Archiv für Juli 2009
Temporäres Baupersonal ohne Ausbildung, kann nicht mehr auf die Zukunft bauen
Stellen Sie sich vor die Bauwirtschaft hört auf zu existieren. Schlafen Sie dann im Kornfeld? Fahren Sie mit dem Auto durch das Flussbett? Gehen Sie für den Stadtbummel über Stock und Stein? Ohne Bauwirtschaft ist die Erde flach wie eine Scheibe.
Die schweizerische Bauwirtschaft hat sich seit anfangs der 90er Jahre stark verändert. Die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe nahm um die Hälfte ab. Was ist der Grund? Die Schweiz ist grundsätzlich gebaut. Grosse Projekte sind zeitlich beschränkt und haben meistens nur regionale Auswirkungen auf den Beschäftigungsmarkt.
Zudem wirkt sich die zunehmende Mechanisierung und starke Entwicklung der Bautechnologie, Bauchemie und anderen Fachbereichen auf die Bautätigkeit aus. Bauvorhaben können heute mit neuster Technologie viel schneller fertig gestellt werden, als das noch vor Jahren möglich gewesen wäre. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Berufsausbildung.
Daher fordert die Bauwirtschaft zusehends gut ausgebildetes und erfahrenes Baupersonal. Hilfskräfte und temporäre Mitarbeitende, die nur über bescheidene Qualifikationen oder Berufserfahrung verfügen, werden bei komplexen Bauvorhaben immer weniger zum Einsatz kommen. Die neuen Ansprüche an die beruflichen Qualifikationen wirken sich direkt auf die betriebswirtschaftlichen Kosten aus. Die Margenerosion, die stark steigende Kostenentwicklung für Rohstoffe, Technologien, Betriebsmittel und das reale Lohnwachstum fordern die Bauwirtschaft.
Diese verfügt jedoch über eine hohe Anpassungsfähigkeit, um sich den schnell ändernden allgemein wirtschaftlichen, gesetzgeberischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gut entsprechen zu können. Aufgrund der nur beschränkt vorhandenen Landressourcen, Zersiedelung von Ballungsgebieten und einer anspruchsvollen Topografie sind neue, grosse Bauprojekte immer seltener.
Die Zunahme von Umbau- und Unterhaltsarbeiten und die damit einhergehenden Wertschöpfungsmassnahmen werden in Zukunft wichtig für die helvetische Bauwirtschaft sein. Zudem wird die zunehmend alternde Bausubstanz, die sehr gut ausgebaute, aber stark beanspruchte öffentliche Infrastruktur weiterhin die Nachfrage nach gut ausgebildetem Baupersonal stimulieren. Diese für die Volkswirtschaft wichtige Branche ist nach wie vor ein beachtlicher Arbeitgeber. Bauen bedeutet Zukunft. Stellenvermittlungen müssen deshalb vermehrt auf die Ansprüche dieser Branche eingehen.
Bauleute müssen heute gut qualifiziert sein, damit sie auch einsetzbar bleiben.
Soziale Dienstleister verlassen die romantische Nische. Personalberatungen entdecken eine neue Kundschaft.
Der soziale Dienstleistungsauftrag ist nur noch sinnstiftend, wenn auch die Wirtschaftlichkeit auf ihre Kosten kommt.
Veränderte Anforderungen an den Leistungsauftrag, die schleichende Ökonomisierung von Sozialbilanzen, Kostenmanagementdruck und die Aufforderung, nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu handeln, verändern Non Profit Organisationen (NPO) und Nichtregierungsorganisationen (NGO) radikal und nachhaltig. Das Sozialwesen ist im Umbruch. Der Markt der sozialen Dienstleistungen wird vermehrt mit den Ansprüchen der staatlichen wie auch privatwirtschaftlichen Leistungsauftragsgebern, Donatoren, Spendern und anderen fordernden ‘Pressure-Groups’ konfrontiert.
Was heisst das für die Personaldienstleister? Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Anspruchsgruppen von sozialen Dienstleistungen werden fordernder. Der Anspruch an die Professionalität steigt und verlangt deshalb spezialisierte, motivierte und gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte in diesem Bereich.
Denn NPO’s und NGO’s konzentrieren sich verstärkt auf Bereiche, die von staatlichen oder privatwirtschaftlichen Institutionen, aufgrund verminderten oder geschwächten Finanzmitteln, nicht mehr bedient werden können. Gesellschaftspolitische Veränderungen und ökonomische Verwerfungen lassen Situationen entstehen, die den Wettbewerb unter den Anbietern intensivieren und den Druck auf die Professionalisierung erhöhen.
Warum ist diese Entwicklung entstanden? Dienstleistungen und Angebote werden vergleichbarer. Die Besetzung von neuen Nischen, die auch betriebswirtschaftlich Sinn machen, sind mit wachsender Segmentierung der sozialen Dienstleister schwieriger zu besetzen. Das birgt die Gefahr in sich, dass Geldquellen deshalb versiegen und der Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann. Des Weiteren kann die Verflachung des Inhaltes den Wiedererkennungswert von sozialen Dienstleistungen diffus erscheinen lassen und dazu führen, dass Leistungsauftragsgeber sich abwenden und den Prozess der Auflösung beschleunigen. Daher ist es für die ‘Sozialbranche’ wichtig, sich auf klar erkennbare Kompetenzbereiche zu fokussieren, sich prononciert zu spezialisieren und am Markt zu orientieren.
Soziale Dienstleister sind absolut unverzichtbar für eine gut funktionierende Gesellschaft und Wirtschaft. Personalberatungen, die sich für dafür interessieren, werden es mit anspruchsvollen Kunden zu tun bekommen. Ein interessante Herausforderung.
Auch für die Personaldienstleister!
Die Life Sciences Industrie erwartet von den Personaldienstleistern mehr, als nur heisse Luft und dynamische Verkaufsrethorik.
Die chemische, pharmazeutische und biotechnologische Industrie bildet die stärkste Kraft der nordwestschweizerischen, insbesondere der Basler Wirtschaft. Weltweit sehr erfolgreiche Grosskonzerne und kleinere Unternehmen formen in der Nordwestschweiz einen einzigartigen industriellen Cluster, der die Stadt Basel und die Region Nordwestschweiz zu einem national wie auch international bevorzugten Life Sciences- und Chemie-Standort macht.
Keine Region der Welt bietet eine so hohe Konzentration von bestens ausgebildeten Fachkräften. Die Personalberatungen, die diese Branche betreuen sind gefordert. Nur Berater/-innen, die über einen naturwissenschaftlichen Hintergrund verfügen, können da noch mithalten. Alles andere ist Augenwischerei.
In den letzten Jahrzehnten wurden die Rahmenbedingungen für die chemische, pharmazeutische und biotechnologische Industrie fortdauernd verbessert. Nachhaltige Investitionen in Bildung und Forschung seitens der Behörden wie auch der Unternehmen haben die Qualität des Life Sciences- und Chemie-Standorts Basel enorm verbessert. Viele erfolgreiche, neue Unternehmungen aus dem Life Sciences- und Chemie Bereich haben sich in der Region nieder gelassen.
Auch das Bio Valley Basel-Oberrhein wächst unaufhaltsam. Mehrere hundert auf Biomedizin und Biotechnologie spezialisierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen am Oberrhein, schlossen sich zu einem grenzübergreifenden BioValley-Netzwerk – das trinationale Silicon Valley der Biotechnologie – zusammen. Dieser Zusammenschluss profitiert von der Erfahrung der vorhandenen Zentren in der Nordwestschweiz, in Südbaden und im Elsass und ist mittlerweile auch international ein Begriff.
Dank dieser sehr fortschrittlichen Entfaltung der Chemie-, Biotechnologie- und Pharmaindustrie ist Basel und die Nordwestschweiz ein regionaler Wachstumsleader der Schweiz. Dieses Wachstum sorgt auch für weitere befruchtende Impulse im gesamten Land, die den Wirtschaftsstandort Schweiz noch attraktiver macht und Investoren aus der ganzen Welt anlockt. Die enormen Investitionen in Forschung und Entwicklung werden von Jahr zu Jahr grösser und widerspiegeln die schöpferische, unternehmerische Kraft dieser Industrie. Viele hervorragende Produkte der Life Sciences- und Chemie-Branche, die in Basel erforscht wurden, haben als ‚Blockbusters’ weltweit Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Aus der einstigen Chemie- und Industriemetropole Basel wurde eine erfolgreiche, innovative Forschungsstadt. Die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Universitäten, Fachhochschulen und den Unternehmungen verstärken den Standortvorteil. Basels Chemie- und Pharmaforschung geniesst heute Weltruf. Die enorme Forschungs- und Innovationskraft Basels kommt auch in der grossen Zahl von Nobelpreisträgern, einer der höchsten Patentdichten der Welt und der Spitzenmedizin am Universitätsspital zum Ausdruck.
Die Standortvorteile sind vielerlei. Nirgends auf der Welt ist eine so starke Konzentration von hoch qualifizierten Fachleuten vorhanden. Basel trägt zudem weit über den europäischen Raum hinaus den Ruf einer kulturellen, ökologischen, fortschrittlichen, internationalen und integrativen Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsmetropole. Hier kombinieren sich die Vorteile einer Kleinstadt wie klare Überschaubarkeit und Intimität mit den Vorteilen einer Großstadt wie Weitläufigkeit, Angebotsdichte und Vielfalt.
Personalberatungen sind gut beraten für dieses Marktsegment nur Berater/-innen zu engagieren, die aufrund ihrer naturwissenschaftlichen Grundausbildung, die Personalbedürfnisse der Life Sciences Branche guten kennen und somit auch optimale Dienstleistungen erbringen.
Jobportale entpuppen sich zum Nadelöhr. Die Vielfalt wird zur Einfalt.
Die elektronischen Jobbörsen, Online-Stellenmärkte oder Jobportale haben sich epidemisch verbreitet. Die explodierende Vielfalt macht der übersichtlichen Einfachheit Konkurrenz. Selbst Meta-Suchmaschinen bieten nur noch einen mageren und unvollständigen Überblick an.
Die Vielfalt an Jobportalen hat stark zugenommen. Für jedes Bedürfnis gibt es spezifische Dienstleistungen, um schnell, günstig und direkt die richtigen potenziellen Stellensuchenden ansprechen zu können.
Welche Möglichkeiten bieten sich an?:
- Kommerzielle Anbieter
- Öffentliche Anbieter (Arbeitsamt)
- Allgemeine Jobbörsen
- Zielgruppenorientierte Jobbörsen für Spezialisten und Spezialistinnen
- Online-Stellenmärkte der Printmedien
- Meta-Suchmaschinen, die keine eigenen Dienstleistungen bieten, aber die Jobangebote der Jobportale durchkämmen, zusammenfassen und konzentriert präsentieren.
In Zukunft werden sich die Jobportale durchsetzen, die den Stellensuchenden bedürfnisgerechte Dienstleistungen und die richtigen Stellenangebote bieten, technisch auf der Höhe sind, ein exzellentes Suchmaschinenmarketing (SEO) betreiben und unschlagbare Publikationspreise anbieten. Anbieter von Jobportalen, die einfach eine weitere, ähnliche Dienstleistung ohne messerscharfe Alleinstellungsmerkmale (USP) anbieten, werden hoffentlich durch das Desinteresse der Zielgruppen schnell verhungern.
Gute Stellenportale sollten insbesondere folgende Qualitätsmerkmale aufweisen:
- Klarheit betreffend Fokussierung auf die Zielgruppe. Ist die Jobbörse allgemein oder spricht sie zum Beispiel eine bestimmte Berufsgruppe an
- Usability – ist die Anwendung einfach?
- Je bekannter das Jobportal, desto besser die Besuchsrate
- Je umfangreicher die Stellenangebote, desto breiter das Interesse
- Klar dokumentierte Zusatznutzen (zum Beispiel Bewerbungstipps usw.)
- Gepflegte Aktualität der Stellenangebote
- Anzahl Bewerbende pro Ausschreibung.
Viele Jobportale haben nach wie vor exorbitante Preise und tun so, als ob sie ohne Konkurrenz sind. Das wird sich hoffentlich so schnell wie möglich ändern. Viele Portalanbieter begründen das mit Innovation, Wartung und aufwendiger Entwicklung, als ob das nicht die allergrösste Selbstverständlichkeit wäre. Es bleibt zu hoffen, dass die zunehmende Konkurrenz innerhalb dieser Anbietergruppe dazu führt, dass Kunden endlich die Preise erhalten, die fair und marktgerecht sind.
Fluch oder Segen? Die Selbststrangulation mit den sozialen Netzwerken.
Sind Sie vergesslich? Sind Sie nicht bei der Sache? Können Sie sich nicht konzentrieren?
Das Wetter muss nicht zwingend daran Schuld sein. Die hormonelle Unpässlichkeit ist vielleicht auch nicht die tiefere Ursache. Ihre Schlafgewohnheit ist unauffällig. Die Versorgung mit Vitaminen wie auch mit lebenswichtigen Mineralstoffen ist optimal. Sie haben keine Erklärung für Ihr Verhalten? Was ist es dann?
Sie leiden vielleicht an der neuen, epidemisch um sich greifenden Zivilisationskrankheit der chronischen Zerstreuung. Die Menschen ‚googeln’, ‚bloggen’ , ‚twittern’ und ‚mailen’ um die Wette. Viele sind der Meinung, wer nicht daran teilnimmt, sei ein Ignorant. Die angeblich immer wichtig werdende Kommunikationskultur der Infonauten verpestet unsere Lebens- und Arbeitsweise. Auch die sogenannten ‚Social Networks’ wie Facebook, MySpace, Xing und viele andere Anbieter, drängen uns sanft mit ‚Erinnerungstools’ zur Illusion, im globalen Dorf der Web-Eitelkeiten wichtig zu sein. Dabei verlieren wir uns immer mehr in den trüben Tiefen der Banalitäten.
Die Süchtigen nach Aufmerksamkeit werden langsam zu ‚Kommunikations-Spastiker’, die wie irre Hamster das Rad drehen und glauben, dass der aufkommende Schwindel mit Dynamik zu tun habe. Für diesen Zustand gibt es den Fachbegriff ‚Frazzing’. Das ist das Kürzel für ‚Frantic Multitasking’ und heisst soviel wie ‚die rasende Form der Mehrfachbeschäftigung’.
Die ‚multitaskende’ Arbeitswelt ist teuer und sicher nicht effizient. Oft haben die neuen Informationsplattformen auch keinen betriebswirtschaftlichen Wert. Sie lenken ab, stören die Konzentration und fressen Arbeitszeit auf. Auch die Psychologen und Neurologen fragen sich in neuen wissenschaftlichen Untersuchungen, was diese Technik für Auswirkungen auf den Menschen hat. Die Anwender/-innen nutzen die neuen Möglichkeiten. Diese nutzen aber auch immer mehr die Menschen.
Die hastige, impulsive, nervöse Oberflächlichkeit, das bewusst schnelle ‚Hin- und Herzappen’ zwischen den verschiedenen Anforderungen, lässt keine klaren Gedanken mehr zu und wirkt sich früher oder später auf die Arbeitsqualität aus. Am besten ist es sich ein klar limitiertes Zeitfenster für solche Tätigkeiten zu reservieren und den Rest des Tages mit der eigentlichen Arbeit zu beschäftigen. Das Hirn wird dann weniger schnell müde und freut sich, wenn es sich seiner eigentlichen Aufgabe wieder widmen kann. Nämlich die seriöse Informationsverarbeitung zum Wohle der eigenen geistigen Gesundheit und im Interesse der Arbeitgeber, die es zu schätzen wissen, wenn sie mit der ungeteilten Aufmerksamkeit ihrer Mitarbeitenden rechnen können.
Potenzialanalyse versus Assessment. Welches Tool ist wann cool?
Die Potenzialanalyse ist, im Gegensatz zum Assessment, weitaus kostengünstiger und schneller durchführbar.
Die meisten angebotenen Produkte sind aus arbeitspsychologischer Sicht valide und aussagekräftig. Es wird jedoch nicht die selbe tiefe Aussagekraft wie beim Assessment erreicht. Die Potenzialanalyse bietet zudem die strukturierte Untersuchung des Vorhandenseins bestimmter Eigenschaften. Sie bietet klar gegliederte Informationen zu Fragen nach der Fähigkeit der Person.
Der wichtigste Ansatz ist die Einschätzung von zukunftsgerichteten Möglichkeiten, die sich einer Person im persönlichen und insbesondere im beruflichen Umfeld eröffnen. Des Weiteren können Unternehmen mit der Potenzialanalyse ganze Teams auf ihre berufliche Alltagstauglichkeit und Kompatibilität prüfen. Potenzialanalysen im Personalbereich werden in unterschiedlichen Einsatzgebieten und mit verschiedenen Methoden durchgeführt. So kann anhand strukturierter Fragebögen das eigene Karrierepotenzial ermittelt oder das Anforderungsprofil für die Personalselektion überprüft werden. Die Potenzialanalyse dient somit der Erfassung der Fähigkeitspotenziale für zukünftige Tätigkeiten.
Die Potenzialanalyse erfasst folgende Bereiche:
- Wissen
- Fähigkeiten
- Motivation
- Persönlichkeitsmerkmale
Die Potenzialanalyse ist übrigens auch ein nicht zu unterschätzendes wichtiges Instrument zur Personalbindung. Die Unter- oder Überforderung von Mitarbeitenden kann zu kostenintensiven Demotivation führen. Die Erkenntnisse aus den so gewonnenen Daten können wichtige Hinweise liefern, wie Mitarbeitende besser eingesetzt werden können. Bei Führungspositionen ist die Potenzialanalyse sehr wichtig, da eine Fehleinschätzung schwerwiegende Folgen für den Unternehmenserfolg haben kann.
Die kritische Distanz der Personaldienstleistern zum Assessment ist oft zu intim.
Viele Personaldienstleister rekrutieren Bewerbende und bieten sozusagen als ‚All-in-1-Lösung’ zugleich auch arbeitspsychologische Verfahren an.
Die kritische Distanz wird aber bei aller Professionalität, oft auch aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen, nachlässig eingetrübt und verwässert.
- Ist die Objektivität des Assessments wirklich gewährleistet, wenn die gleichen Personaldienstleister auch schon viel Arbeits- und Kontaktzeit mit diesen Bewerbenden verbracht haben?
- Was passiert, wenn die wichtige Annäherung einer nachprüfbaren objektiven Kongruenz des Assessmentberichtes mit der Einschätzung des Rekruters nicht zutrifft, auch wenn diese im besten Fall ‚unabhängig’ von zwei verschiedenen, psychologisch geschulten Fachpersonen erstellt wurde?
- Haben Auftraggeber denn wirklich die Garantie, dass bei schwierigen Rekrutierungsprozessen, die vielleicht wegen mangelnder Zeit und ausgeschöpften Budgets zusätzlich unter Druck geraten, das inhaltliche Ergebnis nicht optimiert wird, um die Position möglichst besetzen zu können?
Nur eine externe, fachpsychologisch geschulte ‚Second Opinion’ gewährleistet methodische Neutralität und eine wertfreie, unabhängige Beurteilung, die sich ausschliesslich auf den Bewerbenden konzentriert und wirtschaftliche Interessen aussen vor lässt. Personalberatungen, die auch noch eigene Assessmentdienstleistungen anbieten sind nie wertfrei. Die klare Trennung von eignungsdiagnostischen Dienstleistungen und Hilfsmitteln vom eigentlichen Suchauftrag gewährleistet die Garantie, dass vermehrt die Objektivität Oberhand gewinnt.
Zwitschern Sie sich zum nächsten Job!
Die forcierte Mediatisierung der Rekrutierung greift immer mehr um sich. Selbst die Spatzen zwitschern es schon von den Dächern.
Die Jobsuche mit Hilfe neuer Medien greift immer mehr um sich. Twitter ist nicht nur in aller Munde, wenn es darum geht Demokratien zu ihrem Recht zu verhelfen oder schnell Kurznachrichten zu versenden, sondern setzt auch neue Standards, wenn es um die Rekrutierung geht. Sie lächeln milde? Auch beim Short Message Service ging ein homerisches Lachen durch die Welt. Der SMS-Dienst hat sich durchgesetzt. Millionen von Menschen tauschen sich über Kurznachrichten aus. Niemand möchte mehr darauf verzichten!
Das Twitter-Prinzip ist einfach und deshalb bestechend. Alle können können mitmachen und kurze Nachrichten, sogenannte «Tweets», via Web, Chat oder Handy auf Twitter abladen. Gelesen werden diese Nachrichten von den «Followers». Als solcher kann sich wiederum jeder Twitter-Nutzer bei jedem anderen Twitter-Nutzer eintragen. So bekommt man nur die Nachrichten angezeigt, die man auch lesen möchte.
3 Formen der Twitter-Anwendung sind für das Recruiting interessant
- Mitarbeitende von Unternehmen twittern und melden Stellenangebote über das neue Medium an ihren Bekanntenkreis
- Unternehmen wie auch Personaldienstleister eröffnen früher oder später einen Twitter-Stellenfeed und publizieren so ihre neuesten Stellenangebote
- Unternehmen wie auch Personldienstleister schalten ihre Vakanzen als Werbung auf Twitter
Diese neuen technischen Möglichkeiten im Dienste der Personalgewinnung werden kein Phänomen bleiben, sondern den Rekrutierungsalltag vieler Personaldienstleistern und Personalabteilungen in Unternehmen fundamental und radikal verändern. Wer sich gegenüber solchen technischen Möglichkeiten verschliesst, wird früher oder später bestimmt den Anschluss an eine immer mehr technikorientierte Gesellschaft verlieren. Bald zwitschern nicht nur die Vögel, sondern viele Bewerbende auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung.
Ersetzt das Prekariat das Proletariat? Armut dampft Hoffnung ein.
Das einzige was noch in der schrumpfenden Wirtschaft wächst ist die Arbeitslosigkeit und der Abstieg in die Armut.
Es war kürzlich in allen Medien zu lesen, zu sehen und zu hören, dass die Sozialämter in den nächsten Monaten einen Ansturm von Menschen erwarten, die der Wirtschaft zum Opfer fallen. Viele können sich gegen den Gang zum Sozialamt nicht wehren. Die Arbeitslosigkeit steigt und somit auch die oft damit zusammenhängenden unverschuldeten Probleme vieler Menschen, die lieber einer Arbeit nachgehen würden, als auf Fremdhilfe angewiesen zu sein. Ein Teufelskreis.
Übrigens: Der Begriff ‚Prekariat’ stammt aus der Soziologie und definiert unter anderem die Welt der ungeschützt Arbeitenden und Arbeitslosen. Dieser neudeutsche Ausdruck leitet sich vom Wort ‚prekär’ ab, das soviel wie schwierig, bedenklich oder misslich bedeutet.
Und in der Tat ist es so, dass immer mehr in ungeschützten, so genannte flexibilisierten Arbeitsverhältnissen stecken, aus denen sie nicht entrinnen können, weil die wirtschaftliche Notwendigkeit, mangelnde Berufsausbildung, die langfristige Aussichtlosigkeit auf Verbesserung ihrer Lage und sehr oft die nackte Not dazu führt, dass Menschen extrem unwürdige Arbeit annehmen müssen, um das Überleben der eigenen Existenz oder der von ihnen wirtschaftlich Abhängigen sichern zu können. Eine üble Tatsache, die leider auch in der Schweiz immer mehr um sich greift und sich während der Rezession noch akzentuieren wird.
Solche Arbeitsverhältnisse wirken sich auch auf die gesellschaftliche Befindlichkeit aus. Gleichgültigkeit, Aggressivität, Frust und Fatalismus werden uns vermehrt begleiten. Arbeitgeber, Personaldienstleister, Politik und Wirtschaft werden gefordert sein, um die Nebenwirkungen solcher Entwicklungen abfedern zu können.
Temporärarbeit kann Ihrer Gesundheit schaden! Ist temporär prekär?
Es ist eine statistisch nachweisbare Binsenwahrheit, dass neue temporär Mitarbeitende in sogenannten gefährdeten Branchen in den ersten Tagen ein bis zu 50% höheres Unfallrisiko haben. Besonders gefährdet sind solche, die auf Baustellen oder in der Forstwirtschaft eingesetzt werden.
Meistens sind solche Mitarbeitende falsch eingesetzt, beruflich unerfahren, schlecht qualifiziert oder einfach nicht gut in den bestehenden Teams eingebunden. Oft fehlt auch aufgrund von mangelndem Wissen, dass Sicherheit unter Umständen nicht nur für Leib und Leben wichtig ist, sondern auch einen direkten Einfluss auf die Versicherungsprämien für Arbeitgeber und Arbeitnehmer/-innen haben. Unfälle kosten Nerven, Zeit und extrem viel Geld. Deshalb hat die Suva die Kampagne “Temporärarbeit in Produktionsbetrieben” lanciert.
Die Berufs-Unfallversicherung Suva setzt in ihrer Kampagne auf verschiedene Massnahmen. Einerseits werden die Kontrollen an den Einsatzorten verstärkt. Andererseits sollen die Verantwortlichen der Betriebe sowie die Temporärarbeitenden selber sensibilisiert werden. Wichtig zur Unfallverhütung seien eine gute Einführung, sowie klare Abmachungen betreffend Schutzausrüstungen, heisst es weiter. Unterstützt wird die Kampagne vom Schweizer Rocksänger Marco Pfeuti alias Gölä.
Warum wird jetzt wieder vermehrt das Augenmerk auf die Arbeitsicherheit gelenkt? Der Druck und die Belastungen nehmen in der Arbeitswelt zu. Je nach Beruf und Arbeitsumgebung ist schnell, insbesondere bei mangelnder Aufmerksamkeit, etwas passiert. Gemäss Suva ereignen sich pro Jahr gegen 100 tödlich verlaufende Berufsunfälle. Das ist einfach zuviel.
Es ist das Ziel aller Beteiligten, dass gefährliche Arbeit nicht noch tödlich sein muss. Die Unfallrate soll mit verschiedenen Massnahme auf die Hälfte reduziert werden. Selbst die Hälfte ist noch zuviel. Es bleibt zu hoffen, dass das Bewusstsein für Arbeitsicherheit kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit, die Menschen schützt und dazu beiträgt, dass die Prämien der Suva für risikoreiche Berufsgruppen zahlbar bleiben.