Feb 6

„Hallo Chef! Sie sind ein A….loch!“

Autor: PersonalRadar

Das alte deutsche Revolutionslied ‚Die Gedanken sind frei wer kann sie erraten?’ hat auch in modernen Zeiten noch seine Gültigkeit. Nicht alles was man denkt, sollte man mündlich zum Besten geben.

Eine miese Arbeitsstimmung schadet auch der Firma.

Die Arbeitswelt ist zuweilen anstrengend. Es gibt Konflikte zuhauf. Verschiedene Weltauffassungen, Lebenseinstellungen, Charakteren und Temperament treffen aufeinander und manchmal knallt es richtig. Viele personelle Zusammensetzungen sind Schicksalsgemeinschaften, die auf Gedeih und Verderben aufeinander angewiesen sind. Man kann sich’s nicht immer aussuchen und muss sind dann auch nicht wundern, wenn es manchmal richtig Zoff gibt, weil der Zündstoff dazu in rauen Mengen vorhanden ist.

Schweizerische Arbeitsgerichte und Personalabteilungen können davon ein Liedchen singen.

Viele Konflikte arten total aus und münden in ein Hickhack erster Güte. Die meisten sind lukratives ‚Juristenfutter’ und am Schluss lecken beide Seiten ihre Wunden. Es wird lauthals beleidigt, dass sich die Balken biegen. Vorgesetzte, Mitarbeitende, Untergebene und was auch immer giften sich leidenschaftlich an, schreien sich die Seele aus dem Hals, brüllen, weinen, fluchen und beleidigen. Die Konflikte an den Arbeitsstellen betreffen alle Alters- und Bildungsschichten. Ob Frauen oder Männer spielt keine Rolle. Beide Geschlechter schenken sich nichts, wenn der Teufel los ist und die Emotionen überkochen. Dann wird schnell der verbale Zweihänder hervorgeholt und die Schlacht beginnt.

Die Konsequenzen werden blindlings in Kauf genommen.

Nach solchen verbalen Auseinandersetzungen, die mitunter mit grosser Härte geführt werden, bleiben danach nur noch rauchende Stümpfe übrig. Alle guten Argumente, Ratschläge oder andere besänftigend wirkende Einwendungen wurden schon trotzig in Grund und Boden gestampft. Es bleibt nur die Trennung. Selbst nach der Trennung gehen dann die Auseinandersetzungen weiter. Man zerkratzt dem doofen Chef sein neues Auto, die ungeliebte Mitarbeiterin erhält plötzlich anzügliche SMS und der Kollege, dem man den letzten Anschiss angeblich zu verdanken hat, wird anonym zur besten Schlafenszeit aufgeweckt und mit düsterer Stimme bedroht. Der Konflikt eskaliert total und die Gehässigkeiten erreichen die Ebene der Irrationalität. Solche Konflikte bringen – ausser der sicheren Kündigung – gar nichts. Selbst wenn die Kündigung nicht rechtens ist, kann man davon ausgehen, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnis und die endgültige Trennung die beste Lösung ist.

Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss…

Die 2. Strophe des Liedes geht übrigens so weiter: ‚Ich denke, was ich will und was mich beglücket, doch alles in der Still und wie es sich schicket.’ Das ist in der Tat viel klüger. Ist die Stimmung an einer Arbeitsstelle unerträglich, dann ist es einfach besser man sucht sich – selbstverständlich die Voraussetzungen sind auch gegeben – eine neue Arbeitsstelle. Viele können aber nicht einfach so schnell wechseln, weil sie vielleicht auf den Job dringend angewiesen sind, aufgrund des Alters nicht einfach so schnell wieder etwas finden oder einfach zu wenig gut qualifiziert sind, um eine grosse Wahl zu haben. Meistens bleibt dann Groll, Frustration und anderes zurück, die die Arbeitsatmosphäre zusätzlich vergiften. Das tut der Firma nicht gut. Dem Personal noch viel weniger.

An dieser Stelle möchte PersonalRadar noch auf eine Artikel in der Basler Zeitung vom 4. Februar 2013 mit dem Titel: ‚Was man besser dem Chef nicht sagt’, aufmerksam machen. Dort wird beschrieben, wie absurd Situationen abdriften können und am Schluss der Scherbenhaufen dermassen gross ist, dass selbst Gerichte nur noch unbefriedigende Lösungen finden. Die Gerechtigkeit und die ehrliche Suche nach der eigentlichen Ursache bleiben meistens auf der Strecke und finden kein Gehör.

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