Jan 19

Ferienansprüche haben ihre Tücken. Werden sie nicht beachtet ist man bald reif für die Insel.

Autor: PersonalRadar

Ferienansprüche sind im Gesetz klar geregelt. Manchmal ist es gut wieder einmal gewisse Regeln, Bestimmungen, Auflagen und sonstiges bestehendes Regelwerk in Erinnerung zu rufen.

Jugendliche bis zum zurückgelegten 20. Altersjahr, das heisst präzise bis zum 20. Geburtstag, haben unbestritten einen jährlichen Ferienanspruch von 5 Wochen. Die restlichen Arbeitnehmenden haben einen grundsätzlichen Ferienanspruch von 4 Wochen. Wenn sie mehr erhalten ist das vertraglich mit dem Arbeitgeber geregelt. Meistens im Arbeitsvertrag. Es besteht jedoch keine gesetzliche Verpflichtung, dass der Arbeitgeber mehr als 4 Wochen gewähren muss. Auch wenn sie zum Beispiel älter als 50 oder 60 Jahre alt sind

 

Insbesondere Personaldienstleister, die Temporärarbeit vermitteln, müssen das sogenannte Ferienabgeltungsverbot und die dazu gehörenden Ausnahmen beachten.

Um sicherzustellen, dass das Feriengeld im Zeitpunkt des Ferienbezuges noch vorhanden ist, dürfen die Ferien während der Dauer des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich nicht durch Geldleistungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden. Ein Arbeitgeber, der die Ferien trotz Abgeltungsverbot regelmässig ausbezahlt, riskiert, dafür ein zweites Mal bezahlen zu müssen. Mit anderen Worten muss das Ferienguthaben des Temporärmitarbeiters zurückbehalten werden bis er wirklich in die Ferien geht, der Einsatz beendet wird oder den Arbeitsvertrag mit dem Personaldienstleister kündigt. Eine Ausnahme vom Ferienabgeltungsverbot besteht jedoch bei unregelmässiger Arbeitszeit. In diesen Fällen muss der Betrag der Ferienentschädigung sowohl im Vertrag als auch in den Lohnabrechnungen als separate Position aufgeführt sein. Die Prozentsätze für die Abgeltung von Ferien betragen in diesen Fällen:

  • 10.64% bei 5 Wochen Ferien
  • 8.33% bei 4 Wochen Ferien

Ferien können übrigens auch gekürzt werden. Auch dazu gibt es rechtliche Vorschriften. Die Ferienkürzungen werden immer pro Dienstjahr berechnet, welches mit dem Stellenantritt beginnt und dann jeweils ein Jahr dauert. Hier ist unbedingt noch zu beachten, dass

  • Absenzen bis zu 2 vollen Monaten bei schwangeren Arbeitnehmerinnen keine Ferienkürzung zur Folge haben
  • Aber für alle restlichen Arbeitnehmenden gilt eine abzugsfreie Zeit von lediglich 1 vollen Monat
  • Jeder weitere volle Monat über die abzugsfreie Zeit hinaus führt dann in allen Fällen zu einer klar geregelten Reduktion des Ferienanspruchs um je 1/12
  • Bei Absenzen, welche in den Zeitraum von zwei Dienstjahren fallen, muss jedes Dienstjahr separat berechnet werden.

 

Ferien, welche bis zum Vertragsende nicht bezogen werden, müssen auf jeden ausbezahlt werden. Auch das gibt es klare Regelungen. Gemäss dem Gesetz muss der Arbeitgeber für die Ferien den gesamten darauf entfallenden Lohn bezahlen. Wenn ein zusätzlicher 13. Monatslohn vereinbart wurde, muss der Arbeitgeber im Falle einer Ferienauszahlung bei Vertragsende zwingend auch einen Anteil 13. Monatslohn auf die ausbezahlten Ferien vergüten. Dies ergibt sich auch daraus, dass im Falle eines Ferienbezuges vor Vertragsende ebenfalls ein 13. Monatslohn auf die bezogenen Ferien bezahlt wird.

 

Ein ganz wichtiger Punkt soll hier last but not least noch erwähnt werden, der immer wieder zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden zu Missverständnissen und Streit führt: Es empfiehlt sich grundsätzlich, den jährlichen Ferienanspruch unbedingt in Arbeitstagen zu berechnen. Für Ferientage, welche auf einen Feiertag fallen, der ein Arbeitstag wäre, wird kein Ferientag angerechnet.

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Comments

27 thoughts on “Ferienansprüche haben ihre Tücken. Werden sie nicht beachtet ist man bald reif für die Insel.”

  • Coco sagt:

    Guten Tag, ich habe da eine wichtige Frage 🙂

    Ich arbeitete vom August 2015 an bis jetzt (Dezember) 50%. Allgemein werden bei meiner „Firma“ 4 Wochen Ferien berechnet. Bei 50% ergibt dies ja 2 Wochen.

    Nun habe ich auf Ende November gekündet, und wir wollen nun ausrechnen wie viele Tage ich noch arbeiten muss.

    Ich habe im Zeitraum August-Dezember 7 Tage Ferien bezogen. Und habe 34,5 Stunden Überzeit.

    Die Buchhalterin meint nun, ich muss noch 8 1/2 Tage arbeiten kommen. Kann das stimmen? Minus meine Überzeit und restlichen Ferientage?

    Liebe Grüsse

  • Nadja sagt:

    Hallo

    Erste Frage:
    Ich bin im Stundenlohn angestellt und habe gemäss Vertrag einen Ferienanteil von 10.64% (für 5 Wochen) im Lohn inbegriffen.
    Ich versehe darunter, dass ich 5 Wochen Ferien nehmen darf und die dann „unbezahlt“ sind, da ich die Bezahlung ja schon mit dem Lohn bekommen habe. Nun ist es aber so, dass ich wegen Ferien verpasste Arbeitstage jeweils vor-oder nachholen muss. Ist diese Vorgehensweise seitens Arbeitgeber korrekt? Bei anderen Arbeitgebern, wo ich ebenfalls im Stundenlohn angestellt war, musste ich wegen Ferien verpasste Arbeitstage nicht nachholen.

    Zweite Frage:
    Mein Arbeitgeber sagt, die Feiertagsentschädigung sei in meinem Lohn inbegriffen. Sie ist aber nicht (so wie die Ferienentschädigung) separat in der Lohnabrechnung ausgewiesen. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Feiertagsentschädigung im Grundlohn enthalten ist, wo sie sich aber nicht feststellen lässt. Ist dies rechtens?

    Danke für die Rückmeldung

    • Hallo Nadja – Du darfst 5 Wochen Ferien nehmen. Du solltest es aber mit dem Personaldienstleister und dem Einsatzbetrieb besprechen. Eigentlich ist es nicht legal, wenn Dir die Ferien einfach so ausbezahlt werden (siehe auch: http://www.personalradar.ch/arbeitsrecht-kategorien/arbeitsrecht-feriengeld-und-temporaerarbeit-was-ist-rechtens/11968) Wird das Geld zurückbehalten, dann sind deine Ferien schon finanziert. Red mal mit dem Personaldienstleister darüber. Wenn die Feiertagsentschädigung im Lohn inbegriffen ist, dann muss sie auch seperat ausgewiesen werden, damit du siehst wieviel es ist. Wenn du es nicht klar siehst, dann besprich dich mit deinem Personaldienstleister. Wie transparenter eine Lohnabrechnung ist, desto weniger kommen Fragen und Zweifel auf. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Herzlichst, Markus

      • Nadja sagt:

        Lieber Markus

        Herzlichen Dank für die schnelle Antwort, sie hat mir geholfen. Trotzdem muss ich nochmals kurz nachhaken.

        Zuerst wegen den im Lohn integrierten Ferienanteil: Wahrscheinlich darf der Arbeitgeber meinen Ferienanteil im Lohn integrieren, da ich auf Semesterbasis arbeite und nach jedem Semester wieder einen neuen Vertrag bekomme (Vertragserneuerung auf halbjährlicher Basis). Ich vermute, es handelt sich um einen Kettenarbeitsvertrag und die Ferien deshalb im Lohn drin sind.

        Was mich aber wegen den Ferien verunsichert, ist nicht die Bezahlung (die ist ja mit den 10.64% auf der Lohnabrechnung und im Arbeitsvertrag separat ausgewiesen), sondern vielmehr, dass ich wegen Ferien verpasste Arbeitstage jeweils vor- oder nachholen muss. Also wenn ich jetzt zwei Wochen in die Ferien gehe, dann muss ich die insgesamt 4 Arbeitstage, die ich dadurch verpasse, vor-oder nachholen. Das scheint mir merkwürdig.

        Danke nochmals!

  • Maria sagt:

    Hallo

    ich habe eine kleine Frage
    Alle meine Mitarbeiterinen arbeitem 100% und ich arbeite 60%. In meinem Vertrag steht, dass ich 5 Wochen Ferien habe.
    Auf eine List schreibt mein Chef alle Tage auf die wir Frei hatten und wie viel noch übrig bleiben.Dies gibt anfangs Jahr für uns alle 25 Tage. Meine Frage nun: Wenn ich 1 Tag in der Woche frei nehme habe ich noch 24 Tage ferien doch wenn ich 1 ganze Woch (für mich in diesemfall 3 Tage) frei nehme zog mir der Chef 5 Tage ab. Ist das Korrekt? Wenn ja ist es doch unlogisch, so könnte ich ja einfach 25 Tage nehmen ( nicht nacheinander) und würde viel besser davon kommen als wenn ich meine Ferien inWochen nehme?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

  • Martin sagt:

    Servus,

    Meine Frage ist folgende…wie lange darf das temporärbüro mein Feriengeld sowie das 13. Gehalt behalten.
    Am 29.9 habe ich mein Vertrag gekündigt.Den Rapport aus der Woche sendete ich pünktlich ein,jedoch nach Stichtag für den oktoberlohn.
    Nun würde mir diese letzte Woche in November vergütet,jedoch keine Auszahlung des feriengeldes und 13. Gehalt.
    Welche Gesetzestexte bzw Paragraphen beinhalten eine klare Regelung.
    Ich möchte endlich damit abschließen und mich. Nicht mehr damit ärgern.

    Danke für die schnelle Antwort

    • Markus S sagt:

      Lieber Martin

      Danke für Deine interessante Frage. Du hast gekündigt und somit ist der Arbeitsvertrag beeendet. Du arbeitest nicht mehr dort. Somit muss Dir das Feriengeld ausbezahlt werden. Der 13. Monateslohn ist als Bestandteil im Stundenlohn schon enthalten. Schau nochmals Deine Abrechnung genau an. Wenn es immer noch Fragen gibt, dann nimm mit dem Temporärbüro Kontakt auf und lass die Sache erklären. Wenn das immer noch nichts nützt, dann nimm mit dem Verband der Personadienstleister swissstaffing.ch Kontakt auf und verlange jemanden von der Rechtsabteilung. Die helfen sicher weiter.

      Herzlichst,

      Markus S.

  • Schuler sagt:

    Muss ich als Arbeitnehmer in der Schweiz zwingend 2 Wochen Ferien am Stück beziehen? Darf ich die 4 Wochen einzeln nehmen?

    • Markus S sagt:

      Hallo – Danke für die Anfrage. Die Antwort kommt etwas später. Ich nahm ohne Zwang 3 Wochen Ferien in Anspruch 😉

      Das mit den Ferien ist immer so eine Sache. Es gibt betriebliche und persönliche Bedürfnisse. Die einen möchten gerne 4 Wochen am Stück Ferien geniessen und der Arbeitgeber ist dagegen, weil es die betrieblichen Sachzwänge nicht zulassen. Es gibt auch Arbeitgeber, die zum Beispiel 2 Wochen Betriebsferien machen, obwohl dann Arbeitnehmende lieber nur eine in Anspruch nehmen möchten oder gar nicht Zwangsferien haben möchten. Die Rechtslage ist jedoch unmissverständlich:

      Auch wenn es in der modernen Arbeitswelt üblich ist, dass Arbeitnehmende planen, wann sie Ferien nehmen möchten und anschliessend ihre Ferienpläne mit dem Arbeitgeber abstimmen, bleibt der Grundsatz, dass der Arbeitgeber entscheidet, wann Arbeitnehmende Ferien nehmen kann. Dass das so ist, steht übrigens im Gesetz (siehe OR 329c Abs. 2.

      Zwar muss – das steht in der gleichen Bestimmung – der Arbeitgeber, soweit dies mit den Interessen des Betriebes vereinbar ist, Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse des Arbeitnehmende, doch ist praktisch undenkbar, dass der Arbeitnehmende sich auf diese «Rücksichtsklausel» berufen und so gegen den Willen des Arbeitnehmers seine Ferien durchsetzen könnte. Somit hat er kaum Anspruch, dann Ferien zu bekommen, wenn er sie nehmen will. Der Arbeitgeber muss, damit der Arbeitnehmende genügend Zeit für die Vorbereitung der Ferien haben, den Zeitpunkt dieser frühzeitig festlegen und bekanntgeben. Ist das Datum fest, so darf der Arbeitgeber dieses nur aus dringlichen und nicht voraussehbaren betrieblichen Gründen ändern (ausser der Arbeitnehmende ist mit der Verschiebung einverstanden). Eine voraussehbare Mehrbelastung anderer Mitarbeitenden auf Grund des Ferienbezuges wäre sicher kein dringlicher und nicht voraussehbarer betrieblicher Grund, d.h. mit dieser Begründung wäre eine kurzfristige Verschiebung nicht durchsetzbar. Liegt aber in der Tat ein solcher nicht vorhersehbarer und dringlicher Grund vor, der es dem Arbeitgeber erlaubt, die Ferienpläne des Mitarbeiters kurzfristig zu «durchkreuzen», so muss er diesem entstehende Schäden bezahlen. Hat also der Mitarbeiter z.B. bereits eine Reise gebucht, trägt der Arbeitgeber die Kosten der Annulation.

      Tja – das mit den Ferien ist nicht immer einfach. Am besten ist, wenn beide Seiten versuchen die beste Lösung zu finden. Ich hoffe mit dieser Antwort dienen zu können.

      Herzlichst,

      Markus S.

  • Matthias sagt:

    Hallo

    Seit dem 1. April arbeite ich bei einer anderen Firma (Aktiengesellschaft). Bei der vorherigen Firma habe ich immer 5 Wochen Ferien pro Jahr erhalten, da ich erst vor kurzem 19 Jahre alt geworden bin. Mein neuer Arbeitgeber gibt mir aber nur noch 4 Wochen Ferien pro Jahr. Meines Wissens steht im OR (Art. 329a), dass Personen vor dem erreichen des 20. Lebensjahr mindesten 5 Wochen Ferien pro Jahr erhalten müssen.

    Kann diese Regelung vom Arbeitgeber irgendwie umgangen werden? (im Personenreglement steht: bis zum 49 vollendeten Lebensjahr 4 Wochen Ferien)

    Habe mein Arbeitgeber bereits schon Mal auf den oben genannten OR hingewiesen! Er meint, dass Personalreglemt sagt 4 Wochen und damit hat sich’s.

    Besten Dank!

    • Markus S sagt:

      Lieber Herr Bamert

      OR Art. 329 a ist ein zwingender Artikel, welcher besagt, dass den Jugendlichen, Lehrlingen und Arbeitnehmern bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens 5 Wochen Ferien zu gewähren sind. Personalreglement hin oder her, der Artikel ist prioritär und zwingend anzuwenden. Da Sie seit dem 1. April 2012 in der neuen Firma arbeiten sind die Ferien pro rata geschuldet, also von April bis Dezember 2012, das sind 9 Monate und ergibt ein pro rata Anteil von aufgerundet 19 Tagen. (25 Tage durch 12 Monate mal 9 Monate). Wir hoffen Ihnen mit dieser Information gedient zu haben und senden freundliche Grüsse.

      csm Claudia Säckinger
      http://www.c-s-m.ch

  • Franziska sagt:

    Guten tag herr markus s.
    Danke für ihre antwort…
    Also das heisst das die ferien verfallen den beziehen kann ich sie nicht mehr vor dem schwangerschaftsurlaub weil ich ab freitag ein zeugnis habe und 100% krank geschrieben bin.. Und nachher arbeite ich im stundenlohn 2 tage die woche… Dachte hätte evtl. 11tage mehr schwangerschaftsurlaub bezahlt oder sie werden ganz ausbezahlt aber so wie ich es verstanden habe verfallen die ferien somit… Oder versteh ich das falsch..entschuldigen sie das ich nochmals so doof fragen muss lg

  • Franziska sagt:

    Hallo habe eine frage und zwar bin ich schwanger und muss nur noch diese woche 50% arbeiten… Nun sagte mir meine chefin das ich noch 14tage ferien zugute habe..was passiert nun mit den ferien werde nachher wieder arbeiten aber nur teilzeit..kann ich eine auszahlung verlangen? Oder muss der arbeit geber mir 2wochen mehr mutterschaftsurlaub zahlen? was passiert mit den 2 wochen urlaub? Besten dank im voraus

    • Markus S sagt:

      Hallo Frau Egger

      Danke für die interessante Frage. Die Ferien werden in der Schweiz pro Kalenderjaht berechnet. Entweder Sie nehmen die 2 Wochen Ferien vor der Niederkunft oder im Anschluss an den Mutterschaftsurlaub, Ferien sind zu beziehen und werden in der Regel nicht ausbezahlt. (es gibt besondere Bestimmungen für eine Auszahlung im Falle einer Freistellung) Der Mutterschaftsurlaub ist mit maximal 98 Tage berechnet und wird nie verlängert! Wie Sie schreiben arbeiten Sie nach dem Mutterschaftsurlaub noch Teilzeit, weshalb Sie so oder so einen neuen Arbeitsvertrag erhalten mit dem Anteil pro rata Ferienanspruch. Eine ausgebildete HR-Fachperson kann Ihnen den Anspruch genau berechnen. Herzlichst Markus S.

      Die Antwort wurde unterstützt von Claudia Säckinger http://www.c-s-m.ch

  • Anna sagt:

    Hallo

    Ich arbeite seit über 20 Jahren in der gleichen Firma und habe während dieser Zeit ein beachtliches Ferienguthaben angespart. Nun steht per 01.01.2013 meine Pensionierung an und ich wollte meine Ferientage beziehen. Dies hätte bedeutet, dass ich per Mitte Mai 2012 meine Arbeit beendet hätte.

    Ich habe anfangs Januar ein offizielles Schreiben an meinen Vorgesetzten aufgesetzt, ihn über meine Pläne informiert und um ein Feedback gebeten. Leider habe ich bis letzte Woche keine Antwort erhalten, obwohl ich einige Male ein persönliches Gespräch gesucht habe. Nun wurde ich letzten Freitag darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich bis mindestens Ende August weiter arbeiten muss, am liebsten aber bis Ende Jahr.

    Darf mein Vorgesetzter das wirklich durchsetzen? Mir stehen diese Ferien doch zu und zu einem ungünstigen Zeitpunkt ist es auch nicht wirklich, da ich ihn über meine Pläne rechtzeitig informiert habe.

    Vielen Dank schon im Voraus & freundliche Grüsse
    Anna S.

    • Markus S sagt:

      Liebe Anna

      Grundsätzlich stehen Dir pro Jahr nach Gesetz 4 Wochen Ferien zu. Es spielt keine Rolle ob Du Teil- oder Vollzeit arbeitest. Ich weiss nicht wie hoch Dein Ferienkonto ist. Es scheint mir komisch, dass Du Deine Ferien über einen längeren Zeitraum immer ‚aufgespart‘ hast. Im Gesetz heisst es, dass der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Ferien bestimmt. Allerdings muss er dabei auf Deine Wünsche soweit Rücksicht nehmen, als dies mit dne Interessen des Betriebes vereinbar ist (Art. 329c OR). Ist dies jedoch aus betrieblichen Gründen nicht möglich, dann hat der Chef das letzte Wort. Der eigenmächtige Ferienbezug lohnt sich nicht. Das kann eine fristlose Kündigung zur Folge haben. Wichtig ist noch zu beachten, dass nicht bezogene Ferien auch nicht verfallen. Das wird immer wieder behauptet, stimmt aber nicht. Wenn der Chef für Deine berechtigten Anliegen kein Gehör hat, empfehle ich Dir ein juristische Fachstelle zu kontaktieren, die Dich begleitet und vor Ort beraten kann.

      Herzlichst

      Markus S.

  • Chris sagt:

    Guten Tag

    Ich bin schwanger und mein voraussichtlicher Geburtstermin ist am 23.7.2012. Ich kriege nach der Geburt ja noch 98 Tage Mutterschaftsentschädigung, welche somit bis am 29.10.12 laufen würde. Bis dahin bin ich ja noch theoretisch angestellt, oder? Ich habe vier Wochen Ferien im Jahr und arbeite 100%. Wie viele Ferientage habe ich nun dieses Jahr zugute? Ich werde anschliessend nicht mehr an meine Arbeitsstelle zurückkehren, weshalb ich nach der Geburt kündigen werde.

    Besten Dank im Voraus für Ihre Hilfe!
    Chris

    • Markus S sagt:

      Liebe Chris

      Danke für die interessante Frage. Am besten ist es wenn Du nach der Geburt kündigst – unter Einhaltung der Kündigungsfrist von x Monaten (ich nehme an wahrscheinlich 3 Monate) auf Ende eines Monates. Mit anderen Worten: Wenn Du tatsächlich am 23. Juli entbindest, kannst Du theoretisch vom Spital aus Ende Juli auf Ende Oktober kündigen, oder Ende August auf Ende November. Der Arbeitgeber zahlt jedoch nur die offiziellen 98 Tage und für die allfällige verbleibende Zeit bis Ende November wärst Du in einem unbezahlten Urlaub.

      Ich empfehle Dir aber unbedingt den Sachverhalt in einem persönlichen Gespräch klar zu definieren, weil der Arbeitgeber darauf bestehen könnte, dass Du noch bis Ende November arbeiten müsstest. Ferien hast Du bei 4 Wochen pro Kalenderjahr von Januar bis Oktober 16.66 Tage (grosszügigerweise 17 Tage). Ich hoffe die Auskunft hilft weiter.

      An dieser Stelle wünsche ich Dir noch eine erfüllende, beschwerdenfreie Schwangerschaft und alles Gute für die weitere Zukunft.

      Herzlichst

      Markus S.

  • Nancy sagt:

    Hallo,
    Ich habe von Jan.2011 bis Sep.2011 80% gearbeitet und wurde von Okt. bis Dez. auf 60% reduziert. Meine Frage ist, wie viel Ferientage kann ich nehmen?

    Besten Dank im Voraus
    Nancy

  • Frank M sagt:

    Hallo,

    ich bin auch bei einem Temporärbüro angestellt und arbeite seit 27.9.2010 dort. Ich hatte bereits 1 Mal 8 Tage Urlaub und kein Feriengeld bekommen. Nun wollte ich für die „großen“ Ferien im August (12 tage) das komplette Feriengeld, mittlerweile fast 2000 CHF ausbezahlt bekommen. Im Büro der Zeitarbeitsfirma sagte man mir, dass im Gesetz stehen würde, dass man erst nach 4 Wochen Urlaub das volle Feriengeld bekommt und man mir nur die Hälfte überweisen würde? Weiss jemand in welchem Gesetz das geregelt ist und ob das rechtens ist? Wie man sieht, habe ich dann ja die 4 Wochen voll und es wird wohl kaum 4 Wochen am Stück heißen im Gesetz? Welcher Chef gibt einem 4 Wochen am Stück frei??? Würde mich über Antworten im Forum freuen.

    Danke und Grüße

    Frank

    • Markus S sagt:

      Lieber Frank

      Erstmals herzlichen Dank für die interessante Frage. Dazu kann ich Dir eine klare Antwort geben:

      1. Feriengeld ist Dein Geld.
      2. Personaldienstleister sind aus gesetzlichen Gründen verpflichtet das Feriengeld zurückzubehalten
      3. Es gibt 3 Situationen wann dieses ausbezahlt werden muss: a) wenn Du in die Ferien gehst, b) wenn der Auftrag fertig ist und keiner mehr folgt und c) Ende Jahr, wenn noch nicht alles ausbezahlt wurde
      4. Es ist irrelevant, ob du nun 1 Woche oder 4 Wochen gehst. Du gehst in die Ferien und Du brauchst Dein Geld!

      Red noch einmal mit Deinem Arbeitgeber und beharre auf Dein Feriengeld. Ansonsten such Dir einen anderen Personaldienstleister. Beim Wechsel kannst Du dann sowieso Dein Geld einfordern. Schöne Ferien und gute Erholung!

      Herzlichst, Markus S.

  • Robert. M. sagt:

    Hallo,

    Es geht mir um eine Frage von Ferien / Kranktageausgleich. Ich arbeite in der Schweiz als Aussendienstmitarbeiter. Meine Vorgabe als Monatsumsatz beträgt 20000,- SFR. Wenn ich jetzt Ferien mache oder Krank bin verlangt der Arbeitgeber trotzdem einen Monatsumsatz von 14000,- SFR. Mache ich jetzt aber 2-3 Wochen Ferien am Stück oder bin ich 2-3 Wochen am Stück Krank, kann ich für die restlichen Wochen im Monat keine 14000,- SFR Umsatz erreichen das ist unmöglich in unserem Verkaufsbranche. Meine Frage ist: Ist es rechtens was der Arbeitgeber macht, oder müsste er die Fehlzeiten die sich aus Ferien oder Krankheit bilden vom Monatsumsatz errunterrechnen und das was übrig beleibt an Tagen im Monat ist an Umsatz zuerbringen.
    Vielleicht haben Sie zu meiner Frage Ferien / Kranktageausgleich mit der verlangten Umsatzvorgabe eine Antwort. Danke im Vorraus.

    Robert

    • Markus S sagt:

      Lieber Robert Maier

      Du hast die Antwort im 2. Teil schon selber gegeben. Seriöse Umsatzmodelle tragen dem Umstand Rechnung, dass Ferien und Krankheit Resultate eintrüben können. Es muss nicht sein. Nichtsdestotrotz ist wichtig was im Arbeitsvertrag oder in den Zusatzvereinbarungen geregelt wurde. Nicht jeder Arbeitsvertrag ist aber auch konform mit dem Regelwerk des Arbeitsgesetzes. Im Zweifelsfall gibt es bei den Ämtern für Wirtschaft und Arbeit bei den einzelnen Kantonen, Juristen, die auf das Arbeitsgesetzt spezialisiert sind und bei Vorlage des Vertrages recht schnell erkennen, ob etwas nicht in Ordnung ist.

      Herzlichst, Markus S.

  • Nicole sagt:

    Hallöchen

    Ich wollt nur mal fragen wies aussieht, wenn ich noch Ferien zugute habe, jedoch der Vertrag fertig ist, und ich die nicht nehmen konnte…

    Danke für eine kleine Rückmeldung

    Nicole

    • Markus S sagt:

      Hallo Nicole

      Wenn Du noch Ferien zugute hast und diese nicht mehr beziehen konntest, dann muss das Guthaben in Form von Lohn kompensiert werden.

      Lieber Gruss – Markus S.


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