Dez 2

Die Clean Desk Policy schlägt aufs Gemüt. Die kuschelige Büronische ist gefragt.

Autor: PersonalRadar

Treten Menschen in einem Raum, zum Beispiel ein Restaurant, dann suchen sie nicht die Mitte, sondern möchten sich an der Peripherie des Raumes niederlassen. Das in den Köpfen laufende sehr alte Softwareprogramm der menschlichen Entwicklungsgeschichte lässt keine andere Wahl. Instinktiv zieht es Menschen zu den Raumnischen oder –ränder.

Die Clean Desk Policy schlägt aufs Gemüt. Die kuschelige Büronische ist gefragt.

Firmen investieren Unsummen in die Gestaltung ihrer Büroräumlichkeiten. Viele möchten Kosten sparen. Das geht nur über die Optimierung von Flächen und Mehrfachnutzmöglichkeiten der Infrastruktur.Mit anderen Worten: Die entseelten und entbeinten Hasenställe moderner Bürosilos sind betriebsökonomisch attraktiver, als die betonte und teure Individualisierung von Arbeitsräumen, die jedoch den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden an ihre Arbeitsumgebung mehr entsprechen und somit die Grundmotivation erhöht.

Das Grossraumbüro ist das goldene Kalb der Effizienz

Viele Unternehmen betreiben Grossraumbüros und erhoffen sich dadurch erkleckliche Kostenersparnisse, eine höhere Wirksamkeit der Kommunikation und eine fein austarierte Optimierung der Geschäftsprozesse. Diese Sicht ist jedoch zu einfach.

Der Mensch ist nun mal keine Maschine, die wie ein Kaffeeautomat jeden Tag mehr oder weniger gleichmässig funktioniert.

Die äussere Umgebung wird den Automaten kaum in seiner Leistung beeinträchtigen. Er ist schliesslich nicht Stimmungen ausgesetzt und Sklave seines Gemüts. Auch die sogenannten mobilen Büros werden an den atavistischen Verhaltensweisen der Menschen scheitern. Menschen bevorzugen einen festen Platz, den sie eindeutig als ihr Arbeitsrefugium identifizieren können. Der Arbeitsplatz ist nun mal ein Ort, der auch Individualität zulassen muss.  Die rollenden Büros und die Erwartung des Arbeitsgebers, dass Mitarbeitende jeden Tag mit Freude an einem anderen Ort seinen Arbeitsplatz suchen muss, ist eine Illusion. Einige können sich mit dieser neuzeitlichen Organisationsformen der Arbeitsplätze sehr wohl arrangieren oder wollen dem Arbeitgeber keinesfalls den Eindruck vermitteln es an nötiger Flexibilität mangeln zu lassen. Aber die Mehrheit der Mitarbeitenden wünschen sich Arbeitsplätze, wo ein gewisses Mass an Intimität und Privatsphäre noch möglich ist. Des Weiteren sind Arbeitsplätze, die auch ein gewisses Mass an konzentrierter Arbeitsruhe zulassen, viel produktiver. Zu diesem Punkt weist PersonalRadar mit diesem LINK auf einen schon publizierten Beitrag hin.

Das Grossraumbüro ist das goldene Kalb der Effizienz

Viele schätzen es, wenn Arbeitsplätze nicht nur ergonomisch und funktional eingerichtet sind, sondern die individuelle Gestaltungsmöglichkeit wie zum Beispiel das Aufstellen von Familien- und Kinderfotos, das Aufhängen von Kinderzeichnungen oder Bildern, das Hinstellen von Blumen oder Pflanzen als ganz persönliche Duftmarke zulassen. Solche Kleinigkeiten und Freiräume erhöhen die Identifikationsfähigkeit mit dem Arbeitgeber. Die beschränkte aber durchaus erwünschte Gestaltungsmöglichkeit des persönlichen Arbeitsplatzes ist auch eine günstige Retentionsmassnahme. Arbeitnehmende, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen sind in der Regel weniger versucht sich jobmässig neu zu orientieren.

Die Studie der Colliers International Zürich – mit diesem LINK kommen sie gleich zu den Inhalten – zeigt klar auf, dass die Leistung besser ist, wenn genügend Ruhe und Raum zur Verfügung steht. Die Grossraumbüros werden nicht verschwinden. Wenn Mitarbeitende jedoch Rückzugszonen haben, werden sie der Firma auch länger treu bleiben. Eine hohe Personalfluktuation kostet mehr!

Zu diesem Thema hat kürzlich auch das Schweizer Fernsehen mit seinem Wirtschaftsmagazin ECO einen Beitrag gleistet. Mit diese LINK kommen Sie gleich zum Thema. Was meinen Sie dazu? PersonalRadar interessiert sich für Ihre Meinung!

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