Jun 29

Leiden Sie an Diplomitis?

Autor: PersonalRadar

Wie viele Diplome, Zertifikate und Urkunden, die Ihren Bildungshunger dokumentieren, haben Sie schon? Zählen Sie nur! Die meisten von uns haben schon viel dafür getan. ‚Diplomitis‘ ist eine um sich greifende Seuche und die Berufserfahrung krankt daran.

Aber was soll die Kritik? Schliesslich verlangt der dynamische Arbeitsmarkt, dass die Berufstätigen ihre sogenannte ‚Employability‘ (= Arbeitsmarktfähigkeit) möglichst hoch halten, um in turbulenten Zeiten gegen die starke Konkurrenz gewappnet zu sein. Mit der Berufsbildung ist es jedoch wie mit der Zimmerpflanze. Irgendwann ist diese dürr, stirbt ab und muss entsorgt werden. Theoretisches Berufswissen ohne konkrete Anwendung oder ständige Auffrischung ist so fit wie ein untrainierter Wadenmuskel, der bei der ersten Anstrengung krampft und seinen Dienst verweigert.

Das Diplom alleine beweist noch keine berufliche Kompetenz. Das neue eidgenössische Berufsbildungsgesetz will diesem Umstand mit der sogenannten Validierung von Bildungsleistungen Rechnung tragen. Um was geht es? Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat in Zusammenarbeit mit 8 Branchen einen Pilotversuch ins Leben gerufen. Dabei geht es darum fähigen Berufsleuten mit nachweisbarer Berufserfahrung zu Abschlüssen zu verhelfen, die sie nicht haben.

Was – jetzt kommt der ‚Dennerabschluss‘ im Rabattsystem? Mitnichten! Viele Berufstätige, vielleicht auch Sie, sind heute in einem anderen Fachgebiet tätig, das mit ihrer Erstausbildung nichts mehr zu tun hat. Aus dem Mechaniker wurde ein technischer Sachbearbeiter, aus der Krankenschwester eine kaufmännische Mitarbeiterin oder aus dem Chemikant ein Informatiker. Viele davon haben keine weitere Ausbildung gemacht, aber einen immens reichen Schatz an Berufserfahrung gesammelt. Wer zum Beispiel seit Jahren ohne Abschluss in der kaufmännischen Welt tätig ist, kann nachträglich einen Lehrabschluss erhalten, wenn die entsprechende Kompetenz nachweisbar ist, die für diesen Abschluss notwendig ist.

Wie soll das gehen, werden Sie sich fragen? Das geht nicht mit rechten Dingen zu. Dem ist nicht so. Das Verfahren ist anspruchsvoll und der Weg bis zum Diplom vielschichtig. Manchmal ist es sogar einfacher die verpasste Weiterbildung einfach nachzuholen.

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Comments

One thought on “Leiden Sie an Diplomitis?”

  • Andy Bellota sagt:

    Stimmt irgendwie. Viele haben Diplome und sind dann trotzdem nicht dem praktischen Berufsalltag gewachsen. Nur wer das theoretische Wissen auch in der Praxis umsetzen kann, ist wirklich fähig sein erlerntes Wissen sinnvoll für die Unternehmung einsetzen zu können. Viele ‚Kopffüssler‘ machen sich jedoch selten die Mühe und sehen nach, was die an der Basis überhaupt machen.


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