wurde ein Zeichen gegen die überbordende Migration gesetzt.

Wirtschaft und Politik müssen diese zuerst verdauen, Lösungen finden und auch so umsetzen können, damit es in der Schweiz weiterhin poppt und der wirtschaftspolitische Mais essbar bleibt.

ECOPOP – Argumente gegen diese Initative

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PostHeaderIcon Die heutigen Lebenskünstler leben resilient..

Eines der heutigen Schlagwörter, welches überall aus dem Nichts auftaucht ist Resilienz. Hier geht es um 7 verschiedene Schlüsselkompetenzen, die uns in hektischen und anspruchsvollen Zeiten aber auch in Krisen helfen sollen, besser über die Runden zu kommen und handlungsfähig zu bleiben.

ResilienzDie heutige Zeit ist geprägt durch schnellen Wandel, grosse Unsicherheiten und einen Überfluss an Informationen. Wir sind gefordert – sowohl in unserer Anpassungsfähigkeit und Offenheit für Neues- wie auch in unserer Fähigkeit, die nötige Distanz zu bewahren und nicht gleich auf jeden Zug aufzuspringen.

Am besten entwickeln wir unsere hellseherischen Fähigkeiten, damit wir bereits im Vorfeld abschätzen können, welcher Zug im Tunnel stecken bleibt und welcher auf der anderen Seite wie Grönemeyer so schön sagt, „mit Sonne geflutet“ wieder herauskommt.

Resilienz erhöht die Veränderungskompetenz, fördert die Eigenverantwortung, unterstützt bei Stress und hat zudem einen präventiven Charakter bei ersten Anzeichen von Erschöpfung. Gerade in Phasen, wo zu viel auf uns einprasselt, haben wir die Tendenz, unsere Regeneration zu vernachlässigen und laufen Gefahr, völlig auszubrennen.

Katrin Adler

Katrin Adler, Erwachsenenbildnerin HF, Trainerin, Coach

Der Balanceakt – Aktivität und Ruhe, Erfolg und Ausgleich zu halten wird zunehmend schwieriger. Wir benötigen unterschiedliche Fähigkeiten, um den eigenen sowie den äusseren Ansprüchen gerecht zu werden. Wir müssen unsere zur Verfügung stehenden Ressourcen besser ein-, und aufteilen lernen und unseren „inneren Stimmen“ etwas Gehör verschaffen. Wenn die sagen: „genug ist genug!“, dann ist es vielleicht Zeit, mal in die Ruhephase zu gehen bevor es zum Burn-out kommt. Und, das Schöne am Modell der „Resilienz“ ist, dass sich die einzelnen Faktoren trainieren lassen!

Antoinette Wenk Lang

Antoinette Wenk Lang, Ökonomin, Lic.rer.pol., MSc, Coach & Beraterin

Katrin Adler und Antoinette Wenk Lang haben sich diesem Thema gewidmet und einen Resilienz-Workshop entwickelt. Einen Workshop, der unsere Resilienz stärkt und uns dazu verhilft, mit mehr Rückenwind in die angestrebte Richtung zu gelangen. Die beiden gestandenen Geschäftsfrauen wissen was es heisst, in hektischen Zeiten und beruflich hoch anspruchsvollen Organisationen erfolgreich zu sein.

Sie bieten die Kurse sowohl öffentlich wie auch firmenintern an und passen den Workshop auch gerne Ihren aktuellen Veränderungsprozessen und geschäftsinternen Themen an. Der Aufbau einer resilienten Organisationskultur als Nebeneffekt dieser Resilienz Workshops stärkt nicht nur den einzelnen Mitarbeiter sondern auch die ganze Organisation. Interessiert?

Mehr Informationen finden Sie hier:

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PostHeaderIcon Persönliche Kommunikation: Seelenlose Unternehmen vermeiden.

HR Today«Sie sparen Zeit.» Mit diesem Versprechen offeriert uns die Industrie permanent neue Produkte und Dienstleistungen. Doch je intensiver Personen und Organisationen diese nutzen, umso stärker stehen sie scheinbar unter Zeitdruck. Und die Kommunikation? Sie reduziert sich auf eine wechselseitige Information (ein Beitrag von: Michael Schwartz, HR Today)

Die Informations- und Kommunikationsindustrie offeriert uns permanent neue Produkte, die uns angeblich helfen, Zeit zu sparen. Das tun sie vielfach auch. Doch zugleich erscheint es so, als würden wir, je intensiver wir diese Produkte nutzen, umso stärker unter Zeitdruck stehen. Ähnlich verhält es sich in den Unternehmen. Obwohl in ihnen heute fast alle Geschäftsprozesse IT-gestützt ablaufen, haben sie zunehmend das Gefühl: Wir können mit den Marktveränderungen immer schwieriger Schritt halten.

Multitasking

Multitasking prägt den heutigen Alltag, obwohl wir Menschen eigentlich schlechte Multi-Tasker sind. (Quelle: HR Today, Bild: 123RF)

Eine zentrale Ursache hierfür ist: Die Vorzüge der modernen (Informations- und Kommunikations-)Technologie nutzen alle Unternehmen. Also werden in der gesamten Wirtschaft die Geschäftsprozesse immer schneller und die Innovationszyklen kürzer. Und der effektive Umgang mit der Zeit? Er wird zunehmend ein Erfolgsfaktor, was auch moderne Managementbegriffe wie «Just-in-time» und «time-to-market» belegen.

Multitasking prägt den (Arbeits-)Alltag

Auf den wachsenden Zeitdruck reagieren viele Menschen privat, indem sie ihr häusliches Umfeld noch stärker technisieren, so dass zum Beispiel fortan ihre Gärten auf Knopfdruck gewässert werden.

Ausserdem praktizieren sie zunehmend ein Multitasking, obwohl Studien belegen: Wir Menschen sind schlechte Multi-Tasker. Denn mehrere Dinge parallel zu tun, bedeutet stets, seine Aufmerksamkeit zu teilen, was zu mehr Fehlern führt.

Auch in den Unternehmen ist das Multitasking gängige Praxis. Das bringen schon die modernen Arbeitsstrukturen mit sich. Heute haben nur noch wenige Arbeitnehmer eine Stellenbeschreibung mit genau definierten Aufgaben. Sie sollen vielmehr im Team vorgegebene Ziele erreichen. Folglich sind sie bei ihrer Arbeit auch von der Zuarbeit von Kollegen abhängig und müssen häufiger auf deren Anliegen reagieren. Entsprechend schwer können sie ihren Arbeitstag planen. Zudem erledigen sie meist mehrere Aufgaben parallel. Auch das kostet Konzentration und produziert Stress.

Ähnlich verhält es sich auf der organisationalen Ebene. Früher galt bei Organisationsentwicklern die Maxime: Nach einem Veränderungsprojekt sollte in einem Unternehmen einige Zeit Ruhe herrschen, damit sich der neue Ist-Zustand festigen kann und die Mitarbeiter verschnaufen können. Diese guten, alten Zeiten sind vorbei. Heute laufen in den meisten grösseren Unternehmen so viele, sich überlappende (Veränderungs- und Innovations-)Projekte parallel, dass das sogenannte Multi-Projekt-Management sich zu einer neuen Schlüsselkompetenz entwickelt hat.

Kommunikation reduziert sich auf Information

Das Leben und Arbeiten in einem solchen Umfeld hat weitreichende Konsequenzen. So betonen Unternehmen zum Beispiel zwar immer wieder, ihre Führungskräfte seien für die Entwicklung ihrer Mitarbeiter (mit-)verantwortlich. Faktisch sinkt jedoch in den meisten Betrieben die Zeit, die Führungskräfte für Face-to-face-Gespräche mit ihren Mitarbeitern aufwenden, kontinuierlich – auch weil heute ein grosser Teil der firmeninternen Kommunikation und somit Mitarbeiterführung per Mail erfolgt.

Hierdurch wird der «soziale Kitt» in den Unternehmen brüchig. Denn es macht einen qualitativen Unterschied, ob man nur die Mail einer Person liest oder ihr gegenüber sitzt, ihr in die Augen schaut, ihre körperlichen Reaktionen wahrnimmt und hierauf reagiert. Das schafft eine andere Qualität der Beziehung sowie des wechselseitigen Verstehens; ausserdem eine höhere Verbindlichkeit. Deshalb ist es kein Zufall, dass bei der elektronischen Kommunikation viel häufiger Konflikte entstehen und eskalieren.

In vielen Unternehmen reduziert sich die zwischenmenschliche Kommunikation heute zunehmend auf eine wechselseitige Information. Dabei wird zweierlei übersehen:

  • Erstens: Menschliche Kommunikation lebt auch davon, dass die Gesprächspartner ihr jeweiliges Gegenüber als Individuum wahrnehmen.
  • Zweitens: Der persönliche Kontakt ist auch für die Beziehungsbildung wichtig.

Identifikation mit den Unternehmen sinkt

Kommt in einer Organisation die persönliche Kommunikation zu kurz, hat das weitreichende Auswirkungen:

  1. Die Mitarbeiter fühlen sich weniger als Person wahrgenommen und wertgeschätzt,
  2. sie können sich weniger als Ganzes in die Organisation einbringen,
  3. ein Erfahrungslernen wird erschwert,
  4. Flow-Erlebnisse im Team werden vereitelt und
  5. Konflikte werden nicht oder auf dem falschen Weg (zum Beispiel per Mail) ausgetragen.

Dadurch sinkt auch die Produktivität.

Schwartz-Michael

Michael Schwartz ist der Autor dieses Beitrages. Klicken Sie auf das Bild für mehr Infos.

Eine weitere Konsequenz ist: Das Vertrauen zwischen den Beschäftigten sowie den Führungskräften und ihren Mitarbeitern sinkt. Die Mitarbeiter vereinzeln, was zu einer geringeren Identifikation mit dem Unternehmen führt. Deshalb sollten sich Führungskräfte auch Gedanken darüber machen:

  • Wann und was kommunizieren wir nicht per Mail, sondern im persönlichen Kontakt? Und:
  • Wie fördern wir die informelle Kommunikation, da auch sie für den Beziehungsaufbau wichtig ist?

Sonst besteht die Gefahr, dass Sie mit Ihren Mitarbeitern irgendwann fast ausschliesslich mittels elektronischer Medien kommunizieren – gerade weil diese Form der Kommunikation so einfach und bequem ist.

Die «Seele» der Unternehmen bewahren

Die Top-Entscheider in den Unternehmen sollten sich zudem fragen: Wie können wir in unserer Organisation eine neue Balance finden zwischen

  • Verändern und Bewahren,
  • An- und Entspannung,
  • betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen und menschlichen Bedürfnissen?

Sonst besteht die Gefahr, dass Ihre Unternehmen seelenlose Wesen werden, mit denen sich die Mitarbeiter immer weniger identifizieren.

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