Okt 15

Die Chinesen werden uns aus der Patsche helfen…

Autor: PersonalRadar

…und dafür sorgen, dass der Pflegenotstand noch nicht ausbricht. Wann folgt die nächste Watsche?

Medical, Medizin, Gesundheitswesen — ein Branchen-Fokus der PKS Personal- & Kaderselektion AG, Basel

Ist das chinesische Gesundheitspersonal die Lösung?

Das schweizerische Gesundheitswesen ist unter Druck. Wie jeden Herbst werden die neuen Tarife der Krankenversicherer mitgeteilt. Wie jedes Jahr steigen sie. Die ewige Preisdiskussion zwischen dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Pharmaindustrie ist schrill geblieben. Die anhaltend ‚kreativen‘ Lösungsvorschläge in Sachen Bekämpfung des Personalmangels in der Gesundheitsbranche sind ebenso so alt wie die Frage, ob das Huhn vor dem Ei da war.

Es gibt zuwenig qualifiziertes Pflegepersonal in der Schweiz. Punkt.

PersonalRadar hat diesen Sachverhalt schon oft aufgegriffen und zum Thema gemacht (siehe ganz unten). Die Lücken versucht man mit allen guten und schlechten Mitteln zu schliessen. Es bleibt ja nichts anderes übrig. Ein provozierter Pflegenotstand, der dazu führt, dass Menschen darunter leiden müssen oder im schlimmsten Fall daran sterben, will niemand verantworten wollen. In der Zwischenzeit wurde ganz viel Pflegepersonal aus Deutschland, Frankreich, Osteuropa und zuweilen aus den Philippinen rekrutiert. Dieses Fachpersonal hat dazu geführt, dass das Schlimmste verhindert werden konnte. Diese Fachkräfte fehlen aber in ihren Heimatländern, die aufgrund der akzelerierten Vergreisung und den übrigen demografischen Veränderung ihrer Gesellschaften, selber auf solche Fachkräfte dringend angewiesen wären. Das solche Fachkräfte mit den Geldrimessen in ihre Heimatländern, die eigenen oft darbenden Familien unterstützen und somit Migration aus schierer Not verhindern, darf an dieser Stelle ruhig einmal erwähnt werden. Alles hat bekanntlich seine Vor- und Nachteile.

Am 14. Oktober 2013 wurde in der Schweizer Tagesschau ein Beitrag gesendet, der dem erstaunten Betrachter und Betrachterin mitteilt, dass China viel ‚überschüssiges’ Pflegepersonal ausbildet. Dessen Fähigkeiten kann man ohne weiteres exportieren. Klar ist das einfach ein weiteres Angebot, um die vielen bestehenden Lücken in den Pflegeteams schliessen zu können.

Die Schweiz muss vermehrt eigenes Gesundheitspersonal ausbilden. China kann den Mangel lindern, aber nie lösen.

Es ist simple Symptombekämpfung.

Das Problem lässt sich nur lösen, wenn endlich mehr junge Menschen sich für den Pflegebereich begeistern können und sich ausbilden lassen. Zudem gäbe es viele, die sich dafür interessieren, aber die theoretischen Zulassungs- und Eintrittshürden mit ihren schulischen Leistungen nicht überwinden können, obwohl die anderen wichtigen Fähigkeiten für die Gesundheitsbranche nicht selten genug durchaus stimmen würden. Genauso ist es absurd, dass junge Menschen in diesem Land Medizin studieren möchten, aber aufgrund der Zulassungsbeschränkung nicht können und der daraus entstehende Mangel, dann später mit Ärzten/-innen aus dem Ausland bekämpft wird.

Das medizinische Fachpersonal aus China ist wahrscheinlich sehr gut ausgebildet. Auch die erworbenen Sprachkenntnisse werden genügen, damit eine vernünftige Kommunikation zwischen Patienten/-innen und Pflegepersonal möglich ist. Kranke Menschen schätzen es sehr, wenn sie nicht nur kompetent behandelt werden, sondern sich mehrheitlich noch Pflegepersonal um deren Anliegen kümmert, die mit den helvetischen Eigenheiten, Ansprüchen und dem jeweiligen Lokalkolorit vertraut sind. Auch das beschleunigt den Heilungsprozess.

Die Basiswerte des Schweizerischen Gesundheitswesens sind nur suboptimal. Mit der richtigen Therapie könnte man vieles, wenn auch nur punktuell, verbessern. Das Wagnis will im Moment niemand so richtig eingehen. Die medizinischen Fachleute aus China sind selbstverständlich willkommen. Sie können leider das Problem nicht lösen.

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