Jul 17

Die Arbeitskräfte aus dem Elsass sind für die Region Basel wichtig…

Autor: PersonalRadar

…aber mangelnde Deutschkenntnisse vernichten Job-Chancen und Anstellungen.

Ohne Deutschkenntnisse geht es schnell zum Ausgang….

Parlez-vous français? Dieser Satz hört man in der Region Basel immer mehr. Junge Elsässer und Elsässerinnen suchen in der Nordwestschweiz Jobs und werden selten fündig. Warum eigentlich?

Früher war die perfekte Zweisprachigkeit der Menschen aus dem Elsass eine grosse Selbstverständlichkeit. Das typische Elsässerdeutsch war in allen Teilen der Region Basel zu hören. In vielen elsässischen Elternhäusern wird jedoch nur noch Französisch geredet. Das ist inzwischen ein grosser Nachteil für die Jungen, die in Basel und der umliegenden Region auf Stellensuche sind. Diese werden immer mehr von jungen Deutschen aus dem südbadischen Raum verdrängt. Das ist inzwischen für das wirtschaftlich gebeutelte Elsass ein grosser Nachteil, der sich auch auf die Nordwestschweiz auswirkt. Viele Stellen können mit gut ausgebildeten Elsässer und Elsässerinnen nicht mehr besetzt werden, weil die Sprachbarriere es nicht zulässt.

Immer wieder wird die Begründung bemüht, dass Französisch ja eine Landessprache der Schweiz sei. Dem ist so. Vielen Jungen aus dem Elsass ist leider nicht wirklich so bewusst, dass nur in der Romandie Französisch die Leitsprache ist. Inzwischen ist das Problem erkannt. Im März 2014 erschien in der Basellandschaftlichen Zeitung ein interessanter Beitrag mit dem Titel ‚Deutsche Grenzgänger schnappen Elsässern die Jobs weg‘. Es wurde folgende interessante Aussage gedruckt:

Die Region Basel war schon immer auf die Grengänger/-innen aus dem Elsass und dem südbadischen Raum angewiesen.

Das Engagement für die Zweisprachigkeit wird nicht mehr als flammende Stellungnahme gegen den Pariser Zentralismus verstanden, der dem Elsass seine Identität rauben will, sondern als wirtschaftliche Chance. Derzeit gehen 21 700 Schüler vom Kindergarten bis zur Primarschule in zweisprachige Klassen, das sind zwölf Prozent der Schüler… ‚Das Problem ist, dass beim Übergang in die weiterführenden Schulstufen viele abspringen…‘.

…jedoch mit passablen Deutschkenntnissen lässt sich die Türe zum Arbeitgeber in der Nordwestschweiz viel leichter aufdrücken.

Gerade das Handwerk, der Detailhandel und die Industrie boten traditionell elsässischen Arbeitnehmenden Jobs an. Auch wenn in diesen Wirtschaftszweigen die Anforderungen an die beruflichen Qualifikationen nicht so ausgeprägt hoch sind, bleiben gute Deutschkenntnisse allenthalben unverzichtbar, um eine vernünftige Kommunikation herstellen zu können.

Reden die Jungen aus dem Elsass kein Deutsch mehr, ist das auch für die Region Basel ein herber Verlust. Sie können nicht beschäftigt werden, obwohl sie die berufliche Qualifikation haben. Vielleicht erfahren die elsässischen Dialekte eine Renaissance und erobern die Köpfe der jungen Menschen zurück. Es würde hüben wie drüben vieles vereinfachen.

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