Ostern ist mehr als ein verlängertes Wochenende. Es ist eine kleine Einladung, für einen Moment aus dem Takt des Alltags auszusteigen. In einer Zeit, die oft von Tempo, Druck und permanenter Erreichbarkeit geprägt ist, wirken ein paar ruhige Tage fast schon wie ein Luxus. Gerade deshalb sind sie so wertvoll. Auch die Arbeitswelt kennt solche Momente des Innehaltens nur noch selten. Umso wichtiger ist es, sich bewusst Zeit zu nehmen für Erholung, für Gespräche, für Familie, für Freundschaften und für alles, was im Alltag sonst gerne zu kurz kommt. Denn wer immer nur funktioniert, verliert irgendwann den Blick für das,... mehr
Die Schweizer Arbeitswelt steht vor einer Phase, die sich nicht mehr mit einem einzigen Schlagwort beschreiben lässt. Der Arbeitsmarkt ist nicht mehr so leer wie noch in den Jahren zuvor, aber er ist auch nicht entspannt. Im Februar 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent, die Zahl der Arbeitslosen bei 151’076. Gleichzeitig waren bei den RAV weiterhin rund 48’000 offene Stellen gemeldet. Auch der Fachkräftemangel hat sich gemäss Stellenmarkt-Monitor zwar spürbar abgeschwächt, ist aber keineswegs verschwunden. Gefragt bleiben insbesondere Fachkräfte im Gesundheits-, Bau- und Technikbereich, während die Nachfrage in Büro-, ICT- und Finanzberufen zurückging. Genau diese Gleichzeitigkeit macht die nächsten... mehr
Achtung: Der folgende Text ist keine leichte Kost, aber für Einsatzbetriebe sofort wichtig, sobald Temporärarbeit ein Thema ist. Temporärarbeit wird in der Praxis oft wie ein reines Beschaffungsthema behandelt: Stundenansatz, Verfügbarkeit, ‚schnell rein – schnell raus‘. Genau dort entstehen die grössten Missverständnisse. Personalverleih ist in der Schweiz kein ‚Ausweichkanal‘, sondern ein klar reguliertes Dreiecksverhältnis und zwar so, dass branchenübliche Lohn- und Arbeitszeitstandards nicht umgangen werden können. [2] Zwei Fakten zeigen die Tragweite: Der GAV Personalverleih ist allgemeinverbindlich erklärt und bundesweit relevant; er ist zudem einer der bedeutendsten allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge. [3] Nach Angaben von swissstaffing unterstehen ihm über 400’000 Menschen;... mehr
LinkedIn war einmal ein Ort für berufliche Präsenz, fachliche Schärfe und kluges Selbstmarketing. Heute wirkt die Plattform immer öfter wie eine Bühne, auf der Statussymbole und seelische Entblössung um Aufmerksamkeit konkurrieren. Zwischen Protz, Pose und algorithmisch begünstigter Sichtbarkeit gerät das Berufliche unter Druck. Was einmal als nüchterner Ort für berufliche Präsenz, fachlichen Austausch und kluge Selbstverortung begann, trägt heute immer häufiger die Züge einer Bühne. Man zeigt sich nicht mehr bloss, weil es beruflich sinnvoll ist. Man stellt sich aus, weil Unsichtbarkeit im digitalen Raum inzwischen fast als Makel gilt. Das ist kein blosses Unbehagen älterer Semester und auch kein... mehr
Am Abend senden Sie Ihre Bewerbung ab. Sie haben den Lebenslauf nochmals geprüft, zwei Formulierungen im Anschreiben verfeinert, die Datei sauber benannt und sich vielleicht für einen kurzen Augenblick eingeredet, dass diese Stelle tatsächlich eine echte Möglichkeit sein könnte. Sie werden jedoch sofort aussortiert. In der Nacht liegt bereits die Absage im Posteingang. Höflich formuliert. Stilistisch korrekt. Technisch tadellos. Kein falscher Ton, kein sichtbarer Ausrutscher und keine offene Grobheit. Und doch bleibt nach dem Lesen ein Eindruck zurück, der schwerer wiegt als die Absage selbst: der Eindruck, dass sich niemand wirklich mit Ihnen beschäftigt hat. Genau darin liegt die neue... mehr
Die Schweiz kann Verwaltung. Und sie kann sie so bauen, dass sie Jahrzehnte überlebt: robust, rechtssicher, regional verankert und politisch austariert. Genau diese Qualitäten haben die Arbeitslosenversicherung geprägt. Die Arbeitslosenkasse ist nach wie vor wichtig. Die ALV ist nicht einfach eine Kasse, die Geld überweist. Sie ist ein historisches Arrangement zwischen Bund und Kantonen, zwischen Staat und Sozialpartnern, zwischen Nähe und Standardisierung. Und sie ist, wie so vieles in diesem Land, ein System, das lieber ergänzt als radikal neu gedacht wird. Darum lohnt sich die Frage im Jahr 2026: Was ist an der heutigen Struktur Ausdruck schweizerischer Stärke und was... mehr
Das Feilschen um Temporärmitarbeitende (TMA) beginnt nicht im Betrieb, sondern bereits im ersten Austausch, wenn sichtbar wird, wie knapp Personal in Wahrheit geworden ist. Temporärbüros haben zuweilen einen schweren Stand. Ein Ausfall, ein Projektstart oder ein zusätzlicher Auftrag genügen, und ein Betrieb gerät in den Engpass. Dann wird dringend Unterstützung verlangt. Gleichzeitig beginnt das Feilschen um den Tarif. Hilfe wird sofort gebraucht, aber diskutiert wird zuerst der Preis. Genau darin liegt die Verzerrung. Temporärarbeit wird behandelt, als wäre sie ein lästiger Zuschlag. In vielen Branchen ist sie längst Teil der Betriebsinfrastruktur. Sie hält Termine, federt Ausfälle ab und macht vorhandene... mehr
Das Temporärbüro hat ein Imageproblem. Nicht, weil das Modell schlecht wäre. Nicht, weil Unternehmen keine Unterstützung bräuchten. Und schon gar nicht, weil Stellensuchende keinen Mehrwert in externer Begleitung sehen würden. Das Problem liegt tiefer: Zu oft wird eine Dienstleistung verkauft, die in der Praxis nicht den Namen Beratung verdient. Was als professionelle Vermittlung angekündigt wird, entpuppt sich im schlechtesten Fall als Mischung aus Dossier-Hektik, Halbwissen, Oberflächlichkeit und jener billigen Betriebsamkeit, die zwar nach Arbeit aussieht, aber keine ist. Genau dort beginnt der Schaden. Nicht erst dann, wenn eine Vakanz unbesetzt bleibt. Nicht erst dann, wenn ein Kunde abspringt. Sondern in... mehr
Eine Kündigung ist selten ein Knall. Sie ist eher ein Schnitt: sauber, kurz und endgültig. Ein paar Sätze im Gespräch, ein Brief, ein Datum. Und dann beginnt diese seltsame Zwischenzeit, die im Kalender noch ‘Arbeitsverhältnis’ heisst, im Gefühl aber bereits Abschied ist. Man ist noch da, man liefert noch, man funktioniert und gleichzeitig verändert sich etwas Grundsätzliches: Die Zukunft als Bindemittel fällt weg. Genau dann, wenn die Beziehung nur noch aus Gegenwart besteht, zeigt sich, ob Respekt eine Haltung ist oder bloss eine Gewohnheit. Viele Firmen reden gern über Kultur, Loyalität und hehre Werte. Doch die eigentliche Probe kommt nicht,... mehr
In vielen Unternehmen läuft ein stilles Missverständnis als Betriebssystem: Wer sichtbar ist, gilt als wirksam. Wer schnell reagiert, gilt als kompetent. Wer in Meetings präsent ist, gilt als engagiert. Das ist bequem, weil es Leistung messbar wirken lässt, auch dann, wenn sie es nicht ist. Nur hat dieses System einen Preis: Es belohnt Signale statt Substanz. Und Signale sind billig zu produzieren. Das Mittelmass entsteht. Introvertierte Mitarbeitende sind in diesem Setting nicht ‘sensibel’ oder ‘zurückhaltend’ im romantischen Sinn. Sie sind vor allem eines: ein Lackmustest. Sie zeigen, ob eine Firma Denken, Vorbereitung, Präzision und Konsequenz wirklich schätzt oder ob sie... mehr
Nebenerwerb ist in der Schweiz längst kein exotisches Randphänomen mehr. Viele Menschen leben nicht mehr in der alten Ein-Job-Logik, sondern in realen Mischformen: ein Hauptpensum, dazu ein paar Stunden Nachhilfe, ein kleines Fotografie-Mandat, ein Online-Shop, Einsätze im Gastrobereich oder ein Beratungsauftrag, der den Alltag finanziell oder persönlich abrundet. Das ist nachvollziehbar, oft sogar notwendig. Arbeitsrechtlich ist ein Nebenjob denn auch grundsätzlich möglich, solange Loyalität, Leistung und Interessen sauber im Lot bleiben. Doch es gibt eine Stelle, an der die Stimmung kippt. Nicht wegen des Nebenjobs an sich, sondern wegen des Zeitpunkts: wenn Nebenerwerb in die bezahlte Arbeitszeit hineinrutscht. Ab dann... mehr
Es gibt diese Sätze, die in Schweizer Firmen so zuverlässig kommen wie der Kaffee am Morgen: ‘Wir finden einfach niemanden.’ ‘Der Markt ist leer.’ ‘Die Leute wollen nicht mehr arbeiten.’ Und dann nickt man betreten, seufzt professionell und beschliesst, das Inserat halt noch einmal zu ‘pushen’. Mit denselben Floskeln, derselben Textwand und demselben Bewerbungsprozess, der sich anfühlt wie eine Steuererklärung, die man unter Zeitdruck fertigstellt, um die Einreichfrist nicht zu verpassen. Die Wahrheit ist unerquicklich und darum so beliebt zum Wegignorieren: Nicht der Markt ist leer. Die Stellenanzeigen sind vielleicht einfach leer. Die Firma sucht mit einem ‚Talentvertreibungsprogramm‘. Ein... mehr
Die Nordwestschweiz funktioniert wirtschaftlich wie ein einziger Arbeitsraum: Menschen pendeln zwischen Basel, Baselland, Solothurn und Aargau, Firmen rekrutieren regional, Einsatzbetriebe denken in Fahrminuten, nicht in Kantonsgrenzen. Und trotzdem gibt es im Temporärgeschäft einen Faktor, der sich anfühlt wie eine unsichtbare Mauer: Familienzulagen. Nicht, weil das System ‘falsch’ wäre, sondern weil die föderalistische Ausgestaltung in einem eng verflochtenen Arbeitsmarkt plötzlich wie eine wirtschaftspolitische Schieflage wirkt. Der Bund setzt zwar Mindestansätze (seit 1. Januar 2025: CHF 215 Kinderzulage und CHF 268 Ausbildungszulage pro Kind und Monat). Aber die Kantone dürfen darüber hinausgehen und genau dort beginnt die Verzerrung. Die Fakten: vier Kantone,... mehr
Alkohol gilt in vielen Unternehmen als Privatsache. Solange niemand lallt, niemand stürzt, niemand ‘offiziell’ auffällt, wird das Thema sauber weggeschoben: Apéro, Kundenessen und Feierabendbier. Alles Kultur, alles normal und alles harmlos. Nur ist genau diese Normalität die perfekte Tarnung für das, was Firmen tatsächlich Geld kostet: nicht der Absturz, sondern die schleichende Leistungsabnahme. Nicht der Skandal, sondern das dauerhafte ‘Ich bin ja da’. Und wenn jemand ‘ja da’ ist, aber nicht mehr wirklich präsent, zahlt nicht die Person, sondern das Team. Und am Ende die Firma. Wenige Prozent, grosse Wirkung Laut dem Schweizer Monitoring (MonAM/Obsan) lag der Anteil der Bevölkerung... mehr
Wir sprechen ständig. In Sitzungen, am Küchentisch, im Zug, im Treppenhaus, in Sprachnachrichten, in Gruppenchats. Wir geben Updates, holen Meinungen ein, koordinieren, erklären, reagieren. Und doch bleibt immer häufiger etwas zurück, das man kaum in Worte fassen kann: Es wurde geredet, aber niemand ist ein Stück näher gerückt. Nicht näher zur Lösung. Nicht näher zueinander. Nicht näher zu dem, was man eigentlich meinte. Die Erosion des Gesprächs geschieht selten in Form von offenem Streit. Sie geschieht leise. Durch Haltungen, die sozial akzeptiert und oft sogar belohnt sind. Durch Muster, die Ordnung versprechen, Effizienz liefern, Souveränität ausstrahlen und dabei das Wesentliche... mehr
Online-Bewertungen sind im Personaldienstleistungs-Business längst zur schnellen Entscheidungsabkürzung geworden. Ein Blick auf die Sterne, ein kurzer Scan der Kommentare und fertig ist das Urteil. Gerade bei Personaldienstleistern wirkt diese Logik besonders verführerisch: Wer viele Sterne hat, scheint verlässlich. Wer weniger hat, wirkt riskant. Doch diese Reduktion ist trügerisch. Denn Personaldienstleistung ist kein Produkt mit fixen Eigenschaften, sondern ein komplexer Vermittlungsprozess zwischen Menschen, Interessen und Marktbedingungen. Die mathematische Illusion hinter dem Bewertungsdurchschnitt Der wohl grösste Denkfehler liegt in der Gleichsetzung von Bewertungshöhe und Aussagekraft. Ein Anbieter mit 5.0 Sternen bei zwölf Bewertungen wirkt makellos, ist statistisch jedoch extrem fragil. Schon eine... mehr
Temporärarbeit hat im Handwerk bis heute ein widersprüchliches Image. Sie wird gerne als Übergangslösung etikettiert, als etwas Vorläufiges, manchmal sogar als Zeichen von Orientierungslosigkeit. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn gerade im Handwerk ist Temporärarbeit weniger ein Symptom von Unsicherheit als vielmehr ein Werkzeug der Orientierung. Sie erlaubt jungen Handwerker:innen, den Arbeitsmarkt nicht theoretisch, sondern praktisch zu verstehen und damit fundiertere Entscheidungen zu treffen. Der erste Einsatz nach der Lehre ist kein beliebiger Job. Er ist ein Deutungsmoment: Wie fühlt sich Arbeit an? Wie wird geführt? Wie wird gesprochen, geplant und reagiert? Temporärarbeit kann diesen Moment entschärfen, strukturieren und... mehr
Es gibt Momente, da merkt man sofort: Die Zukunft ist nicht etwas, das irgendwann ‘kommt’. Sie sitzt bereits mit am Tisch. Einfach ohne Namensschild. Sie zeigt sich nicht in grossen Reden, sondern in kleinen Sätzen, die immer öfter fallen. ‘Wir finden niemanden, aber wir haben gleichzeitig Kostendruck.’ ‘Wir brauchen Flexibilität, aber bitte ohne Chaos.’ ‘Wir wollen schneller rekrutieren, aber die Qualität darf nicht sinken.’ ‘Wir setzen KI ein. Niemand soll diskriminiert werden. Es muss rechtlich sauber sein.’ ‘Die Kandidatin oder der Kandidat ist perfekt, aber plötzlich weg.’ Wer in der Schweiz heute HR-Arbeit verantwortet oder als Personaldienstleister:in arbeitet, lebt genau... mehr
Was heisst eigentlich ‘Fail Watching’? Fail Watching ist ein englischer Ausdruck. Wörtlich bedeutet er ‘beim Scheitern zuschauen’ oder ‘Fehler beobachten’. Gemeint ist, dass man anderen beim Patzen zusieht, im Büro, in der Werkstatt, im Projekt, im Meeting und dabei (oft still und unausgesprochen) ein Gefühl von Genugtuung empfindet. Auf Deutsch liesse sich Fail Watching auch als ‘Schadenfreude durch Beobachtung’ beschreiben: nicht zwingend laut oder offen, sondern als inneres ‘Aha, jetzt erwischt es mal jemand anderen.’ Warum das so harmlos klingt und so unangenehm ist Fail Watching wirkt oberflächlich wie eine neue Spielart von Unterhaltung: kurz hinschauen, innerlich kommentieren und weitergehen.... mehr
Die BAK-Analyse (im Auftrag von Interpharma, siehe unten) zeigt nüchtern, warum die Pharmaindustrie in der Schweiz im Recruiting so oft ‘mit am Tisch sitzt’, selbst wenn man gar nicht in der Branche tätig ist: Die Wirkung läuft über Wertschöpfungsketten und Folgeeffekte in Dienstleistung, Technik, IT, Logistik und vielen weiteren Bereichen. Die Kerndaten sind deutlich: 2022 beschäftigte die Pharmaindustrie direkt rund 50’600 Personen (47’800 FTE). Der gesamtwirtschaftliche Beschäftigungseffekt (direkt und indirekt) liegt bei rund 300’800 Jobs, also 5,4% der Gesamtbeschäftigung. Für das Recruiting ist aber vor allem die Qualifikationslogik entscheidend: In der Pharma verfügen 67% der Mitarbeitenden über einen tertiären Abschluss,... mehr
Wachstum hat in Unternehmen den Ruf eines Sieges. Es ist die Kurve, die nach oben zeigt, das neue Büro, die zusätzliche Linie im Organigramm, das Gefühl, die Zukunft nicht nur zu erwarten, sondern zu besitzen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Wachstum ist weniger Triumph als Prüfung. Es ist nicht bloss ein betriebswirtschaftlicher Zustand, sondern eine existenzielle Bewegung. Eine Verschiebung des Selbstverständnisses, eine Reibung zwischen dem, was war, und dem, was werden will. Denn Wachstum bedeutet: Man verlässt den Ort, an dem alles überschaubar ist. Man verabschiedet sich vom vertrauten Mass. Man riskiert, dass Ordnung und Gewissheit nicht Schritt halten. Und genau... mehr
PersonalRadar wünscht allen ein glückliches 2026 mehr

